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Jung: Linsler ist für sein Amt nicht geeignet

(2010-02-18 09:07:13)

Revolte gegen Linke-Chef




Foto: dpa
Saarbrücken.
Es brodelt schon lange in der Linke-Stadtratsfraktion. Gestern ist der Vulkan ausgebrochen. Winfried Jung, einer der elf Linke-Stadtverordneten, hat dem Chef der Fraktion, Rolf Linsler, den Rücktritt nahegelegt. Damit ist ein Konflikt eskaliert, der kurz nach der Stadtratswahl im Sommer vergangenen Jahres begann und am Montagabend seinen Höhepunkt erreicht zu haben schien.

Da wurde den Medien nämlich ein Brief zugespielt, in dem fünf der elf Linke-Stadtverordneten ihre Kolleginnen und Kollegen auffordern, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Gabriele Ungers abzuwählen. Unterzeichnet ist der bereits am 12. Februar verfasste Brief von Claudia Stader, Jessica Zeyer, Eric Barth, Michael Bleines und Winfried Jung.

Ihr Vorwurf: Ungers hat in Vertretung Linslers am 8. Februar an der Sitzung aller Fraktionsvorsitzenden teilgenommen, in der Oberbürgermeisterin Charlotte Britz über die Sparpläne der Verwaltung informiert hatte. In der anschließenden Fraktionssitzung dazu von Ungers kein Wort. Während die Kollegen von SPD, CDU, Grünen und FDP bereits heftig über Schwimmbadschließungen diskutierten und Journalisten ihre Berichte schrieben, debattierten die Linken über „den Schreibstil von Niederschriften“.

Rolf Linsler, der auch Landesvorsitzender seiner Partei ist, will die Kritik der fünf Stadtverordneten nicht gelten lassen. Es gebe „eine Handvoll Unzufriedener“, sagte er gestern. „Der Wortführer“ sei wohl vor allem unzufrieden, weil er im Sommer nicht selbst stellvertretender Vorsitzender geworden ist. Gemeint ist Winfried Jung, der Betriebsratsvorsitzende der Saarbahn, der im Sommer 2008 unter anderem dadurch auf sich aufmerksam machte, indem er mit über 200 Busfahrern im Gefolge in die Linkspartei eingetreten ist.

Der Stadtverordnete Eric Barth sei unzufrieden, weil statt seiner der Büroleiter Lafontaines Dezernent wurde. „Ich kann ja menschlich verstehen, dass beide darüber enttäuscht sind, dass sie diese Positionen nicht bekommen haben. Es ist aber noch lange kein Grund, eine solche unnötige Unruhe zu verursachen, was natürlich die Arbeit der Fraktion hemmt“, sagt Linsler.

Es gehe eben nicht darum, „alte Gräben aufzumachen“, sagt Jung. Es gehe um „vertrauensvolle Zusammenarbeit“, die durch Ungers nicht gewährleistet sei. Die Erklärung Linslers verdeutliche dessen Schwäche. „Er disqualifiziert sich dadurch selbst“, sagt Jung. Nun gehe es nicht mehr alleine um Ungers. Auch Linsler sei für sein Amt nicht geeignet.

 

 
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