A6 Kaiserslautern Richtung Metz/Saarbrücken Einfahrt Rohrbach Gefahr durch defektes Fahrzeug auf dem Beschleunigungsstreifen (23.10.2018, 12:43)

A6

Priorität: Dringend

12°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
12°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

29 304 Menschen suchen Arbeit

Im Januar waren im Regionalverband Saarbrücken 17 970 Menschen arbeitslos gemeldet. 1270 mehr als im Dezember 2015 und 1217 mehr als vor einem Jahr (plus 7,3 Prozent). Das geht aus dem Bericht hervor, den die Agentur für Arbeit am Dienstag vorlegte. Demnach stieg die Zahl aller Arbeitsuchenden (Definitionen: siehe Stichwort), ein ebenfalls wichtiger Indikator für die Entwicklung auf dem Stellenmarkt, innerhalb der vergangenen vier Wochen um 186 auf 29 304. Die Arbeitslosenquote wuchs im vorigen Monat um 0,7 Punkte auf 10,8 Prozent (Vorjahr: 10,2 Prozent).

Das ist der mit Abstand höchste Wert unter den saarländischen Landkreisen. Zum Vergleich: Im Kreis St. Wendel beträgt die Quote 4,1 Prozent.
 

Jugendarbeitslosigkeit legt zu

Zurück in den Regionalverband : Im Januar waren dort 1742 Jugendliche unter 25 Jahren ohne Arbeit gemeldet, 150 mehr als im Dezember 2105 und 348 mehr als vor einem Jahr (plus 25,0 Prozent).

Auch bei den Älteren über 50 Jahren ist die Arbeitslosigkeit gestiegen. 5439 Betroffene bedeuten einen Anstieg um 334 Personen gegenüber Januar 2015 (Zuwachs: 6,5 Prozent).

Jürgen Haßdenteufel, Chef der Agentur für Arbeit im Saarland, sagt, im neuen Jahr seien zweifellos die Flüchtlinge eine Herausforderung für den Arbeitsmarkt. „Die Fachkräftesicherung, der weitere Abbau der Arbeitslosigkeit und Qualifizierungsmaßnahmen bleiben 2016 wesentliche Themen der Arbeitsagentur und der Jobcenter .“ Ein Schwerpunkt liege darin, Ungelernte zu qualifizieren, und zwar immer mit Blick auf die Bedürfnisse des Marktes, wie Haßdenteufel betont. „Wer Fachwissen besitzt, hat deutlich höhere Chancen auf Integration und auch langfristig wesentlich bessere Perspektiven als jemand, der nur auf Helferniveau arbeiten kann“, sagt der Agentur-Chef.

Eine weitere aussagekräftigere Zahl zum Zustand des Arbeitsmarktes ist im Bericht in der Rubrik „Unterbeschäftigung“ zu finden.

Die Unterbeschäftigung – hier werden neben den registrierten Arbeitslosen auch Personen einbezogen, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt werden – lag im Januar bei 22 699 Frauen und Männern. Das waren 1,4 Prozent mehr als vor einem Jahr.
 

Viele sind seit langem ohne Job

Die Arbeitslosigkeit ist in den vergangenen vier Wochen bei der Agentur für Arbeit deutlich stärker gestiegen (plus 16,8 Prozent) als beim Jobcenter (plus 5,6 Prozent). Bei der Agentur für Arbeit lag die Zahl der Arbeitslosen mit 3526 um 508 höher als im Vormonat, beim Jobcenter mit 14 444 um 762 höher. Anders verhält es sich im Vorjahresvergleich. Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen gegenüber Januar 2015 um 343 oder 8,9 Prozent gesunken, während sie beim Jobcenter im Regionalverband um 1560 oder 12,1 Prozent gestiegen ist.
 

Firmen melden 745 Stellen

Die Arbeitgeber meldeten im Januar 745 neue Stellen, 132 oder 21,5 Prozent mehr als im Januar 2015. Aktuell sind 2461 Jobs zu haben.

Besonders gesucht waren im Januar neue Leute bei Dienstleistern, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel und im verarbeitenden Gewerbe. Außerdem bestand hoher Bedarf in der Sparte Erziehung und Unterricht sowie im Bau- und im Gastgewerbe.

 

Zum Thema:

StichwortArbeitslose und Arbeitsuchende sind Begriffe, die bei der Bundesagentur für Arbeit eine genau definierte Bedeutung haben – und diese Bedeutung unterscheidet sich stark von dem, was die Bürger darunter verstehen. Als Arbeitslose bezeichnet die Agentur Leute, die keinen Job haben, sich bei der Agentur als „arbeitsuchend“ gemeldet haben und ihr dauernd nachweisen, dass sie ständig Bewerbungen verschicken und Vorstellungsgespräche haben. Als Arbeitsuchende bezeichnet die Agentur erstens die Gruppe der Arbeitslosen; zweitens Leute, die nur noch ihre Kündigungsfrist abarbeiten; drittens Leute, die als Selbstständige Geld verdienen, aber eine Anstellung suchen; viertens Leute, die Hartz-IV beziehen und dort als „erwerbsfähige Hilfebedürftige“ eingestuft sind – und fünftens Leute, die einen Job haben (womöglich Vollzeit) und dabei so wenig verdienen, dass sie vom Jobcenter zusätzlich Hartz-IV bekommen, sogenannte Aufstocker. Das Jobcenter kann sie jederzeit zwingen, einen anderen, besser bezahlten Job anzunehmen. Spricht die Agentur für Arbeit also von Arbeitslosen, dann meint sie ausschließlich Menschen, die gemäß der Agenturvorschrift nachweislich konsequent Arbeit suchen. Sonst gibt ihnen die Agentur für Arbeit kein Geld. Unterbeschäftigt sind laut Agentur erstens die „registrierten Arbeitslosen“, zweitens „Teilnehmer an bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen“, drittens „die Nutzer von vorruhestandsähnlichen Regelungen“. fitz

© WhatsBroadcast
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein