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Burbach: Unternehmer investiert Millionen in Großbordell

(2014-04-10 13:54:47)

Saarbrücken. Die Paradise Island GmbH, die in Saarbrücken-Burbach ein neues Großbordell plant, hat ihre Investition verteidigt. Der Investor sieht sich als Vertreter einer „sauberen“ und vom Staat kontrollierten Prostitution.

Von SZ-Redakteur Norbert Freund

Prostitution Prostitutierte Strich Bordell
Ein Investor aus Württemberg baut im Saarbrücker Stadtteil Burbach auf einer Fläche von 5000 Quadratmetern ein Bordell. (Symbolfoto) Foto: dpa (Symbolfoto)
Der Stuttgarter Investor Jürgen Rudloff hat bestätigt, dass er auf einer Fläche von rund 6000 Quadratmetern ein Wellness-Großbordell in Saarbrücken-Burbach baut. Über seinen Sprecher Jürgen Beretin ließ er mitteilen, dass das Etablissement bis zum Jahresende fertig sein soll. Dort sollen rund 50 Frauen arbeiten. Beretin verwahrte sich zugleich gegen die Aussage des Saarbrücker Ordnungsdezernenten Jürgen Wohlfarth, dass die Landeshauptstadt schon „viel zu viele“ Bordelle habe.

 Dort hätten die Frauen keinerlei Freiheiten und müssten das tun, was Inhaber und Kunden von ihnen wollten. Das sei „dirigistische Prostitution, ein Straftatbestand“.
„Große Häuser“ wie das geplante Investment in Burbach seien für die Behörden dagegen „einfach kontrollierbar“. Bei ihm, so Beretin, der nach eigenen Angaben in Saarbrücken Geschäftsführer werden soll, checkten die Frauen wie im Hotel ein und legten selbst fest, von wann bis wann und wie sie arbeiten. Die Räume würden nach jedem Gast gereinigt. Die Frauen müssten regelmäßige ärztliche Untersuchungen nachweisen. Er biete ihnen über die Allianz und die DKV eine Altersversorgung und eine Tagekrankenversicherung an.

Beretin sagte, er sei offen für jede denkbare Kooperation mit Behörden, Polizei oder Selbsthilfegruppen von Prostituierten, solange sie nicht „geschäftsschädigend“ sei. Die geplante Nutzfläche sei mit 6000 Quadratmetern deshalb so groß, damit die Frauen auf drei von insgesamt fünf Stockwerken die Möglichkeit hätten, sich in Räumlichkeiten zurückzuziehen, in denen sie nicht von Freiern behelligt würden, schlafen, fernsehen sowie essen und trinken könnten. Die Frauen zahlten beim „Einchecken“ 79 Euro Eintritt, 23 Euro pro Übernachtung plus 25 Euro Pauschalbesteuerung, die an das Finanzamt abgeführt würden. In der Preisgestaltung mit den Freiern seien sie autonom.
Rudloff betreibt laut Beretin bisher bereits ganz ähnliche Häuser in derselben Größenordnung, wie sie jetzt in Saarbrücken geplant sind, in Frankfurt, Salzburg und Graz. Die Investition in Saarbrücken begründete er mit der Nähe zu Frankreich, wo die Prostitution offiziell verboten ist. Die Investitionssumme betrage viereinhalb Millionen Euro.
Beretin begrüßt ausdrücklich Forderungen aus der Politik nach einer strengeren Regulierung der Prostitution etwa in Form eines „Bordell-Tüvs“ und regelmäßigen behördlichen Kontrollen, wie sie vom Saarbrücker Ordnungsdezernenten Wohlfarth gefordert worden waren.

Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) forderte eine Überarbeitung des rot-grünen Prostitutionsgesetzes von 2002, das die Prostitution liberalisiert hatte. „Gut gemeint ist nicht gut gemacht“, sagte sie. Verwaltung und Polizei sollten künftig wieder direkt auf die Rotlichtkriminalität einwirken und Bordelle verhindern können.  

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