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47 % der Saarländer: Ja für Fusion mit Rheinland-Pfalz

Von SZ-Redakteur Gregor Haschnik

Saarbrücken. Glaubt man einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach, die am Mittwoch (18. April 2012) in der Union-Stiftung in Saarbrücken vorgestellt wurde, dürfte sich die Empörung über Dudenhöffers Zitat in Grenzen halten.

1004 Saarländer ab 18 Jahren hat das Institut zwischen dem 25. Oktober und dem 18. November 2011 am Telefon befragt. Ermittelt wurden die „Einstellungen zur Neugliederung des Saarlandes“. So lautet der Titel der Untersuchung. Das wichtigste Ergebnis der von der Union-Stiftung in Auftrag gegebenen Studie: 46 Prozent der Saarländer wären einverstanden, wenn das Saarland mit einem anderen Bundesland zusammengelegt werden würde, 43 Prozent dagegen. Sechs Prozent der Befragten sind unentschieden. Was eine Zusammenarbeit mit anderen Ländern in verschiedenen Politikbereichen angeht sowie länderübergreifende Regelungen, ist die Offenheit bei den befragten Saarländern groß.

Ein Blick auf das Alter der Befürworter und Gegner einer Fusion mit einem anderen Bundesland fördert Überraschendes zu Tage: Die Jungen – die als offener gelten – stehen einer Fusion skeptischer gegenüber als die Älteren. 60 Prozent der 18- bis 29-Jährigen sind gegen eine Zusammenlegung, lediglich 28 Prozent dafür. Unter den 60-Jährigen und Älteren sprechen sich 35 Prozent dagegen aus und 53 Prozent dafür. Weniger überraschend ist der Befund, dass Menschen, die noch nicht lange im Saarland leben, gegenüber einer Fusion aufgeschlossener sind als Ur-Saarländer.

Von denen, die im Saarland geboren wurden, sind 46 Prozent gegen eine Zusammenlegung, 44 Prozent sind einverstanden. Von denen, die seit weniger als zehn Jahren hier leben, lehnen nur 17 Prozent eine Fusion ab, mehr als zwei Drittel befürworten sie.

Bei der konkreten Frage nach dem Land, mit dem das Saarland im Falle einer Fusion zusammengelegt werden sollte, sind 47 Prozent der Befragten einverstanden mit einem Zusammenschluss mit Rheinland-Pfalz (45 Prozent nicht einverstanden), 31 Prozent plädieren für eine Zusammenlegung mit Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg (28 Prozent dagegen).

Was die Folgen einer Fusion betrifft, rechnen gut zwei Drittel der Befragten weder mit persönlichen Vor- noch mit Nachteilen. Als Gefahr wird jedoch ein Identitätsverlust gesehen. Bei den Unter-30-Jährigen befürchten zwei von drei Befragten, dass die saarländische Identität durch einen Zusammenschluss verloren gehen oder geschwächt werden könnte, bei den 30- bis 44-Jährigen sind es 59 Prozent. Die Über-60-Jährigen sind in der Frage entspannter. Von ihnen erwartet rund jeder Zweite, dass es keine negativen Folgen für die Identität des Saarlandes gäbe.

Verlässt man die emotionale und begibt sich auf die sachliche Ebene der Konsequenzen eines Zusammenschlusses, ergibt sich folgendes Bild: In Bezug auf die Arbeitsplätze ist fast jeder Zweite der Ansicht, ein Zusammenschluss würde nicht viel ändern. Knapp ein Viertel der Befragten befürchtet den Verlust von Arbeitsplätzen, 18 Prozent hoffen auf neue.

Insgesamt 62 Prozent rechnen damit, dass sich die Kosten für den Regierungs- und Verwaltungsapparat „deutlich“ (31 Prozent) oder „etwas“ (31 Prozent) durch eine Zusammenlegung senken ließen. Rund ein Drittel der Befragten meint, dass die Kosten so „kaum oder gar nicht“ gesenkt werden könnten.

Dass gespart werden muss, egal wie, darin herrscht bei den allermeisten befragten Saarländern Einigkeit: Die für Bund und Länder beschlossene Schuldenbremse finden 88 Prozent „gut“.


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