Anzeige

Aufmacher

Maas fordert Volksentscheide auf Bundesebene

(2011-02-18 20:44:15)

SPD-Landeschef plant „dritte gesetzgebende Säule neben Bundestag und Bundesrat“ – Konzept für Bundes-SPD erarbeitet




Der saarländische SPD-Fraktionsvorsitzende Heiko Maas. Foto: dpa
Saarbrücken. Die SPD will Volksentscheide auf Bundesebene einführen. Ein entsprechendes Konzept mit dem Titel „Mehr Demokratie leben“ hat SPD-Landeschef Heiko Maas gestern in Saarbrücken vorgestellt. Maas, der die „Zukunftswerkstatt Demokratie und Freiheit“ seiner Partei leitet, will mit dieser Form der Bürgerbeteiligung „eine dritte gesetzgebende Säule in Deutschland neben Bundestag und Bundesrat aufbauen“.

Vorgesehen im Einzelnen sind die Volksinitiative (Antrag an das Parlament, ein konkret formuliertes Gesetz zu beschließen), das Volksbegehren sowie der Volksentscheid. Mögliche finanzielle Auswirkungen sollen auf 0,5 Prozent des jährlichen Staatshaushaltes begrenzt werden. Vorgebracht werden müssen aber Kostendeckungsvorschläge. Einzig Plebiszite über die Verfassung und das Haushaltsgesetz sollen ausgeschlossen werden. Erfolg sollen die Volksentscheide dann haben, wenn mindestens ein Fünftel der Stimmberechtigten sich an der Abstimmung beteiligen und davon mehr als die Hälfte dem Gesetzentwurf zustimmt. Ein verfassungsändernder Gesetzentwurf gilt als angenommen, wenn mindestens jeder zweite Stimmberechtigte abgestimmt und zwei Drittel davon zugestimmt haben. Durch Offenlegungspflichten soll sicher gestellt werden, dass es nicht zur einseitigen Beeinflussung der Öffentlichkeit durch „finanzintensive Kampagnen und Öffentlichkeitsarbeit“ kommt.

Maas ist sich bewusst, dass die Einführung von Volksentscheiden auf Bundesebene „zu einem Verlust an Einfluss der Parteien“ führen kann. Dafür zwinge es aber die Parteien dazu, sich wieder stärker zu positionieren und für Themen zu streiten. „Demokratie kann schmerzhaft sein“, sagt Maas. Aber sie sei fair. Sein Konzept für Volksentscheide soll nächste Woche vom SPD-Bundesvorstand beschlossen und auf dem Bundesparteitag im Dezember verabschiedet werden. jos

 

 
:: Diesen Artikel kommentieren





Kommentare

ZULETZT KOMMENTIERT



AUCH INTERESSANT

  • RAG zahlt Saarländern Millionen-Entschädigung

    Die RAG Aktiengesellschaft wird mit knapp sieben Millionen Euro saarländische Hauseigentümer entschädigen, die von bergbaubedingten Erderschütterungen betroffen waren.
  • Urteil Gericht Justiz "Nichts Wert": Merziger greift mit Thermoskanne an

    Wegen tätlicher Angriffe auf einen Mitarbeiter der AOK und eine städtische Angestellte stand jetzt ein 49-Jähriger vor Gericht. Er wurde zur Unterbringung in der Forensik auf Bewährung verurteilt.
  • Saarbrücker Finanz-Informatik vor dem Aus

    Ende 2013 macht das Sparkassen- Rechenzentrum, die Finanz Informatik, sechs ihrer neun Standorte dicht – darunter auch die Niederlassung Saarbrücken. Dies haben die Gesellschafter gestern entschieden.
  • Geld Saarland im Sparkurs - Berlin belohnt's mit Geld

    Das Saarland ist bei der Einhaltung der Schuldenbremse auf einem guten Weg. Das zeigt ein Bericht der Haushaltskontrolleure von Bund und Ländern. Sie gaben gestern Millionen-Hilfen frei.
Anzeige

Tagesausgabe als PDF ePaper-Abo Abonnement Druckausgabe Infos zur SZ-App für das iPad SZ-Aboinfo
Terminsuche
SOL.DE auf facebook




Anzeige

Info Linktipps
Anzeige

TOP-5-ARTIKEL


Partnerangebote: