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Spielbank-Raub: Angeklagte können sich nicht einigen, wie Tat abgelaufen ist
(2010-03-10 10:04:55)
Prozessauftakt verschoben
Von SZ-Mitarbeiter Helmut Jakob
Zum Thema:
:: 10.000 Euro Beute: Junge Männer wandern nach Überfällen auf 5 Spielhallen im Saarland hinter Gitter
Saarbrücken. Obwohl einer der angeklagten mutmaßlichen Räuber bereits gestanden hatte, wurde gestern der Prozess um Raubüberfälle auf Besucher der Saarbrücker Spielbank ausgesetzt. Ein kleiner, aber feiner Unterschied im Tathergang führte zu der Entscheidung.
Welche Version stimmt?
Zum Hintergrund: Nach dem Vorwurf des Oberstaatsanwaltes ist der Angeklagte bei einem Überfall auf eine Spielbankbesucherin als Fahrer dabei gewesen. Weil sich keine Gelegenheit ergab, die Frau im Freien zu berauben, warteten sie, bis die Frau zu Hause eingeschlafen war. Dann brach sie ein und klaute das gewonnene Geld der Frau. Diese Tat allerdings wäre juristisch als Beteiligung an einem bandenmäßig organisierten Diebstahl zu werten.
Der Mittäter jedoch, der durchs Fenster stieg, sagte etwas anderes aus: Die Frau sei aufgewacht und mit dem Spielgewinn zur Haustür hinausgeflüchtet. Dort sei sie einem dritten Mittäter in die Arme gelaufen, der ihr das Geld schließlich entrissen habe. Nach diesem Tathergang wäre es schwerer Raub, die mit einer Mindeststrafe von drei Jahren geahndet würde.
Weil dieser mögliche Tatbestand jedoch erst nach Ende der Beweisaufnahme offenbar wurde, muss nun die Verteidigung Gelegenheit erhalten, sich auf die neuen Umstände einzustellen. Der Prozess wurde entsprechend unterbrochen.
Spezialisiert auf Spielkasinos und Supermärkte
Nach Angaben des geständigen mutmaßlichen Täters waren die Überfälle auf Besucher der Spielbank im Deutschmühlental nur eines der Geschäftsfelder der Bande. Auch ein Raubüberfall auf einen Lidl-Markt in Großrosseln gehe auf das Konto der Lothringer. Dabei erbeuteten sie acht- bis zehntausend Euro in Münzen. Bei Nassweiler nahe der deutsch-französischen Grenze habe die Bande zudem einen Lieferwagen geraubt, in dem eine Frau Tabakwaren verkaufte. Einer der Beteiligten habe die Frau sexuell missbraucht, bevor man flüchtete. Sie erbeuteten 60.000 Euro. jht
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