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Hamburg feiert Hafengeburtstag

Kreuzfahrtschiff auf der Elbe in Hamburg beim Hafengeburtstag. Foto: Christophe Gateau

Kreuzfahrtschiff auf der Elbe in Hamburg beim Hafengeburtstag. Foto: Christophe Gateau

In der Luft riecht es nach Holzkohle und Bratwurst, aus den Boxen der «Jolly Roger»-Bühne dröhnt ohrenbetäubend laute Punkmusik. Die Band auf dem Podium gibt alles, doch von den meisten der vorbeigehenden Besucher ernten sie für ihren Einsatz nur verständnislose Blicke.

Ein paar hundert Meter weiter spielt eine Bigband bekannte Popsongs und Schlagerhits nach - hier bleiben mehr Menschen stehen. Genau das macht den Hamburger Hafengeburtstag aus, er will für alle Geschmäcker etwas bieten. Das Publikum ist gemischt und vielfältig.

Auch am zweiten Tag des größten Hafenfestes der Welt wird ausgelassen gefeiert. Bei milden Temperaturen schieben sich die Massen durch die «Hafenmeile», die von der Fischauktionshalle bis zur Hafencity reicht.

Ilse Löns (62) und ihr Mann Albert (57) sind extra aus München angereist. Der Besuch in der Hansestadt zum Geburtstagswochenende des Hafens war schon lange geplant. «Bei uns gibt es sowas nicht. Die vielen Schiffe, der Wind und das Wasser - einfach toll», erzählt Ilse, während ihr Mann genüsslich in sein Fischbrötchen beißt. Am Vorabend haben sie sich bereits die Einlaufparade angesehen. Nun sind sie auf das «Schlepperballett» gespannt- denn so richtig etwas darunter vorstellen können sie sich nicht.

Der 828. Hafengeburtstag lockt aber auch viele Hamburger an die Elbe, etwa Taxiunternehmer Helmut (79) und Ursula (74) Nielsen. Beide waren bislang jedes Jahr auf dem Volksfest. Zu den Einlaufparaden ist es ihnen aber zu voll. «Die gucken wir uns lieber im Fernsehen an», sagt Ursula Nielsen.

Partnerland ist in diesem Jahr Frankreich, das mit seiner Hafenstadt Nantes vertreten ist. Die junge Französin Julie, die an einem der französischen Stände am Kehrwieder nahe der Elbphilharmonie arbeitet, genießt auch den Trubel. Doch sie macht sich auch Sorgen über den Ausgang der Wahlen am Sonntag. Sie ist mit einem Marokkaner liiert, fürchtet einen Rechtsruck und eine Abschottung ihres Heimatlandes. «Es ist schon schade, dass das Hafenfest am Wahlwochenende stattfindet. Ich wäre jetzt gerne zuhause», sagt sie.

Besonders auffällig ist die hohe Polizeipräsenz an diesem Wochenende. Und wer Schiffe besichtigen will, darf keine Taschen oder Rücksäcke mit an Bord nehmen. Auch Drohnen über dem Veranstaltungsgelände sind verboten. Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) hatte jedoch vorab betont, dass der Hafengeburtstag «in keiner Form anschlaggefährdet» sei.

Beruhigt können auch Eltern in dem Trubel sein. Dieses Jahr werden wieder besondere Armbänder, die «Kinderfinder», verteilt, auf denen sie ihre Telefonnummer und den Namen ihres Kindes schreiben können.

Hamburger Hafengeburtstag

Polizei-Tweet mit Kinderfinder

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