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Umzugsstress für Löw beim Confed Cup

Das halboffene Kuppeldach der Fischt-Arena in Sotschi soll eine Hommage an die schneebedeckten Berge sein. Foto: Artur Lebevev/AP

Das halboffene Kuppeldach der Fischt-Arena in Sotschi soll eine Hommage an die schneebedeckten Berge sein. Foto: Artur Lebevev/AP

Joachim Löw und seine Fußball-Weltmeister können sich beim Confederations Cup den Mannschaftsbus in Sotschi eigentlich sparen.

Weniger als zwei Kilometer Fußweg - immer an der schmucken Uferpromenade der russischen Riviera entlang - sind es vom Teamquartier im Luxushotel Blu Paradise bis zum Fischt-Stadion im Olympiapark. Kicken unter Palmen, entspannen im Fünf-Sterne-Resort - so könnte die Devise beim WM-Test im Sommer lauten, das Nobelhotel putzt sich gerade noch extra heraus. Doch rund zwei Monate vor dem Turnierstart wird bei den Feinplanungen klar, die FIFA-Regularien sorgen für einen bislang nicht gekannten Umzugsstress.

Zwischen den Gruppenspielen gegen Australien (19.6.) und Kamerun (25.6.) muss der DFB-Tross sein Quartier komplett für ein anderes Team räumen und sein tonnenschweres Equipment mit zum zweiten Spiel gegen Chile (22.6.) nach Kasan nehmen - und dann wieder Retoure ans Schwarze Meer. Eine Wohlfühloase wie beim WM-Triumph 2014 in Brasilien, als das Campo Bahia am Atlantikstrand zum teamfördernden Rückzugsort wurde, gibt es somit nicht. Alle acht Mannschaften wohnen in von der FIFA ausgewählten Hotels - freie Quartierwahl, wie ein Jahr später bei der WM, gibt es beim Confed Cup noch nicht.

Landet die DFB-Auswahl in der Gruppe B auf Platz zwei, stünde innerhalb weniger Tage sogar noch einmal der Trip in die Tatarenstadt Kasan an. Als Gruppensieger könnte man für das Halbfinale in Sotschi bleiben. Anreiz also für Löws Perspektivteam, denn Luxus bietet das Quartier in Sotschi genug. Der Wind weht in den sonnigen Frühlingstagen mit einem letzten winterlichen Hauch durch die Palmenzweige der Parkanlage. «Ab Juni wollen wir erstmals auch einen separaten Strand für unsere Gäste anbieten», verspricht Marketingmanagerin Anna Nikitina.

Aus einem Zimmer wie der Suite in der fünften Etage wird der Bundestrainer alles im Blick haben. Vom Bett und der Sofalandschaft in dezenten Grautönen gibt ein Panoramafenster die Sicht frei auf das Schwarze Meer. Das nächste Fenster weist direkt auf das Fischt-Stadion. Das Nobelhotel und die Sportstätten liegen wie eine Insel am Rande des Ortsteils Adler rund 30 Kilometer südöstlich vom Zentrum von Sotschi. Bis zur Grenze in das von der Ex-Sowjetrepublik Georgien abtrünnige Abchasien sind es nur drei Kilometer. Zum Greifen nah erheben sich im Norden die wilden Gipfel des Kaukasus mit ihren beliebten Skipisten.

Das halboffene Kuppeldach der Fischt-Arena soll eine Hommage an die schneebedeckten Berge sein. Das Stadion war die große Bühne für die Olympischen Winterspiele 2014. In pompösen Zeremonien wurden hier die Spiele eröffnet und beendet. Mit Confed Cup und WM soll die Arena nun neu in Szene gesetzt werden. Für die Fußball-Turniere musste das frisch errichtete Olympiastadion umgebaut werden. Herausgekommen ist ein Fußball-Tempel mit Hexenkessel-Potenzial, wie die russischen Fans im Eröffnungsspiel gegen Belgien Ende März gezeigt haben.

Die Renovierung des Stadions kostete Berichten zufolge umgerechnet rund 60 Millionen Euro. Da Sotschi keinen Club in der 1. Liga hat, muss sich die Stadt etwas einfallen lassen, um die Arena auch nach der WM in Schuss zu halten. Stadion-Direktor Oleg Krawtschenko schätzt die jährlichen Kosten auf bis zu acht Millionen Euro: «Mit Konzerten könnten wir etwas verdienen. Das wollen wir versuchen.»

Die Winterspiele waren für Sotschi ein Neustart. Für Olympia hatte die sportbegeisterte russische Führung den unter Sowjetdiktator Josef Stalin im subtropischen Klima hochgezogenen Badeort in Schuss gebracht. 200 Kilometer Schienen, 250 Kilometer Straßen und Dutzende Hotels wurden gebaut. Weithin sichtbar prägen heute die Hotel-Türme die hügelige Skyline und überragen im Hafenbereich sowjetische Prachtbauten. 30 000 neue Jobs seien seit 2014 entstanden, sagt Bürgermeister Anatoli Pachomow der Zeitung «Iswestija».

Vieles erinnert in Sotschi noch an die Spiele. Maskottchen und olympische Ringe zieren Plätze und Parks. Doch häufig blättert die Farbe ab. Bunte FIFA-Symbole für Confed Cup und WM nehmen zu. Vor dem Hafengebäude zählt zwischen Palmen eine digitale Uhr die Tage bis zum Beginn der WM herunter. Fünf der 65 offiziellen WM-Quartiere gibt es dann in der Region Sotschi. Der DFB hat sich noch nicht entschieden, wo Löw mit seinem Team 2018 in Russland wohnen soll.

FIFA zum "Fischt"-Stadion

Termine Nationalmannschaft

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