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Tierquälerei bei Perler Bauer: Irrfahrt der armen Kühe noch immer nicht zu Ende

(2010-04-11 20:16:07)

Streit darum spaltet die Saar-Politik...




Foto: dpa
Der Streit um die beschlagnahmten Kühe spaltet die Politik: Die SPD-Landtagsfraktion kritisiert die Landesregierung, Umwelt-Staatssekretär Borger fordert stringenten Tierschutz von der Verwaltung.


Von SZ-Redakte
ur Gerhard Franz

Saarbrücken. Das Drama einer Kuhherde vom Saargau, die Ende Februar einem Bauern weggenommen wurde, war auch an diesem Wochenende noch nicht beendet. Nachdem, wie mehrfach berichtet, dem Landwirt 15 Rinder zurückgegeben worden waren, weil er die behördlichen Auflagen erfüllte, sollte der Rest zwischenzeitlich weiterverkauft werden. Doch der Tierhändler, der 16 Kühe übernahm, von denen inzwischen zwei verendet sind, weigert sich, die Tiere herauszugeben. Zunächst müsse der Landwirt, der bereits 4400 Euro für Unterhalt und Transport bezahlte, für zusätzliche Unkosten des Viehhändlers aufkommen, hieß es am Freitag noch.

Zunächst waren die Tiere nach Informationen unserer Zeitung in einem Stall bei Saarburg untergebracht; doch dann mussten die Kühe wegen Platzmangels diesen Stall räumen, wobei sich ein Teil von ihnen mittlerweile auf einem Hof bei Breitenbach in der Westpfalz befindet. Nähere Angaben, unter welchen Umständen zwei Tiere verendeten, fehlen bisher. Für die SPD-Landtagsfraktion kommentierte Anke Rehlinger: „Was wir hier beobachten, ist ein unglaublich unprofessionelles Vorgehen der Landesregierung.“ Jedoch weist sie darauf hin, dass der früher zuständige Landkreis es versäumt habe, bei Missständen auf dem Bauernhof rechtzeitig gegen den Landwirt durchzugreifen. Dann, so Rehlinger, „wäre es so weit gar nicht erst gekommen“.

Eine Lücke im Tierschutzrecht erkennt der CDU-Parlamentarier Günter Heinrich. Angesichts zunehmender Probleme in der Tierhaltung regt er an, dass das Tierschutzgesetz ergänzt wird, um die Beschlagnahmung von Vieh von vornherein zu klären. Etwa bei „Personen, die nachweislich gegen den Tierschutz verstoßen, und denen man die Zuverlässigkeit, ähnlich wie im Jagd- oder Waffenrecht, aberkennen muss“.

Der CDU-Politiker erklärt weiter: „Solche Probleme wie auf dem Saargau werden uns noch öfter beschäftigen; deshalb müsste man sie auch dauerhaft regeln.“

Umwelt-Staatssekretär Klaus Borger (Grüne), räumt ein, dass die Voraussetzungen für einen stringenten Tierschutz, wie seine Partei ihn in den Koalitionsvereinbarungen anstrebte, zunächst erst in der Verwaltung geschaffen werden mussten. Das bedeute, dass das entsprechende Referat aufgebaut werden müsse, während zuvor für Tierschutzaufgaben nur eine halbe Stelle vorgesehen gewesen sei. Auch wolle man in Zukunft eine engere Kooperation mit Tierschutzverbänden am Runden Tisch pflegen. Sicher, so Borger weiter, brauche man auch eine Strategie dafür, wenn man eine Herde von Rindern oder Schafen beschlagnahmen müsse. „Das Problem ist erkannt, aber dafür gibt es im Moment noch keine eindeutige Lösung“, so der Staatssekretär.

 



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