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3. Liga: Saarbrücken empfängt Preußen Münster

Herrnsheim. Kaum sind Jonas (zwei Jahre) und Marc (sechs) zuhause, geht es hoch her im Wohnzimmer der Familie Ziemer in Herrnsheim bei Worms. „Oft spielen sie hier drinnen sogar mit ihrem Vater Fußball“, schimpft Mama Irina Ziemer, „da sind schon einige Vasen kaputt gegangen“.

 Die Jungs freuen sich, dass ihr Papa Marcel im Moment häufiger Zeit für sie hat. Denn der Mittelstürmer des Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken kann wegen seines Muskelfaserrisses derzeit nicht spielen. Die Verletzung stammt aus dem Spiel gegen RW Erfurt (0:2 am 15. Oktober). „Am Donnerstag hat der Arzt noch mal Blut aus dem Oberschenkel gezogen“, erzählt der 26-jährige Ziemer, der von Wehen/Wiesbaden zum FCS kam, „ich gehe jeden Tag zur Reha, arbeite wie ein Tier. Ich habe keine Schmerzen mehr. Wenn es nach mir ginge, würde ich sofort spielen“. Irina, die ihren Marcel schon seit der fünften Klasse kennt, lächelt bei diesen kämpferischen Worten. „Sonst, wenn er mal eine Erkältung hat, ist er ein richtiger Heuler“, scherzt die 27-Jährige.



Die Schmerzen im Oberschenkel sind weg, die Leiden der Seele dauern mindestens noch zwei Wochen. „Es ist ganz schlimm für mich, auf der Tribüne zu sitzen“, sagt Ziemer, „das Spiel in Burghausen habe ich im Fanradio verfolgt. Es war grausam“. Die Verletzung kam ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als Ziemers Fitness- und Formkurve deutlich nach oben zeigte.  Am Samstag beim Spiel des FCS gegen Preußen Münster (Anstoß 14 Uhr, Ludwigsparkstadion) müssen darum die Stürmerkollegen die Kohlen aus dem Feuer holen. „Wir haben nach vorne eine großartige Qualität“, lobt Ziemer die Mitspieler, mit denen er normalerweise um den Stammplatz kämpfen würde, „Markus Fuchs ist enorm kopfballstark und weiß genau, wo er stehen muss. Johannes Wurtz ist enorm vielseitig und geht immer dorthin, wo es wehtut. Und Giuseppe Pisano – der ist groß, laufstark, kann den Ball gut abklemmen. Er braucht nur ein Erfolgserlebnis“.

Den Aufsteiger aus Münster dürfe man nicht unterschätzen. „Sie haben sehr gute, erfahrene Einzelspieler“, warnt Ziemer und ist sich gleichzeitig sicher, dass „wir mit den Fans im Rücken zuhause drei Punkte holen. Ich bekomme immer eine Gänsehaut, wenn ich ins Stadion einlaufe und die Choreografien sehe“. Am Samstag sieht er Fans und Spiel mit seinen Eltern von der Haupttribüne aus, doch in Gedanken ist er schon zwei Schritte weiter: „Ein Sieg gegen Münster, dann geht es im Pokal nach Primstal, und in Heidenheim bin ich wieder dabei – hoffentlich.“

© WhatsBroadcast
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