Aufmacher
„Gondwana allein ist zu wenig“
(2010-02-11 07:51:55)
Kreistag erhofft sich noch viel vom Zukunftsort Reden
Die Entwicklung auf dem riesigen Areal der ehemaligen Grube Reden bleibt für den Kreis Neunkirchen von elementarer Bedeutung. Alle fünf im Kreistag vertretenen Parteien einigten sich auf eine gemeinsame Resolution.
Ottweiler. Im Januar platzte die Bombe. Erst kritisierte der Landesrechnungshof die millionenschwere Förderung des Erdzeitparks Gondwana. Dann warf Investor Matthias Michael Kuhl entnervt das Handtuch und kündigte an, dass er angesichts dieser Stimmungslage im Saarland das Projekt unverzüglich beenden wolle. Schließlich ließ er sich noch einmal umstimmen. Und jetzt schmiedet der kapitalkräftige Saurier-Fan wieder neue Investitionspläne für Reden.
Doch die Schockwirkung von Kuhls Rückzugsdrohung zeigt nach wie vor Wirkung. Inzwischen reift auch unter Kritikern der üppigen Förderung aus Steuermitteln die Einsicht, dass man die Kuhl gemachten Zugeständnisse höchstens der Landesregierung, aber wohl kaum dem Investor selbst anlasten kann. Kuhl und sein Projekt werden parteiübergreifend wieder umworben.
Diese Sicht der Dinge prägte auch die Kreistagssitzung am Dienstagabend im Ottweiler Landratsamt. Verhandelt wurde eine Resolution, deren Urfassung die CDU eingebracht hatte, „um der negativen Resonanz gegen den Investor entgegenzutreten“, wie der christdemokratische Fraktionsvorsitzende Lothar Dietz betonte. Der Kreistag behandelte das Thema Reden sensibel und vermied es, politische Kontroversen, die es im Landtag gegeben hatte, aufzukochen. So waren sich alle schnell einig, dass die Fortführung der in Reden angestoßenen Entwicklung für den Kreis Neunkirchen elementare Bedeutung hat. Die Landesregierung wurde mit der Bitte bedacht, sich weiter für Reden einzusetzen. Kritik à la Rechnungshof gab es auch nicht ansatzweise.
In der von Jörg Britz und Cornelia Hoffmann-Bethscheider (beide SPD), Peter Schneider (FDP), Bernd Thul (Grüne), Ingrid Janke (Linke) und Lothar Dietz (CDU) geprägten Diskussion ging es darum, dass Gondwana wohl die Leitinvestition für Reden ist, dass darüber hinaus aber noch weit mehr auf dem Riesengelände der ehemaligen Grube passieren müsste. Die Nutzung regenerativer Energien wurde genannt, die Ansiedlung einer Forschungseinrichtung.
Die konkretesten Vorstellungen entwickelte Cornelia Hoffmann-Betscheider. Sie denkt beispielsweise auch an die Ansiedlung von Handwerksbetrieben. Einen kritischen Blick warf sie auf das mit viel Geld sanierte Zechengebäude. „Was passiert da jetzt nach dem Abbau der Ausstellung „Das Auge des Himmels“, fragte sie. Ingrid Janke (Linke) formulierte einen Wunsch an Investor Kuhl: Familienfreundliche Eintrittspreise und weitere sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze.
Landrat Rudolf Hinsberger hatte schon vorher ausgedrückt, was wohl alle dachten: „Die wichtige Botschaft ist, dass es in Reden weitergehen muss und weitergehen kann.“
|
|


