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Aktion Anti-Abtreibung: Plastik-Embryos im Briefkasten

(2010-08-13 19:31:50)

Mit einer provokanten Aktion will ein Verein vor Abtreibungen warnen

Sonja Riedel (SZ)


Abtreibungsdebatte
Das Modell eines zehn Wochen alten Embryos will der Verein Durchblick ab Dienstag an alle saarländischen Haushalte verschicken, um vor Abtreibungen zu warnen. Das stößt bei Politik und Pro Familia auf Kritik. Foto: Uli Deck (dpa)
Saarbrücken. Mit einer provokanten Aktion will der Verein Durchblick darauf aufmerksam machen, dass auch das ungeborene Kind bereits ein vollwertiger Mensch sei. Ab Dienstag, 17. August, will der Verein an alle Haushalte im Saarland mit Tagespost ein Modell eines Embryos im Alter von zehn Wochen verschicken. Diese Aktion werde allein durch Spenden finanziert und koste 63.000 Euro, sagt Vorsitzender Thomas Schührer. „Eine Kampagne, die sich für das Leben ausspricht, ist zu begrüßen“, erklärt Hermann Scharf, sozialpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion.

Kinderschuhe symbolisieren Abbrüche

Der Verein Durchblick kommt aus Baden-Württemberg und ist grundsätzlich gegen Abtreibungen. Zusätzlich zu dem Verschicken der Embryomodelle stellten die Mitglieder gestern in der Saarbrücker Innenstadt 1278 Paar Kinderschuhe auf. Die Zahl entspricht den Abtreibungen, die im vergangenen Jahr an saarländischen Frauen vorgenommen wurden, wie das Statistische Amt Saarland auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung bestätigte.

In Deutschland dürfen Frauen bis zum Ende der zwölften Schwangerschaftswoche strafffrei abtreiben lassen, wenn sie vorher an einer staatlich anerkannten Beratung teilgenommen haben. Diese Beratung geht Thomas Schührer nicht weit genug.  „Wenn ich schon auf der Internetseite von Pro Familia lese, dass bei einer Abtreibung nur Schwangerschaftsgewebe entfernt wird“, sagt Schührer. Der katholische Verein wolle darauf aufmerksam machen, dass bei jeder Abtreibung ein Mensch getötet werde.


 

 
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