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Bundespräsident eröffnet Internationale Gartenschau

Gärten seien Orte der Hoffnung, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seiner Rede. Foto: Bernd von Jutrczenka

Gärten seien Orte der Hoffnung, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seiner Rede. Foto: Bernd von Jutrczenka

Grün, grüner, Internationale Gartenausstellung. Am östlichen Stadtrand von Berlin schwebt seit Donnerstag eine Seilbahn über die rund 100 Hektar große Parklandschaft mit Chinesischem Garten, Amphitheater, Wasserbecken, bunten Blumenbeeten und frisch verlegtem Rollrasen.

Besucher, die eine Kabine mit gläsernem Boden erwischen, freuen sich und betrachten unter ihren Füßen die neu modellierte Landschaft, die von Plattenbauten eingerahmt ist.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der mit seiner Frau Elke Büdenbender zur Eröffnung in den Bezirk Marzahn-Hellersdorf gekommen ist, wünscht dem Gartenfestival, dass der Sommer auf der IGA märchenhaft werde. Der Schirmherr erinnert an das Sommermärchen 2006, als die Welt bei der Fußballweltmeisterschaft zu Gast in Deutschland war.

«Gärten verbinden, über Grenzen hinweg», so der Gartenfan, der von seiner Frau aber nur zu niederen Arbeiten wie Rasenmähen eingeteilt werde. Gärten seien manchmal auch Orte der Hoffnung, so wie ein wieder hergerichteter Gartenpark im zerstörten Kabul in Afghanistan, sagt der frühere Außenminister.

Zwei Millionen Gäste werden bis zum 15. Oktober bei der IGA erwartet. Die Macher hoffen, dass auch die englischen Gartenliebhaber kommen. Noch ist zu sehen, dass die Schau gerade fertig geworden ist. Dass sie wie andere Events dieser Art floppen könnte, befürchtet IGA-Geschäftsführer Christoph Schmidt nicht. «Wir haben richtig kalkuliert», gibt er sich selbstbewusst.

Zudem werde mit einem Begleitprogramm für fast jeden etwas geboten. Für Kinder gebe es eine Sommerrodelbahn und Wasserspielplätze. Alles in allem flossen 130 Millionen Euro aus verschiedenen Töpfen. Mit der Tageskarte für 20 Euro könne man so oft mit Seilbahn fahren, wie man wolle, werben die IGA-Leute.

Ihm sei ein Stein vom Herzen gefallen, dass die Eröffnung bei der Wetterprognose nicht ins Wasser gefallen sei, sagt Schmidt. Als Steinmeier spricht, prasseln kurz Hagelkörner auf die Besucher nieder. Er sagt, dass Gärtnern gerade schwer im Trend liege und mehr als die Hälfte der Deutschen ihre Freizeit am liebsten im Garten verbringe. «Und am liebsten im Trockenen», ergänzt er.

Marzahn-Hellersdorf, mit der U-Bahn eine halbe Stunde vom Stadtzentrum entfernt, hat rund 260 000 Einwohner. Der Bezirk kämpft seit langem gegen ein Negative-Image wegen der vielen Plattenbauten, obwohl es auch etliche Siedlungen mit Einfamilienhäusern gibt und viele Menschen hier gern wohnen. Immer wieder ist nun zu hören, der Bezirk könne jetzt eine andere Seite in den Blick rücken. Steinmeier spricht von «Aufbruch», der in der Luft liege.

Und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) findet, mit dem Stadtentwicklungsprojekt komme in der wachsenden Metropole ein Stück Lebensqualität hinzu. Den Charme Berlins mache auch die Vielfalt der zwölf Bezirke aus. «Wir brauchen freie Räume zur Erholung.» 85 Prozent der IGA-Projekte blieben dauerhaft.

Ursprünglich war die grüne Schau auf dem stillgelegten Flughafen Tempelhof geplant. Wegen Protesten landete sie dann in Marzahn. Hier mussten die Planer zudem nicht bei Null anfangen. Die Gärten der Welt, die Teil der IGA sind, wurden im Kern schon zu DDR-Zeiten angelegt und nach dem Mauerfall erweitert. Für die IGA wurde das umliegende Wuhletal einbezogen und umgestaltet. «Welche großartige Chance. Warum sind wir da nicht schon früher drauf gekommen», freut sich nun der SPD-Politiker.

Die 92-jährige Lieselotte Fitzner lebt seit 1983 in Marzahn. «Ist das herrlich, das kennt man ja gar nicht wieder», freut sich die Rentnerin mit Blick aufs Gelände. Schon zu DDR-Zeiten sei sie durch die Gärten der Welt spaziert. Die agile Seniorin hat sich schon eine Dauerkarte gekauft. «Ich werde fast jeden Tag kommen», verkündet sie.

Mit der Seilbahn geht es hoch auf den rund 100 Meter hohen Kienberg, der zum Teil mit Schutt vom Bau der Großsiedlungen aufgeschüttet wurde. Dort steigt Berlins Regierungschef die Stufen zur futuristischen Aussichtsplattform Wolkenhain hinauf. «Wahnsinn», ruft er. Neben dem gut sichtbaren Fernsehturm in der Ferne ist sein Amtssitz, das Rote Rathaus. Nach der Gartenausstellung soll der Kienberg wieder ohne Ticket frei zugänglich sein.

Bundespräsident Steinmeier habe mit seiner Frau keine Zeit mehr für die Aussichtsplattform gehabt, sagt Geschäftsführerin Katharina Lohmann der dpa. «Der Terminplan.» Doch beide wollten wiederkommen. «Und unbedingt Seilbahn fahren.»

Infos zur IGA

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