Anzeige

Aufmacher

Streit um Gewerbesteuer macht Reform schwierig

(2010-11-08 07:59:14)

Die von Schwarz-Gelb geplante Neuordnung der Kommunalfinanzen steht vor dem Aus. Die Städte beharren auf der Gewerbesteuer, und der Vorschlag Schäubles für eine kommunale Einkommensteuer stieß auf massive Kritik.

André Stahl


Berlin. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) kommt nicht voran. Kaum lag der neueste Vorschlag zur Reform der Kommunalfinanzen auf dem Tisch, da wurde er auch schon zerrissen – selbst in der Koalition. Der vom schwarz-gelben Regierungsbündnis Anfang März lautstark gestarteten „Gemeindefinanzkommission“ droht dasselbe Schicksal wie den Vorgängern: ein Scheitern.

Die Kommunen wollen an der Gewerbsteuer, ihrer bisher wichtigsten eigenen Einnahmequelle, unbedingt festhalten. Damit hat sich jetzt auch Schäuble abgefunden. Er will vorerst nicht mehr an der Gewerbesteuer rütteln. Was den Koalitionspartner FDP ärgert. Wenn der Städtetag von einem Lichtblick spricht, dann meint er nicht nur Schäubles Zusage zur Gewerbesteuer, sondern auch das Angebot, einen Teil der Soziallasten zu übernehmen. Für Unmut unter Städten sorgt dagegen die Idee, dass künftig jede Kommune einen Zuschlag auf die Einkommensteuer erheben darf. Die Höhe soll jede Gemeinde innerhalb einer Bandbreite selbst bestimmen. Was für Bürger zu unterschiedlichen Belastungen führt – je nach Wohnort.

Befürchtet wird, dass Kommunen mit immer niedrigeren Steuersätzen um Besserverdiener buhlen zulasten der „Kernstädte“. Diese aber finanzieren viele Einrichtungen, von denen der billigere Speckgürtel profitiert. Ein „Spaltervorschlag“ sei dies, wettert SPD-Fraktions-Vize Joachim Poß.

 

 
:: Diesen Artikel kommentieren





Kommentare

ZULETZT KOMMENTIERT



AUCH INTERESSANT

Anzeige

Tagesausgabe als PDF ePaper-Abo Abonnement Druckausgabe Infos zur SZ-App für das iPad SZ-Aboinfo
Terminsuche
SOL.DE auf facebook




Anzeige

Info Linktipps
Anzeige

TOP-5-ARTIKEL


Partnerangebote: