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ICE-Anschlag bei Homburg: Mordversuch?

(2010-03-04 19:16:01)

Staatsanwalt ermittelt

Von SZ-Redakteur Michael Jungmann


ICE Zug
Foto: dpa
Auf die ICE-Strecke Saarbrücken-Frankfurt sollte offenbar ein Anschlag verübt werden. Ein Baumstamm wurde bei Limbach ins Gleis eingeklemmt. Der Staatsanwalt geht von Mordversuch aus.

Saarbrücken/Kirkel.
Nach dem bislang unbekannte Täter einen Baumstamm bei Kirkel-Limbach in das Schotterbett der Bahngleise eingeklemmt haben, ermittelt die Staatsanwaltschaft Saarbrücken jetzt wegen versuchten Mordes. Dies bestätigte Pressestaatsanwalt Bernd Meiners am Donnerstag (04.03.2010) auf Anfrage der SZ.

Am Dienstagabend war eine Regionalbahn trotz einer Notbremsung in das Hindernis gefahren. Die Ermittler gehen offenbar davon aus, dass versucht werden sollte, einen ICE von Saarbrücken nach Frankfurt, der auf dieser viel befahrenen Strecke verkehrt, zum Entgleisen zu bringen.

Polizei-Großaufgebot untersucht die Strecke

In unmittelbarer Nähe des Tatortes bei Streckenkilometer 25,2 führt die Bahnlinie unter einer Autobahnbrücke durch. Für den ICE ist an dieser Stelle eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h vorgesehen. Die Bundespolizeiinspektion Bexbach ist derzeit mit einem
Großaufgebot auf dem Streckenabschnitt unterwegs. Auch am Donnerstag Abend war wieder ein Hubschrauber mit Nachtsichtgerät im Einsatz.

Die Staatsanwaltschaft bestätigte Informationen unserer Zeitung, wonach es bereits am Montagabend zu einem Zwischenfall in diesem Streckenteil gekommen ist. Der Lokführer des ICE 9550 von Frankfurt nach Paris meldete gegen 22 Uhr, er habe einen heftigen Schlag gegen den Zug bemerkt. Eine nachfolgende Regionalbahn informierte über Notruf, dass ein Baumstamm auf dem Gegengleis liege. Ein Zug, der wenige Minuten später in Richtung Homburg fuhr, konnte deshalb noch rechtzeitig stoppen.

Bereits früher ähnliche Vorfälle

Nach dem weiteren Vorfall mit der Regionalbahn am Dienstagabend überprüften Bundespolizisten die Gleisanlagen exakt. Sie stellten fest: Auf einer Distanz von etwa zwei Kilometern war an mehreren Stellen Schotter aus den Gleisen geräumt. Die Polizei vermutet, dass hier Vorbereitungen getroffen wurden, um Hindernisse in die Bahnstrecke einzuklemmen.

Wie unsere Zeitung heute aus Kreisen der Deutschen Bahn erfuhr, soll es bereits vor zwei Jahren ähnliche Vorfälle auf diesem ICE-Streckenabschnitt gegeben haben.






 

 
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