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Losheimer Wirtschaftsforum fordert Nordsaarlandstraße

(2012-04-13 12:38:10)

Das Wirtschaftsforum Losheim am See hat sich eindringlich für die Realisierung der Nordsaarlandstraße inklusive der umstrittenen Nordumfahrung Merzig ausgesprochen.

Von SZ-Redakteur Christian Beckinger


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Das Losheimer Wirtschaftsforum hat sich eindringlich für die Realisierung der Nordsaarlandstraße ausgesprochen. Foto: dpa (Symbolbild)
Losheim. In einer Erklärung nach der jüngsten Sitzung des Losheimer Wirtschaftsforums betonen dessen Sprecherin Marion Buchmann und der Losheimer Bürgermeister Lothar Christ die „enorme wirtschaftliche Bedeutung der Nordsaarlandstraße für den Standort Losheim und den gesamten Hochwaldraum“. Die Mitglieder des Wirtschaftsforum zeigten sich nach den Worten von Buchmann und Christ besorgt, dass die Straße nochmals grundsätzlich in Frage gestellt wird. Anlass hierfür seien widersprüchliche Aussagen aus den Reihen der Jamaika-Koalition, was die Realisierung der Nordumfahrung Merzig als dem entscheidenden Baustein der Straße betrifft.

„Die Nordsaarlandstraße ist für den Hochwaldraum von existenzieller Bedeutung und trägt insgesamt zur Verbesserung der Verbindung zwischen den Bundesautobahnen A8 im Westen und der A1 im Osten bei. Sie sorgt für einen in vertretbarer Zeit erreichbaren Autobahnanschluss und ist ein wichtiger Standortfaktor für Gewerbe, Dienstleistungen und Tourismus in den Gemeinden Losheim am See, Weiskirchen und der Stadt Wadern“, heißt es in der Erklärung. Die Realisierung der Nordsaarlandstraße werde „die vorhandenen Potenziale wesentlich aufwerten und fördern und für Neuansiedlungen attraktiver gestalten“. Bereits heute sei ersichtlich, dass sich gewerbliche Neuansiedler primär an den Hauptverkehrsachsen ansiedeln. Diesbezüglich würden für den gesamten Landkreis wesentliche Akzente gesetzt.

„Nicht zuletzt wird die Nordsaarlandstraße erheblich zur Entlastung der zurzeit von dem Verbindungsverkehr zwischen den beiden Autobahnen betroffenen Ortsdurchfahrten im Bereich Merzig und Mettlach beitragen“, heißt es vom Wirtschaftsforum weiter. Mit der Nordsaarlandstraße rücke die Region Hochwald, in Fahrzeit gemessen, näher an den „Speckgürtel“ um die Stadt Luxemburg heran. Damit hätten Merzig und der Hochwald die Chance, über den Zustrom von Pendlern „vom steigenden Beschäftigungspotenzial des Verdichtungsraumes Luxemburg nachhaltig zu profitieren“. Auch wäre der Landkreis für die Touristen aus dem Großraum Luxemburg-Belgien-Frankreich besser erreichbar, „was zu einer deutlichen touristischen Aufwertung der Region führt“.

Ohne Nordsaarlandstraße hingegen wäre der Landkreis weiterhin infrastrukturell vom Rest des Saarlandes abgeschnitten, „und das Saarland hört tatsächlich hinter Dillingen auf“. Die Nordsaarlandstraße stellt für das Wirtschaftsforum eine zentrale Leitinvestition für den Kreis Merzig-Wadern und das nördliche Saarland dar, gleichwertig mit der „Stadtmitte am Fluss“ in Saarbrücken oder dem Feriendorf Bostalsee im Kreis St. Wendel.

„Wichtige Investition in die Zukunft“

Der Bau der Nordsaarlandstraße samt Nordumfahrung Merzig sei für die wirtschaftliche Entwicklung des Grünen Kreises eine wichtige Investition in die Zukunft, betont FDP-Kreischef Patrick Maurer.

Merzig.
Der FDP-Kreisvorsitzende Patrick Maurer hat die strikte Ablehnung der Nordumfahrung Merzig durch den Naturschutzbund (Nabu) scharf kritisiert. Maurer bezog sich auf Aussagen des Landesvorsitzenden Ullrich Heintz, der unter anderem eine Klage seines Verbandes angekündigt hatte, sollte die Straße tatsächlich realisiert werden (die SZ berichtete).

„Es erfüllt mich mit großem Erstaunen, wenn man feststellen muss, wie stark sich der Nabu in der Frage des Baus der Nordumfahrung Merzig als Endstück der Nordsaarlandstraße engagiert. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass es für ihn sonst keine Themen mehr gebe“, findet Patrick Maurer. Offenbar habe man bei dem Naturschutzverband aus der Volksabstimmung in um Stuttgart 21 nichts gelernt.

„Die übergroße Mehrheit der Menschen will, dass sich zukünftig etwas ändert. Die Bürger in Merzig sind es leid, dass sie Morgen für Morgen wertvolle Zeit und Geld auf dem Weg zu ihrer Arbeit oder zur Schule verschwenden müssen, nur weil eine ganz kleine Minderheit mehr Wert auf einen vermeintlichen Tierschutz als auf das Wohlergehen der Menschen legt“, erklärt der FDP-Kreisvorsitzende. Gerade aktuell gebe es den Fall, dass in Fitten Schulkinder andauernd lange auf den verspäteten Schulbus warten müssen, weil in Merzig alles „dicht“ sei und der Verkehr nicht fließe. Dies sei ein unzumutbarer Zustand. Gäbe es die Nordumfahrung, wäre dieses Problem erst gar nicht entstanden.

Maurer: „Die Feststellung des ehemaligen Grünen-Kreisvorsitzenden Stefan Müller in der SZ, dass man besser bezahlte Lehrer, besser ausgestattete Schulen und Kindertagesstätten brauche, ist vollkommen richtig.“ Dass man daher auf den Bau der Nordumfahrung verzichten solle, sei aber die falsche Schlussfolgerung. Man dürfe nicht vergessen, dass dies alles viel Geld koste, was zunächst erwirtschaftet werden müsse. „Damit dies zukünftig gelingen kann, muss die Infrastruktur im Kreis zukunftsfähig sein.“ Darum brauche man die Nordsaarlandstraße in ihrer kompletten Version, denn sie sei wirtschaftlich zwingend notwendig, „will man nicht auf absehbare Zeit den Hochwald verkehrstechnisch und damit wirtschaftlich benachteiligen“, betont Maurer, der sich zu der Straße bekennt: „Die Nordumfahrung ist und bleibt für die Entwicklung des Kreises und der Stadt Merzig eine Investition in die Zukunft.“ cbe

 

 
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