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Gil Ofarim gewinnt «Let's Dance»

Beim Freestyle als Avatar: Gil Ofarim. Foto: Henning Kaiser

Beim Freestyle als Avatar: Gil Ofarim. Foto: Henning Kaiser

Er scheint im Schockzustand. Wie paralysiert steht der neue «Let's Dance»-Sieger Gil Ofarim inmitten der Gratulanten. Irgendjemand drückt ihm den goldenen, überdimensionalen Pokal in die Hand. Die Luft ist voller Konfetti.

«Ich fasse es nicht. Ich fasse es nicht», wiederholt der 34-Jährige immer wieder. Währenddessen hüpft seine Tanzpartnerin Ekaterina Leonova wie ein Kind auf und ab.

«Andere werfen sich wie ein Maikäfer auf den Rücken oder weinen», hatte Moderator Daniel Hartwich noch kurz vor Verkündung des Siegers gesagt. «Ich bin gespannt, was heute passiert.»

Etwas abseits wiegt Profitänzer Christian Polanc Schlagersängerin Vanessa Mai im Arm: Sie galt als Favoritin des Abends. «Heute erfahren wir, dass Mai das Ding gewinnt. Habt ihr alle euer überraschtes Gesicht geübt?», twitterte eine Userin noch vor Beginn der Sendung.

Doch es kommt anders. Direkt in der ersten Runde räumt Gil Ofarim mit einem Cha-Cha-Cha mehr Punkte ab als alle anderen und geht in Führung. «Da war Aura», freut sich Juror Jorge González, Kollegin Motsi Mabuse sieht «Technik und Substanz», auch Jury-Hardliner Joachim Llambi ist ausnahmsweise positiv gestimmt - es ist schließlich das Finale.

Doch so recht will der jungenhafte Ofarim, der einst für eine Foto-Love-Story der «Bravo» entdeckt wurde, das Lob nicht annehmen. Auch nicht für seinen 30-Punkte-Tango oder seine aufwendige Freestyle-Präsentation als blauer Avatar verkleidet.

«Wir alle haben gewonnen», wiederholt er ganz bescheiden - und wird nicht müde zu betonen, wie sehr ihn diese Zeit bei RTL verändert habe. Überhaupt war es für ihn wie auch für Vanessa Mai und die Drittplatzierte Angelina Kirsch die «beste Zeit des Lebens». Alle haben «neue Freunde gefunden», sind «unglaublich dankbar» und werden sich «für immer erinnern».

Erinnern werden sich auch die Zuschauer an den, so Moderatorin Sylvie Meis, «spitzenmäßigen Ehrengast des Abends»: Helene Fischer. In einem goldenen Mini-Kleid, wie immer braun gebrannt, präsentiert die Schlagersängerin einen Titel aus ihrem neuen Album. Auf dem Kopf trägt sie ein Baseballcap. «Was soll denn das Outfit? Oben Fußball, unten Disco?», fragt jemand auf Twitter.

Was im Finale der Jubiläumsstaffel sonst noch daneben ging? Daniel Hartwich erntet einige Buhrufe aus dem Publikum, als er die Show mit den Worten zusammenfasst: «Noch nie wurde soviel geschmerzt, geblinddarmt und geschwängert.» Damit spielt er auf die zahlreichen Verletzungen unter den ausgeschiedenen Promi-Kandidaten oder ihren Tanzpartnern an. Lachen kann auch die schwangere Isabel Edvardsson nicht. Sie wirft ihm von den Publikumsrängen aus einen frostigen Blick zu.

Ansonsten stolpert Massimo Sinató noch über die Füße seiner Tanzpartnerin Angelina Kirsch. Das Kurven-Model hilft ihm wieder auf. Eine weitere Panne: Tänzerin Ekaterina Leonovoa verhakt sich beim Küsschen links, Küsschen rechts mit ihren Haaren in Sylvie Meis' Dekolleté. Alles also wie immer, und 2018, so verkündet Joachim Llambi - geht alles mit einer neuen Staffel weiter.

Für RTL läuft es jedenfalls rund: «Let's Dance» hat regelmäßig um die 4 Millionen Zuschauer. Beim Halbfinale sind es 4,05, beim Finale sogar 4,41 Millionen, ein Marktanteil von 19,1 Prozent zur Hauptsendezeit - rund jeder Fünfte aller Fernsehzuschauer. Das hat RTL nicht immer - der Jahresdurchschnittswert liegt aktuell bei 9,6 Prozent. Und am Freitagabend ist es die höchste Zuschauerzahl überhaupt. Im vergangenen Jahr lief es für RTL allerdings noch besser: Da schalteten fürs Finale 5,06 Millionen «Let's Dance»-Fans ein.

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