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Löw lobt und mahnt und spendiert freie Tage nach 7:0-Sieg

Direkt nach dem Spiel gegen San Marino wurden die Nationalspieler vom Bundestrainer in zwei freie Tage verabschiedet. Foto: Peter Kneffel

Direkt nach dem Spiel gegen San Marino wurden die Nationalspieler vom Bundestrainer in zwei freie Tage verabschiedet. Foto: Peter Kneffel

Nach dem Gute-Laune-Kick gegen San Marino hatte es Joachim Löws flotte Confed-Cup-Boygroup um den Dreifach-Tordebütanten Sandro Wagner eilig. Der Bundestrainer spendierte nach dem höchsten Heimsieg seiner Amtszeit seinen 22 Spielern zwei freie Tage bei ihren Liebsten.

Da drückte nach dem temporeichen 7:0 (4:0) in Nürnberg in der Nacht zum Sonntag jeder gleich noch mal kräftig aufs Gaspedal. Löw wollte daheim im Schwarzwald ebenfalls «ein bisschen abschalten», ehe für ihn und seinen Trainerstab bereits am Montag «gedanklich» die Vorbereitung auf den am 17. Juni beginnenden Confed Cup weitergeht. «Ich fahre mit einem sehr guten Gefühl und Vorfreude zu diesem Turnier», sagte der 57-Jährige am Ende einer runden Woche, in der sein Perspektivkader um Kapitän Julian Draxler viel mehr Hoffnungen als Befürchtungen für das Fußball-Abenteuer in Russland weckte.

«Wir sind da schon vor Ort, um unsere Chance wahrzunehmen, uns zu zeigen und weit zu kommen. Ob wir heißester Titelanwärter sind oder nicht, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht beurteilen», erklärte Draxler. Weiter wagte sich Bayern-Profi Joshua Kimmich vor, der fast an allen Toren beteiligt war und neben dem dreifachen Torschützen Wagner aus einer schon recht harmonischen DFB-Elf herausragte.

«Wir sind Weltmeister, für uns ist es nicht irgendein Freundschaftsturnier. Wir wollen die Spiele gewinnen», sagte Kimmich. Der 22-Jährige darf bei Löw seit seiner Entdeckung bei der EM 2016 in Frankreich stets das tun, was ihm beim FC Bayern in der abgelaufenen Saison besonders in der Rückrunde zu oft verwehrt blieb: Spielen. Als einziger Nationalspieler stand Dauer(b)renner Kimmich in der Saison 2016/17 die gesamten 900 Länderspielminuten auf dem Platz.

Löws spannendes WM-Projekt, in diesem Sommer ohne seine verdienten Weltmeister die neuen Poldis und Schweinis für 2018 zu entwickeln, ist mit den Probeläufen in Dänemark (1:1) und dem Torfest gegen San Marino positiv angelaufen. Der Bundestrainer erinnerte in Franken an den Confed Cup 2005 in Deutschland, als er zusammen mit Jürgen Klinsmann die Grundlage für das WM-Sommermärchen 2006 legte.

«Irgendwann mal - vielleicht nächstes Jahr oder bei der EM in drei Jahren - wird dieser Confed Cup in Russland für manche Spieler wahnsinnig wichtig und hilfreich gewesen sein. 2005 waren Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger die Shooting Stars beim Confed Cup. Sie waren ein Jahr später bei der WM unter dem Druck im eigenen Land wahnsinnig froh, dass sie beim Confed Cup gegen Brasilien oder Argentinien gespielt hatten», erinnerte Löw. Leon Goretzka (22), Timo Werner (21), Julian Brandt (21), Amin Younes (23) - diese Youngster könnten ebenso wie Senior Wagner (29) zu WM-Entdeckungen reifen.

Brandt, Younes und der dreifache Wagner nutzen das Angriffstraining gegen die überforderte Nummer 204 der Weltrangliste zu Tordebüts im Nationalteam. Den Torreigen rundeten Kapitän Draxler und dessen Stellvertreter Shkodran Mustafi ab. «Man spürt den Ehrgeiz von diesen jungen Spielern, es alles bestmöglich zu machen», lobte Löw. Aber der Bundestrainer mahnte auch vor voreiliger Euphorie: «Beim Confed Cup treffen wir auf Mannschaften, die top sind auf ihren Kontinenten. Portugal, Chile - das ist natürlich ein ganz anderes Kaliber.» Aber unabhängig vom Erfolg werde «der Erfahrungsschatz immens hoch sein».

Der große Gewinner der ersten Woche war ausgerechnet der Älteste. Hoffenheims Angreifer Wagner, der in diesem Jahr noch 30 wird, reißt die junge Rasselbande um ihn herum auf und neben dem Platz mit. «Das war ein toller Abend. Es fühlt sich gut an», schwärmte Wagner nach seinem Dreierpack. Und der sonst so Coole gestand: «Da war auch ein bisschen Druck. Jeder hat erwartet, dass man ein Tor schießt gegen so eine Mannschaft.»

Wagners Qualitäten als Type und als klassischer Mittelstürmer werden von den Kollegen bereits geschätzt. «Er gibt unserem Spiel etwas, was wir in der Vergangenheit nicht so genutzt haben. Er ist durch mehrere Flanken von Joshua Kimmich gefährlich geworden. Das ist seine Qualität», kommentierte Kapitän Draxler.

Emotional aufregende Tage liegen hinter der Light-Version des Weltmeisters. Es gab sieben Länderspieldebüts. Drei Spieler trafen erstmals für Deutschland, eine Hierarchie baut sich auf. «Man hat gemerkt, dass wir alle Lust haben, dass wir alle brennen. Jetzt kann der Confed Cup kommen», sagte Kimmich. Die Zeit bis zum Treffen am Dienstag in Frankfurt steht im Zeichen von Familie, Entspannen, aber auch Behandlungen wie beim von Knieschmerzen geplagten Draxler. «Ich werde gerne meine Familie sehen, weil ich sie dann lange nicht mehr sehen werde», berichtete Abwehrchef Shkodran Mustafi.

Einziger Misston im mit 32 467 Zuschauern nicht ausverkauften, aber dennoch stimmungsvoll besetzten Nürnberger Stadion waren die Pfiffe gegen den Leipziger Timo Werner. Löw rätselte über die Gründe, erinnerte an «eine Schwalbe von ihm». Er verurteilte die pfeifenden Fans. «Ein Nationalspieler, der so jung ist und der in der Bundesliga 21 Tore erzielt hat, darf nicht ausgepfiffen werden», erklärte Löw, bevor er ansonsten «sehr zufrieden» aus Franken nach Südbaden fuhr.

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