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Reifeprüfung gegen Chile: Löw peilt 100. Sieg an

Joachim Löw will gegen Chile seinen 100. Sieg als Bundestrainer feiern. Foto: Christian Charisius

Joachim Löw will gegen Chile seinen 100. Sieg als Bundestrainer feiern. Foto: Christian Charisius

Ein historischer Fußballabend steht an, auch wenn bei der Kraftprobe mit Chile für Joachim Löw der 100. Länderspielerfolg als Bundestrainer nur eine nette Begleiterscheinung wäre.

«100 Siege finde ich besser als 100 Niederlagen», scherzte Löw vor der Weltpresse im WM-Stadion von Kasan, «er wird kommen irgendwann.» Für den Weltmeister-Coach und sein Perspektivteam um den neuen Antreiber Leon Goretzka geht es am Donnerstag aber in erster Linie darum, sich beim Confed Cup gegen den von Bayern-Star Arturo Vidal angeführten Südamerikameister in den Favoritenkreis zu spielen. Der Gewinner könnte schon das Halbfinal-Ticket lösen.

Löw, der beim 3:2 im Auftaktspiel gegen Australien seinen 99. Sieg im 148. Länderspiel feierte und ohnehin siegreichster Nationaltrainer der DFB-Geschichte ist, weiß um die Schwierigkeit der Prüfung gegen die von ihm bewunderten Chilenen. Immerhin hat er die Nummer 1 aus Südamerika im Vorfeld zu seinem Titelfavoriten ausgerufen. «Chile ist eine der weltbesten Mannschaften, unabhängig vom Start in dieses Turnier. Sie haben eine Siegermentalität. Die Chilenen sind eingespielt. Sie haben fantastische Einzelspieler und im taktischen Bereich eine Flexibilität wie wenige andere Mannschaften.»

Seit Jahren verfolgt der Bundestrainer das Auftreten von Vidal und Co. «Sie haben eine unheimliche Wucht nach vorne. Die Spieler wechseln ständig ihre Positionen. Es ist absolut klasse, wie Chile spielt», sagte er und mahnte: «Wir müssen 90 Minuten hellwach sein.»

Die Chilenen sind im Gegensatz zum Weltmeister mit allen Assen nach Russland gekommen. Und sie wurden auch beim 2:0 gegen Afrikameister Kamerun ihrer Favoritenrolle gerecht. Der 30-jährige Vidal verfolgt mit seinen Kameraden einen klaren Plan: «Unser einziges Ziel ist, den Pokal zu holen. Wir wollen zeigen, dass es kein Zufall ist, dass wir zweimal die Copa America gewonnen haben.»

Die deutschen Spieler konnten den Gegner gegen Kamerun am TV studieren - und waren durchaus beeindruckt. «Das ist eine sehr starke Mannschaft, sehr eindrucksvoll. Chile hat viel vor bei dem Turnier, da wollen wir Paroli bieten», sagte der Gladbacher Lars Stindl.»

Im DFB-Tross wissen alle, dass Chile ein anderes Kaliber darstellt als Australien. «Jeder einzelne von uns muss an seine Grenzen gehen», sagte Angreifer Julian Brandt.» Julian Draxler rechnet damit, dass die von ihm angeführte DFB-Auswahl an den Aufgaben wachsen wird. «Man hat gegen Australien gemerkt, dass noch ein bisschen die Erfahrung fehlt, so ein Spiel clever über die Zeit zu bringen. Aber wir werden uns bei den nächsten Spielen steigern», erklärte der Kapitän: «Gegen Chile ist das auch notwendig.»

Löw wird auch frisches Personal bringen, unter anderem auf der Torhüterposition mit Marc-André ter Stegen. Der Schlussmann vom FC Barcelona soll dabei ein größerer Rückhalt sein als der im ersten Spiel bei den Gegentoren patzende Leverkusener Bernd Leno. Sieben oder acht Wechsel werde er aber nicht vornehmen, betonte Löw. Ein «Gerüst» aus den wenigen erfahrenen Akteuren müsse in der Startelf verbleiben. Draxler, Mustafi, Kimmich und Hector nannte er dabei.

Der Bundestrainer will damit für Stabilität sorgen. Mit einer robusten Dreierkette könnte er zudem mehr Gegenwehr gegen die physisch starken Südamerikaner herstellen. «Chile ist hart und geschickt in den Zweikämpfen», bemerkte Löw. In Emre Can vom FC Liverpool könnte ein zweikampfstarker Mann ins Mittelfeld rücken. Der Leipziger Timo Werner wiederum würde als Turbostürmer das Pressing forcieren und Schnelligkeit ins Angriffsspiel bringen. «Unser junges Team muss auch den Mut haben, Chile anzugreifen», sagte Löw.

Zur praktischen Vorbereitung blieb ihm nur das Abschlusstraining mit allen 21 Akteuren am Mittwochabend in der WM-Arena an der Wolga. «Auf dem Platz kann ich nicht mehr so viele Situationen schaffen», sagte Löw zum Praxistest. Er setzt darum auf vermehrte Teamsitzungen und Videovorbereitung im Teamhotel. Es geht jetzt Schlag auf Schlag beim Confed Cup mit einer engen Spieltaktung im Drei-Tages-Rhythmus.

Löws WM-Probanden nehmen die Herausforderungen aber dankbar an. «Wir sind voller Vorfreude auf die Aufgabe gegen Chile. Das Turnier ist ja auch dafür da, sich mit solchen Mannschaften zu messen», sagte der Schalker Goretzka, Deutschlands Bester gegen Australien.

Voraussichtliche Aufstellungen:

Deutschland: 22 ter Stegen (FC Barcelona/25 Jahre/10) - 17 Süle (1899 Hoffenheim/21/3), 2 Mustafi (FC Arsenal/25/17), 16 Rüdiger (AS Rom/24/14) - 18 Kimmich (FC Bayern München/22/16), 8 Goretzka (FC Schalke 04/22/6), 14 Can (FC Liverpool/23/11), 3 Hector (1. FC Köln/27/30) - 13 Stindl (Borussia Mönchengladbach/28/3), 7 Draxler (Paris St. Germain/23/31) - 11 Werner (RB Leipzig/21/3)

Chile: 23 Herrera (Universidad de Chile/36/20) - 4 Isla (US Cagliari/29/91), 17 Medel (Inter Mailand/29/102), 18 Jara (Universidad de Chile/31/103), 15 Beausejour (Universidad de Chile/33/92) - 20 Aranguiz (Bayer Leverkusen/28/59), 21 Marcelo Diaz (Celta Vigo/30/54), 8 Vidal (FC Bayern München/30/91) - 6 Fuenzalida (Universidad Catolica/32/45), 11 Vargas (Tigres UANL/27/73), 7 Alexis Sanchez (FC Arsenal/28/111)

Schiedsrichter: Faghani (Iran)

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