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4. Pavillon: Wussten Melcher und Rauber Bescheid?

Laut Projektsteuerer Gerd Marx waren der Vorstand der Kulturstiftung und Ex-Minister Rauber über die immensen Baukosten des umstrtittenen 4. Pavillons informiert.

Laut Projektsteuerer Gerd Marx waren der Vorstand der Kulturstiftung und Ex-Minister Rauber über die immensen Baukosten des umstrtittenen 4. Pavillons informiert.

Saarbrücken. Im Skandal um die Stiftung Saarländischer Kulturbesitz (SSK) und die Kosten für den Neubau des Vierten Pavillons meldet sich erstmals der umstrittene Projektsteuerer Gerd Marx zu Wort. Er belastet mit seinen Angaben den entlassenen Stiftungsvorstand Ralph Melcher, aber auch Ex-Kulturminister Karl Rauber. Die Stiftung hat den Vertrag mit Marx nach der Suspendierung Melchers gekündigt. Dagegen klagt dieser nun.

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Korruptionsverdacht

Gegen Marx ermittelt auch die Staatsanwaltschaft wegen Korruptionsverdacht. Er soll seinen Auftraggeber Melcher geschmiert haben und Ex-Kultusminister Jürgen Schreier (CDU) im Rahmen eines Herrenabends Vorteile gewährt haben. Wegen der laufenden Ermittlungen wollte sich Marx nach Rücksprache mit seinen Anwälten Professor Egon Müller und Thomas Berscheid nicht zu dem Themenkomplexen Beratervertrag und Auftragserledigung für Melcher äußern. Zu dem angeblichen „Herrenabend“ sagte er, er habe diesen Begriff „scherzhaft“ auf einer Einladung verwendet. Tatsächlich habe es sich bei diesem Treffen, an dem neben Schreier und Melcher noch zwei Kunst-Professoren teilnahmen, um ein „hochkarätiges Fachgespräch“ gehandelt.


"Zu keinem Zeitpunkt eine Kostenexplosion"

Energisch widerspricht der Ex-Projektsteuerer Behauptungen, die Baukosten des Vierten Pavillons seien explodiert: „Ich kann belegen, dass es zu keinem Zeitpunkt eine Kostenexplosion gegeben hat.“ Für einen Betrag von rund 26 Millionen Euro, in dem dann noch eine Reserve einkalkuliert war, hätte er das Projekt planmäßig zum Jahresende abgeschlossen – wenn  man ihn gelassen hätte, so die Botschaft von Marx.

Detailliert erläutert er, dass beispielsweise in der Summe von neun Millionen Euro, die im März 2007 als Kostengrenze beim Architektenwettbewerb genannt wurden, weder Grundstück noch Baunebenkosten berücksichtigt waren. Marx: „Von Anfang an war klar, das Ding kostet über 20 Millionen Euro.“ Er habe seinen Bauherrn Melcher stets über die Kostenentwicklung informiert. Auch Ex-Kulturminister Karl Rauber und die frühere Staatssekretärin Susanne Reichrath seien detailliert unterrichtet worden. In das Kuratorium sei er aber nie gerufen worden.

Unterdessen gibt es weitere Hinweise darauf, dass die Baukosten in den Akten bewusst niedrig angesetzt wurden. Unserer Zeitung liegen Unterlagen vor, wonach der Verwaltungsleiter der Stiftung gegenüber dem Finanzministerium im März 2009 die Kosten mit 18,7 Millionen Euro beziffert hat. In einem handschriftlichen Vermerk ist notiert, „auf Wunsch“ seien Kosten des Architektenwettbewerbes (1,3 Millionen Euro) und weitere Bauherrenkosten „nicht berücksichtigt worden. In einem Schreiben Melchers steht, dies sei auf ausdrücklichen Wunsch von Ex-Minister Jürgen Schreier und der früheren Kulturministerin Annegret Kramp-Karrenbauer geschehen. mju

© WhatsBroadcast
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