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Skandal um geqälte Rinder: Ministerin räumt Fehler ein

(2010-03-18 19:59:53)

Tierschutz soll ausgebaut werden




Im Blick auf die Fälle von vernachlässigten Schaf- und Rinderherden hat Umweltministerin Simone Peter den Ausbau des Tierschutzes angekündigt. Dabei will sie auch mit den Berufsverbänden enger zusammenarbeiten. Indessen hat der Chef der Nebenerwerbslandwirte die Rückgabe der Rinder auf dem Saargau kritisiert.

Die saarländische Umweltministerin Simone Peter (Grüne). Foto: dpa
Saarbrücken. Die saarländische Umweltministerin Simone Peter (Grüne) will Verstöße gegen den Tierschutz sowie gegen die artgerechte Haltung von Rindern und Schafen strenger ahnden. Das hat die Ministerin gestern in Saarbrücken im Gespräch mit unserer Zeitung versichert. So sollen auch die Tierhaltungsmethoden des Bauern (68) vom Saargau, dem in der vergangenen Woche 15 seiner 31 Rinder zurückgegeben worden waren, schärfer kontrolliert werden. Peter: „Diese Woche sind zwei Besichtigungstermine angesetzt.“ Außerdem wolle man eine Liste kritischer Fälle aus Rinder- und Schafzucht zusammenstellen, um einen Überblick zu bekommen, wo noch Handlungsbedarf bestehe.

Allerdings, auch dies räumte die Ministerin ein, sei es bisher um den Tierschutz im Ministerium nicht zum Besten bestellt. So sei das entsprechende Referat bisher lediglich mit einer halben Stelle besetzt: „Das wollen wir kurzfristig aufstocken.“ Außerdem sind die Veterinäre, auf die es beim Tierschutz ankommt, beim Ministerium für Gesundheit und Verbraucherschutz angesiedelt, während das Umweltministerium bezüglich des Tierschutzes die Fachaufsicht führt. Insofern habe man mit dem Gesundheitsministerium eine Vereinbarung getroffen, dass die Tierärzte zur Verfügung gestellt werden, um die fachliche Beurteilung vornehmen zu lassen. Dazu die Ministerin: „Wir haben die Fachaufsicht und wollen deshalb auch frühzeitig in den Entscheidungsprozess der Veterinäre einbezogen werden.“

Auch mit den Berufsverbänden wie Bauernverband oder Verband der Landwirte im Nebenberuf (VLN) will das Umweltministerium stärker zusammenarbeiten. Denn häufig gehe es in strittigen Fällen der artgerechten Haltung um die „gute landwirtschaftliche Praxis“, mit der sich diese Verbände auskennen, oder um Menschen, die mit ihrem Vieh nicht mehr zurecht kommen: „Häufig sind die nicht mehr in der Lage, das eigene Leben in den Griff zu kriegen.“

Davon war auch das Verwaltungsgericht ausgegangen, das den Fall vor drei Wochen ins Rollen gebracht hatte. In seinem Urteil hatte das Gericht die schweren Verstöße des Landwirts gegen den Tierschutz über die Jahre zusammengestellt. Da ging es um Ketten, die Rindern in den Hals hineingewachsen waren, um Kadaver, die bereits im Stall zu verwesen begannen, oder um eine Kuh, die auf der Weide gekalbt hatte und sich dabei so schwer verletzte, dass sie nicht mehr hochkam. Hier hatte der Landwirt eine frühzeitig Intervention des Hofveterinärs untersagt. Erst nach zehn qualvollen Tagen auf der Weide willigte der Bauer ein, die Kuh einzuschläfern.
Vor diesem Hintergrund sagte der Präsident der saarländischen Landwirte im Nebenberuf, Hans-Werner Wagner, im Gespräch mit unserer Zeitung, dass man gegenüber Personen, die nicht zur artgerechten Haltung von Tieren in der Lage sind, „durchaus mal Härte und Stärke beweisen“ müsse. Die Rückgabe der 15 Rinder, so Wagner, sei nicht im Sinne seines Verbandes, dem der Bauer im Übrigen nicht angehöre. Wenn die Ministerin mit den Berufsverbänden in kritischen Fällen zusammenarbeiten wolle, sei eine frühzeitige Information über Missstände jedoch die Voraussetzung, so Wagner.



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