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Stindl rettet Deutschland 1:1 nach Fehlstart gegen Chile

Deutschlands Spieler jubeln nach dem 1:1, der Endstand im Spiel gegen Chile. Foto: Marius Becker

Deutschlands Spieler jubeln nach dem 1:1, der Endstand im Spiel gegen Chile. Foto: Marius Becker

Ausgepumpt standen die deutschen Spieler auf dem Rasen und waren froh über den wertvollen Punkt. Das junge Perspektivteam von Joachim Löw hat beim Confed Cup nach einem schlimmen Fehlstart ein 1:1 (1:1) gegen Südamerikameister Chile erkämpft.

Damit würde dem Fußball-Weltmeister bereits ein weiteres Unentschieden am Sonntag im letzten Gruppenspiel gegen Kamerun zum Halbfinal-Einzug reichen. Der starke Gladbacher Lars Stindl sorgte in der 41. Minute nach dem insgesamt schönsten deutschen Angriff mit seinem schon zweiten Turniertreffer für den Ausgleich.

Mit einem Blackout hatte der indisponierte Abwehrchef Shkodran Mustafi vor 38 222 Zuschauern seinem Arsenal-Kollegen Alexis Sanchez in der 6. Minute das Führungstor ermöglicht. Der ehemalige Hoffenheimer Eduardo Vargas hätte mit einem krachenden Lattenschuss gegen das anfangs überforderte DFB-Team beinahe für Chiles 2:0 gesorgt (20.). Im Laufe des Spiels konnte die DFB-Auswahl das Spiel aber ausgeglichener gestalten, zum 100. Sieg von Bundestrainer Joachim Löw reichte es aber nicht mehr.

«Ich bin insgesamt sehr zufrieden. Das war ein Spiel auf sehr hohem Niveau mit höchsten Ansprüchen. Wir haben es fast das ganze Spiel auch in der Defensive sehr gut gelöst. Zwei, drei Chancen muss man gegen so eine Weltklasse-Mannschaft in Kauf nehmen. Die Mannschaft hat große Widerstandskraft bewiesen», lobte Löw nach dem Punktgewinn.

Ähnlich äußerten sich seine Spieler. «Wir wussten, dass die Chilenen mit viel Power und Druck kommen. Wir haben aber auch in der zweiten Halbzeit guten Fußball gespielt. Wir haben gezeigt, dass wir so einer Mannschaft Paroli bieten können», sagte Torschütze Stindl und Kapitän Julian Draxler ergänzte: «Am Anfang hat man so ein bisschen die Nervosität gemerkt. Leider haben wir dann das dumme Gegentor bekommen, aber danach waren wir auf Augenhöhe. Wir können an unsere eigene Stärke glauben. Wir müssen uns vor so einer starken Mannschaft nicht verstecken.»

Der Weltranglistenvierte aus Chile war im Vergleich zum Auftaktgegner Australien eine Nummer größer. So wirkte die deutsche Hintermannschaft gegen die extrem aggressiv spielende Elf von Juan Antonio Pizzi phasenweise überfordert, trotzdem zeigte die junge deutsche Mannschaft gegen die im Schnitt sechs Jahre ältere chilenische Auswahl nach Anfangsschwierigkeiten Gegenwehr.

Seine große Wertschätzung für den Südamerikameister hatte Löw bereits in der deutschen Aufstellung dokumentiert. Im 3-4-2-1-System fand sich zunächst kein echter Stürmer wieder, der Gladbacher Stindl übernahm den offensiven Part im deutschen Spiel. Insgesamt gab es in der Startelf wie angekündigt vier Änderungen, darunter auch die Hereinnahme von Barcelona-Keeper Marc-André ter Stegen für den zuletzt glücklosen Leverkusener Bernd Leno.

Und ter Stegen musste bereits nach sechs Minuten hinter sich greifen. Einen krassen Abspielfehler von Mustafi in die Füße von Sanchez nutzten die Chilenen eiskalt aus. Über Bayern-Star Arturo Vidal gelangte der Ball wieder zu Sanchez, der aus kurzer Entfernung traf und nun mit 38 Länderspieltoren alleiniger Rekordschütze seines Landes ist.

Zwar hatte Julian Draxler fast im Gegenzug bei einem Distanzschuss die Chance zum Ausgleich (8.), aber in der Folgezeit geriet erst einmal die deutsche Mannschaft unter dem Druck der Chilenen arg in die Bredouille. Vor allem Mustafi und der Dortmunder Matthias Ginter hatten große Probleme. Ein ordentlicher Spielaufbau war kaum möglich, allzu oft gingen die Bälle bereits im Mittelfeld verloren. Einzig der zukünftige Münchner Niklas Süle behielt in der Abwehr den Überblick und stemmte sich gegen die Angriffswucht der Chilenen.

Glück hatte die deutsche Mannschaft in der 20. Minute, als der Ex-Hoffenheimer Eduardo Vargas mit einem Distanzschuss nur die Latte traf. Dagegen kam die deutsche Mannschaft nur selten zu gefährlichen Offensivaktionen. Auch, weil Kapitän Julian Draxler zu selten das Spiel an sich reißen konnte. Der im Auftaktspiel gegen Australien noch überragende Schalker Leon Goretzka war diesmal nicht so präsent. So war es der erwartete Härtetest gegen einen der Turnierfavoriten.

Und trotzdem belohnten sich die Chilenen nicht für ihren großen Aufwand. Im Gegensatz: Der erste konstruktive Angriff des Weltmeisters führte gleich zum Ausgleich. Ein sehenswerter Pass von Emre Can setzte Jonas Hector auf der linken Außenbahn in Szene. Die direkte Hereingabe verwertete Stindl im Zentrum mit seinem zweiten Turniertor. Es war zugleich die Belohnung für den Gladbacher, der mit klugen Laufwegen zu gefallen wusste.

Im zweiten Durchgang ließ der Druck der Südamerikaner nach, entsprechend kehrte mehr Ordnung ins deutsche Spiel ein. Die Chilenen waren zwar weiterhin die spielbestimmende Mannschaft, ein Freistoß von Sanchez (48.) und ein Kopfball des unermütlich kämpfenden Vidal (59.) stellten aber keine große Gefahr dar. Auf der Gegenseite war das deutsche Offensivspiel nicht zwingend genug, zu selten kam die DFB-Auswahl in Tornähe. Ein Schuss von Stindl stellte da noch die Ausnahme dar (73.).

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