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Stadt: Jäger müssen auch Bachen schießen
(2011-01-19 20:22:05)
Ordnungsamtsleiterin Sigrid Schneider und Kreisjägermeister Heiner Kausch sind sich nicht einig, wann Wildschweine geschossen werden dürfen. Schneider sagt, in „befriedeten Gebieten“ sei das verboten. Kausch sagt, das letzte Wort habe die oberste Jagdbehörde.
Andreas Lang
Saarbrücken. Sie verwandeln liebevoll gestaltete Gärten in ein durchpflügtes Gelände. Sie vermehren sich und rücken den Menschen immer öfter auf die Pelle. Und sie werden immer schlauer, weil die Leitbachen ihre Lebenserfahrung an Rudel und Nachkommen weitergeben. Konnte man vor Jahrzehnten noch froh sein, ein Wildschwein in freier Wildbahn zu beobachten, sind sie in den vergangenen Jahren zu einer Plage geworden. Am Dienstag beschäftigte sich deshalb zunächst der Umweltausschuss des Stadtrates mit dem Schwarzkittelproblem, später waren Keiler, Bachen und Frischlinge beim Runden Tisch der SPD in Gersweiler ein Thema. Dort berichtete eine ältere Dame aus Gersweiler Unglaubliches – weil sie alleine lebt, möchte sie ihren Namen nicht nennen. Bei ihr hätte eine Wildsau nach Einbruch der Dunkelheit sogar den Kopf durch die Balkontür gesteckt und die Seniorin sehr erschreckt.
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Paradiesische Zustände für Wildschweine
Wie Kreisjägermeister Heiner Kausch informiert, herrschen für die Tiere seit Jahren paradiesische Zustände. Buchen und Eichen trugen zuletzt reichlich Früchte, boten dem Wild somit natürliches Futter im Überfluss. Natürliche Feinde hätten sie kaum, sie zu jagen falle schwer. „Sie sind nachtaktiv“, sagt Kausch. Und weil Jäger nur abdrücken dürfen, wenn sie einen sicheren Schuss abgeben könnten, seien sie bei der Wildschweinjagd auf Vollmond angewiesen. Oder auf hellen Schnee, der auch nachts guten Kontrast beim Schuss auf das Schwarzwild biete. Das war zuletzt über Wochen der Fall. Ich wäre nicht überrascht, wenn rund um die Stadt in diesem Jahr 1000 Tiere erlegt würden.
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