Anzeige

Aufmacher

Noch nicht zu Ende: Irrfahrt der Saargau-Rinder geht weiter

(2010-04-28 10:08:32)

Offenbar drei Kühe verendet

Gerhard Franz (SZ)


Weidende Kühe
Ein Teil der Rinderherde, die auf dem Saargau beschlagnahmt wurde, vagabundiert weiter umher. Das Umweltministerium hat seine Bemühungen, zwischen dem Viehhändler und dem Besitzer zu vermitteln, eingestellt. Foto: Karl-Josef Hildenbrand (dpa)
Merzig. Der Kampf um die Rinder des Bauern, dem im Februar ein Teil seiner Herde beschlagnahmt wurde, scheint verloren. Das Landesamt für Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz, das sich für das Umweltministerium bisher um den Verbleib der Rinder kümmerte, hat jedenfalls seine Bemühungen eingestellt. So stellte ein Vertreter des Landesamts dieser Tage in einem Schreiben an Andreas Schneiderlöchner, den Rechtsanwalt des Bauern, fest: „Leider waren meine Vermittlungsversuche nicht erfolgreich. Unter diesen Umständen sehe ich keine Möglichkeiten mehr, zwischen den Parteien zu vermitteln.“

Die Problematik um diese Rinderherde hatte begonnen, kurz nachdem dem Bauern vom Saargau seine Herde von 31 Tieren beschlagnahmt worden war. Das Umweltministerium hatte bei dieser Aktion die Unterstützung aller Landtagsfraktionen, nachdem das Verwaltungsgericht wenige Tage zuvor die seit Jahren umstrittene Tierhaltung auf diesem Hof angeprangert hatte.

Wo sind drei Kühe geblieben?

Doch als kurz darauf dem Bauern unter dem Protest von Tierschützern zugestanden wurde, einen Teil seiner Tiere zurückzunehmen, begann für den Rest der Herde eine nicht nachvollziehbare Irrfahrt, bei der inzwischen nach Darstellung von Schneiderlöchner mindestens drei Rinder auf nicht geklärte Art verendet sein müssen. Denn es werde, so der Anwalt, von dem Tierhändler, dem die Rinder vom Ministerium aus übergeben worden waren, nur für neun Tiere das Geld für Unterhalt und Verpflegung verlangt, während es sich aber nach den Daten der Übergabe um zwölf Kühe handeln müsse.

Ende des Streites nicht in Sicht

Zunächst waren die Tiere einem Viehhändler in Rheinland-Pfalz überantwortet worden, der jedoch bald auf seinem Hof keinen Platz mehr hatte, weshalb er sie auf einen anderen Hof im Raum Kusel verfrachten ließ. Doch als der Bauer vom Saargau die Tiere dort abholen lassen wollte, um sie zu vermarkten, wurden sie nicht herausgegeben. Erst müsse der Bauer das gesamte Geld für Unterhalt und Transporte zahlen. Dazu Anwalt Schneiderlöchner: „Die haben die Kosten pro Tier und pro Tag unter der Hand von zwei auf zehn Euro erhöht.“ Sein Mandant habe bisher bereits 4390 Euro für Transport und Unterhalt an den Viehhändler gezahlt. Ein Ende dieses unsäglichen Streites ist nicht in Sicht, wobei der Rechtsanwalt seinen Mandanten vom Land im Stich gelassen sieht.

Anwalt: Mandant habe Tiere nicht gequält

Im Übrigen weist der Anwalt darauf hin, dass sein 68-jähriger Mandant nicht tierquälerisch mit den Rindern umgegangen sei. Die Schilderungen über die Zustände im Stall basierten auf Vorwürfen, hätten aber mit der Realität nichts zu tun. Ein Fall, bei dem eine Kuh nach einer Geburt auf dem Hofgelände liegen geblieben sei, ohne dass der Bauer eine sofortige Einschläferung erlaubt habe, treffe zu. Da habe das Kalb zunächst lernen müssen, an seiner Mutter zu säugen. Man wollte das Jungtier retten, heißt es.



Mehr zum Thema:

 

 
:: Diesen Artikel kommentieren





Kommentare

ZULETZT KOMMENTIERT



AUCH INTERESSANT

  • Gericht Prozess Saarbrücker bricht bei Mutter ein, muss in Psychiatrie

    Das Saarbrücker Landgericht hat einen psychisch kranken Bauschlosser zur Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie verurteilt. Der Saarbrücker war mehrmals in die Wohnung seiner Mutter eingebrochen. Diese hatte ihn daraufhin angezeigt.
  • Gericht Prozess Bewährungsstrafen wegen Schlägerei nach Prozess verhängt

    Vor dem Landgericht Saarbrücken kam es 2008 zu einer Massenschlägerei zwischen verfeindeten kurdischen Familien. Die mutmaßlichen Täter wurden jetzt zu Bewährungsstrafen zwischen vier Monaten und anderthalb Jahren verurteilt.
  • Handelten zwei Zweibrücker Männer mit Drogen?

    In einem Prozess vor dem Zweibrücker Landgericht wird seit gestern (14.05.2012) zwei Angeklagten vorgeworfen, vom 27. Oktober bis 19. November vergangenen Jahres in Zweibrücken mit Drogen gehandelt zu haben.
  • Gericht Prozess Angeklagter Therapeut lässt Richter warten

    Spielt der Angeklagte mit dem Gericht Katz und Maus? Diesen Eindruck konnte man vorige Woche vor dem Landgericht gewinnen. Der Angeklagte blieb dem Gericht fern – ohne ausreichende Entschuldigung.
Anzeige

Tagesausgabe als PDF ePaper-Abo Abonnement Druckausgabe Infos zur SZ-App für das iPad SZ-Aboinfo
Terminsuche
SOL.DE auf facebook




Anzeige

Info Linktipps
Anzeige

TOP-5-ARTIKEL


Partnerangebote: