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Prostitution: Landgericht verurteilt Menschenhändler

(2014-04-10 13:52:16)

Saarbrücken. Ein 37-Jähriger und eine 24-Jährige aus Rumänien sollen eine junge Landsmännin nach Saarbrücken gebracht und zur Prostitution gezwungen haben. Das Landgericht verurteilte die beiden gestern zu mehrjährigen Haftstrafen.



Nach Feststellung der Ermittler war der jungen Mutter, die Arbeit suchte, von einer bislang unbekannten Frau vorgespiegelt worden, dass sie auf einer Obstplantage als Hilfsarbeiterin Geld verdienen könne. Foto: dpa
Wegen schweren Menschenhandels, Zuhälterei, Körperverletzung, Vergewaltigung und sexueller Nötigung hat das Landgericht Saarbrücken gestern ein Paar aus Rumänien zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Der Mann (37) soll für vier Jahre und neun Monate ins Gefängnis, die Frau (24) für zwei Jahre und neun Monate. Sie hatten gestanden, im Mai 2012 in Bukarest für 100 Euro und ein Telefon eine 19-jährige Frau gekauft zu haben. Die Mutter von drei Kindern brachten die Angeklagten nach Saarbrücken. Dort musste sie in einem Pornokino der Prostitution nachgehen.

Falsche Versprechen

 Stattdessen sei die 19-Jährige an die beiden Angeklagten „verkauft“ worden. Sie habe sich geweigert, mit dem Paar nach Deutschland zu fahren. Aber die beiden hätten ihr gedroht, ihr einen Finger und die Haare abzuschneiden. Daraufhin sei sie mit nach Deutschland. In Saarbrücken angekommen, habe man sie ständig überwacht und ihr den Ausweis weggenommen. Zwei oder drei Tage nach ihrer Ankunft sei die 19-Jährige in der Wohnung der Angeklagten zu verschiedenen Formen von Sex mit einem unbekannten Mann gezwungen worden.

Zum Sex gezwungen

Als sie sich zunächst weigerte, habe der Angeklagte zugeschlagen. Der Fremde habe  50 Euro bezahlt. Dann habe der Angeklagte die 19-Jährige geschlagen und getreten. Er habe sie aufgefordert, auch ihm seinen Willen zu erfüllen. Aus Angst habe die junge Frau mitgemacht. Das habe sie auch in der Folgezeit, als sie in einem Saarbrücker Pornokino der Prostitution nachgehen musste, so die Anklage. Dabei musste sie angeblich für 30 bis 40 Euro mit Männern schlafen und das Geld den Angeklagten abgeben. Nach vier Monaten bekam sie ein Handy, womit sie die Polizei rief. Die jetzt 20-Jährige lebt wieder in Rumänien. Gestern sagte sie vor Gericht: Sie liebe ihren Mann, aber ertrage es nicht mehr, von ihm angefasst zu werden.  wi

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