Saarbrücken

Steuerhinterziehung: Bordell-Besitzer muss hinter Gitter

Von Von Wolfgang Ihl Veröffentlicht: Donnerstag, 26. September 2013, 12:31 Uhr

Ein Bordellchef aus dem Saarland muss wegen Steuerhinterziehung dreieinhalb Jahre in Haft.
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Ein 45-jähriger Bordellchef aus dem Saarland hat fast 400.000 Euro Steuern zu wenig gezahlt – und ist dafür vor dem Landgericht zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Auch ein Kompagnon muss ins Gefängnis. Die Ehefrau des Chefs bekam Bewährung.

Ein Bordellchef aus dem Saarland muss wegen Steuerhinterziehung dreieinhalb Jahre in Haft. Foto: dpa
Ein Bordellbetreiber (45) aus dem Saarland muss wegen Steuerhinterziehung für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Nach Feststellung des Landgerichts in Saarbrücken hatten der frühere Autoverkäufer und seine 44-jährige Ehefrau zwischen 2009 und 2012 beim Betrieb von fünf Bordellen mindestens 388.000 Euro Umsatzsteuer zu wenig gezahlt.

Die Ehefrau wurde deshalb zu zwei Jahren Gefängnis mit Bewährung verurteilt. Die frühere Betreiberin eines Nagelstudios war auf dem Papier Geschäftsführerin einer GmbH, unter deren Dach die Etablissements im Saarland und in Rheinland-Pfalz organisiert waren. Sie kümmerte sich um die interne Organisation der Betriebe und betreute die Prostituierten, die 50 Prozent ihrer Einnahmen für sich behalten durften. Der Mann lenkte faktisch die Geschäfte mit und trat nach außen gegenüber Steuerberatern oder Zuhältern entsprechend auf.

 In den Bordellen arbeiteten überwiegend junge Frauen aus Rumänien, die aus wirtschaftlicher Not in Deutschland der Prostitution nachgingen. Ansprechpartner für die „Lieferung“ dieser Frauen war ein 41-jähriger Rumäne. Er knüpfte die Kontakte zu den Frauen in ihrem Heimatland, organisierte deren Transport ins Saarland und kassierte hier dann bei den Prostituierten ab, die bei ihm ihre „Schulden“ abzahlen mussten. Dafür forderte und bekam der rumänische Angeklagte nach Feststellung der Richter jeweils die Hälfte des Geldes der Frauen.

Im Ergebnis blieb den jungen Prostituierten von dem erarbeiteten Geld damit lediglich ein Viertel übrig. Der 41-Jährige wurde deshalb gestern vor dem Landgericht wegen Menschenhandels und Zuhälterei zu zwei Jahren und sieben Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt. wi

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