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Korrupte Saarländerin muss zweieinhalb Jahre in den Knast
(2010-03-11 12:21:12)
Saarbrücken. Die frühere Einkaufsleiterin eines großen Unternehmens im Saarland ist gestern wegen Bestechlichkeit in 178 Fällen zu zweieinhalb Jahren Gefängnis ohne Bewährung verurteilt worden. Die 46-Jährige hatte vor dem Landgericht zugegeben, dass sie in den Jahren 2000 bis 2006 von Geschäftspartnern Geld und andere Vorteile erhalten hatte. Im Gegenzug seien diese Firmen bei Auftragsvergaben und Preisgestaltung bevorzugt worden. Der Ehemann der Hauptangeklagten, der ebenfalls in der Firma tätig war, wurde wegen Beihilfe zu zwei Jahren Gefängnis mit Bewährung und 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt, seine Schwester als „kleinstes Rädchen im System“ zu 700 Euro Geldstrafe.
Die 46-Jährige betonte in ihrem Schlusswort: „Mir wird so etwas nie wieder im Leben passieren.“ Künftig werde sie genau darauf achten, keine persönlichen Verhältnisse im Geschäftsleben mehr zuzulassen. Dann könne so etwas wie damals auch nicht mehr unter dem Etikett vermeintlicher Freundschaft laufen.
Ganz so harmlos stuften die Richter den Fall dann aber doch nicht ein: Die Angeklagte habe ihre Vertrauensstellung ausgenutzt und mit der Hilfe ihres Ehemannes ein regelrechtes System zur Zahlung von Bestechungsgeldern aufgebaut. Das habe begonnen mit der Bezahlung von Oktoberfestbesuchen oder Reparaturarbeiten im Privathaus der Eheleute durch Geschäftspartner. Anschließend seien Scheinfirmen für Dienstleistungen gegründet worden. Diese hätten den Geldgebern Rechnungen über nicht erbrachte Leistungen ausgestellt und so die Zahlung von Bestechungsgeldern an die Hauptangeklagte verschleiert. Das Ganze sei ein mit hoher krimineller Energie umgesetztes System gewesen. Ein System, in das wohl mehr als 400 000 Euro geflossen seien. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. wi
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