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Heiraten am anderen Ende der Welt

Dawn und Zephie aus Singapur im Jahr 2015 nach ihrer Hochzeit am Strand von Auckland (Neuseeland). Foto: Amanda Wignell Photography

Dawn und Zephie aus Singapur im Jahr 2015 nach ihrer Hochzeit am Strand von Auckland (Neuseeland). Foto: Amanda Wignell Photography

Viele Lesben und Schwule plädieren in Deutschland schon lange für die rechtliche Gleichstellung im Eherecht. Jetzt scheint die sogenannte Ehe für alle zu kommen, nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Abstimmung im Bundestag darüber zur Gewissensentscheidung erklärte und die SPD sie beim Wort nahm. Bislang wählten einige gleichgeschlechtliche Paare - auch aus Deutschland - das ferne Neuseeland, um zumindest nach dortigem Recht eine Ehe einzugehen.

Mit seinen Stränden, schneebedeckten Bergen und üppigen Wäldern bietet Neuseeland eine atemberaubende Kulisse für Hochzeitfotos. Aber es bietet gleichgeschlechtlichen Paaren aus Deutschland und vielen anderen Ländern der Welt noch etwas, was sie zu Hause nicht bekommen oder bislang nicht bekamen: die Chance, legal zu heiraten.

Neuseeland hat 2013 die gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert und ist seitdem ein Magnet für Ausländer, die heiraten wollen. Im Jahr 2016 wurden schätzungsweise die Hälfte der neuen Ehen unter ausländischen Paaren geschlossen. Fast 60 Prozent davon waren Australier, 17 Prozent Chinesen - in beiden Ländern ist die gleichgeschlechtliche Ehe verboten. Insgesamt kamen Paare aus 27 Ländern. Im Vergleich: Für eine heterosexuelle Hochzeit reisten elf Prozent aus dem Ausland an.

Zur Hochzeitsplanerin Amanda Wignell aus Auckland kommen seit der Gesetzesänderung immer mehr ausländische homosexuelle Paare. «Ich fotografiere seit über 14 Jahren Hochzeiten, und die gleichgeschlechtlichen Zeremonien berühren mich», sagt sie. «Die Paare haben einen langen Weg hinter sich, bis sie sich das Eheversprechen geben und die Ringe austauschen können. Sie sind sehr dankbar, dass Neuseeland ihnen diese Möglichkeit eröffnet.»

Andre Witzel und Simon Hillenbrand aus dem hessischen Fulda haben erst Anfang Juni am Sandstrand von Piha an der Westküste der Nordinsel geheiratet. «Der Grund für eine Heirat in Neuseeland war für uns einfach die Schönheit des Landes, die Traumvorstellung, an einem kilometerlangen Strand zu stehen und mit Sonne im Gesicht lächelnd "Ja" zu sagen.» Zunächst können sie sich in Deutschland die Eheschließung als eingetragene Lebenspartnerschaft anerkennen lassen, bald dann wohl als Ehe.

Mercer und sein thailändischer Ehemann Nattanan Suntisawee suchten sich für die Hochzeit die Insel Waiheke vor Auckland aus, weil diese sie an den Norden Australiens und Süden Thailands erinnerte.

Dawn und Zephie aus Singapur, die ihren Nachnamen nicht in den Medien lesen wollen, haben vor zwei Jahren in Auckland geheiratet. «In Singapur ist die gleichgeschlechtliche Ehe nicht staatlich anerkannt. Es ist bedauerlich, dass diese Industrienation immer noch sehr konservativ ist», sagt Dawn.

Obwohl die gleichgeschlechtliche Ehe in Neuseeland inzwischen legalisiert ist, stand das Paar zu Hause unter Druck, seine Beziehung geheim zu halten. Nicht einmal die Eltern wissen bis heute von der Hochzeit. Bei der Hochzeitsfeier waren denn auch nur drei Gäste aus Singapur anwesend.

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