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Tierquälerei auf Hof bei Perl gestoppt

(2010-03-11 20:02:38)

Kühe beschlagnahmt

Von SZ-Redakteur Gerhard Franz


Foto: dpa
Die Landesregierung hat einem Bauern, der seit Jahren Kühe im Dreck stehen und verenden lässt, die Tiere wegnommen. Indessen häufen sich auch Beschwerden über eine vernachlässigte Schafherde.

Saarbrücken. Einen schweren Fall von Tierquälerei, der die Veterinäre und die Ordnungsbehörden seit Jahren beschäftigt, hat die Landesregierung am Freitag beendet. So hat Umwelt-Staatssekretär Klaus Borger (Grüne) am Freitag mitgeteilt, dass die „Beschlagnahmung der Tiere und deren tierschutzgerechte Unterbringung“ durchgeführt worden sei.

Auf diesen Fall hatte am Mittwoch der Präsident des Saarlouiser Verwaltungsgerichts, Ulrich André, aufmerksam gemacht, als er die Zustände auf einem Bauernhof im Kreis Merzig anprangerte und dabei die Veterinärbehörde scharf angriff. Die Rinderhaltung auf diesem Bauernhof sei in einem üblen Zustand, und dies sei auch schon seit 1993 bekannt, so André.

Elend beenden
Zum Teil stünden die Kühe bis zum Bauch im eigenen Mist. Oder der Mist liege so hoch, dass die Tiere oben drauf stünden und den Kopf nicht mehr heben könnten. Mangels Licht und Luft hätten sich bei den Rindern Ekzeme ausgebildet. Ferner lägen tote Tiere bis zur Verwesung herum, während nebenan Kälber zur Welt kämen. Vor diesem Hintergrund ärgerte sich André über das Ansinnen der Veterinärbehörde, den Bauern zur Installation von elektrischem Licht im Kuhstall zu zwingen. Der Richter zog für sich den Schluss: „Es geht nicht darum, dass das Elend auch noch ausreichend beleuchtet wird, sondern darum, das Elend zu beenden.“

Dieser Angriff auf die tierquälerische Rinderzucht traf im Landtag auf offene Ohren. Wie der Vorsitzende des Umweltausschusses, Karl Josef Jochem (FDP), im Anschluss an die Sitzung seines Gremiums mitteilte, sei quer durch die Parteien eine Beendigung dieser Zustände gefordert worden. Jochem: „Alle Fraktionen waren bestürzt, dass in diesem Fall nicht rechtzeitig gehandelt worden war.“

Zugleich sorgte der Vertreter der Landesregierung im Umweltausschuss für einen Eklat, indem er den Angriff des Gerichtspräsidenten auf die Veterinärbehörde damit konterte, dass er von einem „Justizskandal“ sprach. Diese Richterschelte wurde seitens der SPD kritisiert. Dazu Jochem: „Das war eine unglückliche Äußerung des Vertreters der Landesregierung im Ausschuss.“ Nach der Umwelt-Ausschusssitzung forderten alle Landtagsfraktionen in Presseerklärungen, dass die Zustände auf dem Bauernhof sofort beendet werden müssten.

Auch Schafherde unter Beobachtung

Unterdessen beschwerten sich Bürger vom Saargau bei unserer Zeitung auch über schlimme Zustände in einer Schafherde, deren gerade geborene Lämmer zum Teil auf schlammigen Koppeln verendeten. Manchmal brächen die unbeaufsichtigten Tiere auch aus und streunten durchs Dorf, über die Straßen oder über Pferdekoppeln. Im Umweltministerium hieß es, dass man sich um diese Herde kümmere.





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