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16-jähriger Flüchtling hilft als Praktikant in der Caritas-Klinik St. Theresia

 Der 16-jährige Muheb Al Najjar bei der Arbeit in der Caritas-Klinik St. Theresia.

Der 16-jährige Muheb Al Najjar bei der Arbeit in der Caritas-Klinik St. Theresia.

„Die Deutschen haben uns geholfen, und da will ich jetzt ein wenig zurückgeben“, sagt Muheb Al Najjar. Er ist 16 Jahre alt, flüchtete vor dem syrischen Bürgerkrieg – und macht derzeit ein Praktikum im Caritas-Klinikum St. Theresia. Seit vier Monaten ist Muheb in Saarbrücken und lebt nach einer abenteuerlichen Flucht bei seinem erwachsenen Bruder.

Der junge syrische Flüchtling besucht das Ludwigsgymnasium. Im Rahmen der Praktika in der 9. Klasse hatte er sich für die Hilfe im Pflegedienst entschieden. Nach seinem Abitur will Muheb Medizin studieren und Arzt werden – das ist ein weiterer Grund für sein Interesse an einem Praktikum in einer Klinik. Als Arzt will er mithelfen, sein Land wieder aufzubauen, wenn der Krieg beendet ist.

Muheb floh mit dem Flugzeug aus Syrien in den Libanon, dann in die Türkei und von dort aus mit einem „Plastikboot“ über das Meer nach Griechenland. „Nach einer Stunde auf dem Wasser war der Motor kaputt, und wir waren mitten auf dem Meer“, erzählt er von der lebensgefährlichen Passage.

Nach zwei Stunden seien sie von der türkischen Küstenwache gerettet worden. Ein zweiter Versuch, übers Meer nach Griechenland zu kommen, war dann erfolgreich. Danach machte Muheb den Balkantreck mit – wie so viele andere. Mazedonien, Serbien, Ungarn, Österreich und schließlich Deutschland. Unterwegs leben die Flüchtlinge immer in derAngst, dass Ungarn die Grenzen dichtmacht und es kein Weiterkommen gibt. Seit vier Monaten ist Muheb nun in Saarbrücken und spricht schon recht gut Deutsch. Seine Lieblingsfächer sind Deutsch und Mathematik, erklärt der junge Mann, der in seiner Heimatstadt Daraa eine Schule für Hochbegabte besucht hat.

Mit seinen Sprachkenntnissen, er spricht Arabisch, Englisch, ein wenig Französisch und Spanisch sowie jetzt auch Deutsch, hat er bei seinem Einsatz in der Klinik auch schon Dolmetscherdienste übernommen.

Muheb fühlt sich in Saarbrücken sehr wohl. Aber es bleibt die Sehnsucht nach seinen Eltern, die in Syrien geblieben sind und von ihm mit Fotos und Informationen aus seinem neuen Leben versorgt werden.

Seine Saarbrücker Freunde helfen ihm, die neue Sprache zu erlernen. „Manchmal gehen wir zusammen in die Stadt“, berichtet Muheb. Dabei sei auch ein lustiger Film über das Leben in Saarbrücken entstanden. Den wollen sie jetzt auf Youtube stellen.

Auch sportlich ist Muheb gut angekommen und spielt Basketball beim TuS Herrensohr. Sein Praktikum auf einer chirurgischen Station der CaritasKlinik findet Muheb super und freut sich über die gute Aufnahme durch die älteren Kollegen.

„Das macht Spaß, trotz der vielen Arbeit“, sagt Muheb, der in Syrien bereits als ehrenamtlicher Helfer beim Roten Halbmond mitgearbeitet hatte. Kein Wunder, dass Leyla Balkan, seit 1992 Krankenschwester in derCaritas-Klinik, mit der Arbeit des jungen Mannes sehr zufrieden ist. „Die Verständigung ist gut und auch die Patienten sagen, dass das ein ganz Netter ist“, sagt sie. Pia Gehlen, Sprecherin der Klinik, hat Muheb kennengelernt und ist begeistert von seinen Integrationsfortschritten. „Wir haben ihm gerne einen Praktikumsplatz zur Verfügung gestellt. Das tun wir ja regelmäßig für interessierte Schülerinnen und Schüler“, sagt sie. In diesem Fall wollte die Klinik aber auch einen Beitrag zur Integration von Flüchtlingen leisten: „Das ist eine Selbstverständlichkeit für uns als Caritas-Klinik.“

© WhatsBroadcast
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