Anzeige

Aufmacher

So rüstet sich Saarbrücken für den Herbststurm

(2012-05-10 13:18:56)

Vor einer Nacht mit schweren Sturmböen bis zur Orkanstärke warnten gestern die Meteorologen. Feuerwehr, Polizei und Technisches Hilfswerk verfolgten die Prognosen ebenso aufmerksam wie die Verantwortlichen für den Christkindlmarkt. Fazit: Der Markt ist wind- und wetterfest. Und wenn’s zu heftig weht, dann fliegt der Weihnachtsmann eben nicht.

Von SZ-Redakteur Frank Kohler


Unwetter Sturm
Foto: dpa (Symbolbild)
Saarbrücken. Wie Vorboten eines drohenden Unheils flogen sie gestern durch Saarbrücker Straßen: Weihnachtsbäume, von Sturmböen gepackt, wie Spielzeug emporgeschleudert. Und die Meteorologen sagten für die Nacht zum Freitag Schlimmeres voraus: heftigen Regen mit bis zu 30 Litern pro Quadratmeter. Wind, weit mächtiger als am Donnerstag, womöglich zerstörerisch mit schweren Böen, vereinzelt orkanstark, 120 km/h schnell. Für die Feuerwehr sind selbst solche Prognosen Routine. Brandrat Ingo Wagenknecht von der Saarbrücker Berufsfeuerwehr und seine Kollegen stehen ständig mit dem Deutschen Wetterdienst in Verbindung. „Die Prognosen und Warnstufen geben uns eine Vorlaufzeit, um richtig reagieren zu können.“ Unverzichtbar, wenn’s losgeht, seien die übers ganze Stadtgebiet verteilten Löschbezirke der freiwilligen Feuerwehr. „Die Kameraden kennen sich in ihren Orten exzellent aus und haben natürlich die passende Ausrüstung.“ Zum Beispiel Kettensägen, um entwurzelte Bäume zu zerlegen und blockierte Straßen freizubekommen.

Aus freiwilligen Feuerwehrleuten und der Berufsfeuerwehr lasse sich ein bis zu 700- köpfiges Team zusammenstellen, um mit einem Sturm fertig zu werden. Und die Feuerwehrleute können auf Verstärkung zählen, die mit schwerem Räumgerät umgehen kann: das Technische Hilfswerk (THW). „Die Einsatzzentrale der Feuerwehr alarmiert uns per Meldeempfänger. In unserem Ortsverband arbeiten 60 Männer und Frauen mit, die natürlich schwere Sturmschäden beseitigen können. Wir haben zum Beispiel einen Lastwagen mit Ladekran, starke Winden und Hebegeräte sowie Kettensägen“, sagt Hans-Werner Schuh, der THW-Ortsbeauftragte für Saarbrücken. Nervös? Nein. „Was wir jetzt erleben, ist nichts Besonderes, sondern eine Lage, für die das THW da ist, um die Feuerwehr zu unterstützen“, sagte Schuh. Die Saarbrücker Polizei ging gestern von einer normalen Nachtschicht aus, war aber für Schlimmeres gerüstet, wie ihr Sprecher Klaus Ruffing sagte. „Über eine Rufbereitschaft können wir nämlich schnell weitere Kollegen herbeiholen, um die anderen Hilfsdienste zu unterstützen.“ Ebenso gelassen wie aufmerksam hatte die Einsatzzentrale des Christkindlmarktes die Wetterprognosen im Blick.

Klare Ansage von Alexander Hauck, Geschäftsführer der Saarbrücker Citymarketing GmbH: „Wir haben momentan keinen Grund, etwas an den Öffnungszeiten des Marktes zu ändern. Gleich mehrere Behörden haben den Markt auf seine Sicherheit geprüft. Bei den Bauteilen handelt es sich zum Beispiel um Container, die nicht wegfliegen. Unsere Weihnachtsbäume stehen auf Betonsockeln, und andere bewegliche Teile räumen wir weg, damit nichts durch die Stadt fliegt.“ Der zum Fliegen angeheuerte Weihnachtsmann wiederum entscheide sehr sorgfältig, ob er die Mini-Seilbahn in Bewegung setzt. „Sein Schlitten ist mehrfach gesichert und von TÜV und Feuerwehr abgenommen“, sagte Hauck. Und: „Bei schweren Windböen bitten wir alle um Verständnis, dass Hochseilakrobatik im Freien wetterabhängig ist – und deswegen auch ausfallen oder verschoben werden kann.“ Definitiv verschoben werden sollten Spaziergänge durch den Wald, rät der Saarforst „aufgrund einer Akutwarnung vor Sturm und Orkan der Unwetterzentrale“. Er bittet, keine Spaziergänge in den Wald zu unternehmen und auch keine Autos auf Waldparkplätzen oder am Waldrand abzustellen. Es bestehe die Gefahr, dass schwere Sturmböen Äste von den Bäumen reißen oder sogar ganze Bäume entwurzeln.



Mehr zum Thema:

 

 
:: Diesen Artikel kommentieren





Kommentare

ZULETZT KOMMENTIERT



AUCH INTERESSANT

  • Urteil Gericht Justiz "Nichts Wert": Merziger greift mit Thermoskanne an

    Wegen tätlicher Angriffe auf einen Mitarbeiter der AOK und eine städtische Angestellte stand jetzt ein 49-Jähriger vor Gericht. Er wurde zur Unterbringung in der Forensik auf Bewährung verurteilt.
  • Saarbrücker Finanz-Informatik vor dem Aus

    Ende 2013 macht das Sparkassen- Rechenzentrum, die Finanz Informatik, sechs ihrer neun Standorte dicht – darunter auch die Niederlassung Saarbrücken. Dies haben die Gesellschafter gestern entschieden.
  • Geld Saarland im Sparkurs - Berlin belohnt's mit Geld

    Das Saarland ist bei der Einhaltung der Schuldenbremse auf einem guten Weg. Das zeigt ein Bericht der Haushaltskontrolleure von Bund und Ländern. Sie gaben gestern Millionen-Hilfen frei.
  • Nach Skandal: Fitnessstudio-Filialleiter muss gehen

    Vor drei Wochen sorgte die Geschichte eines Rollstuhlfahrers für Furore, dem ein Fitnessstudio die Aufnahme verweigert hatte. Das Unternehmen hat aus dem Image-Desaster nun personelle Konsequenzen gezogen.
Anzeige

Tagesausgabe als PDF ePaper-Abo Abonnement Druckausgabe Infos zur SZ-App für das iPad SZ-Aboinfo
Terminsuche
SOL.DE auf facebook




Anzeige

Info Linktipps
Anzeige

TOP-5-ARTIKEL


Partnerangebote: