L135 Tholey - Nohfelden zwischen Türkismühle und Nohfelden in beiden Richtungen Gefahr durch Personen auf der Fahrbahn alter Mann mit Rollator auf der Straße unterwegs, Dunkel gekleidet (08:35)

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5000 Mal hat's in Saarbrücken gekracht



Saarbrücken.  Zahlen, Zahlen, Zahlen. Vierstellig geht’s los im „Verkehrsunfalllagebild“: mit den 5147 Unfällen, die sich 2010 auf den Straßen des Polizeibezirks Saarbrücken-Stadt ereigneten. Doch der größte Schmerz, die größte Trauer verbergen sich hinter der kleinsten Zahl. Der Zahl drei. Drei Menschen kamen voriges Jahr bei Verkehrsunfällen ums Leben: zwei Fußgänger, in St. Johann und Alt-Saarbrücken von Autos erfasst. Eine Pkw-Fahrerin, die mit ihrem Wagen in der Präsident-Baltz-Straße so schwer verunglückte, dass sie kurz darauf im Krankenhaus starb.

86 Menschen erlitten bei Unfällen im Bezirk schwere, 647 leichte Verletzungen. Der Polizeibezirk Saarbrücken-Stadt umfasst St. Johann, Alt-Saarbrücken, Malstatt und Burbach mit ihrem dichten Straßennetz und ihrem hohen Verkehrsaufkommen. Ein Gebiet ohne berüchtigte Landstraßen als Raserpisten. Aber ein Gebiet, in dem Täglich Zehntausende zu Fuß, im Auto und auf dem Fahrrad miteinander klarkommen müssen.

Wenn es kracht, gingen dem Unfall meist Fehler beim Wenden oder Abbiegen voraus. Immerhin jeder sechste Unfall im Bezirk ist darauf zurückzuführen. Auf Rang zwei in der Ursachenstatistik stehen Vorrang- und Vorfahrtfehler.  Dagegen taucht überhöhte Geschwindigkeit wegen des meist dicht befahrenen Straßennetzes gar nicht in der Spitzengruppe der Unfallursachen auf.

Jürgen Wewer, der Verkehrsexperte des Polizeibezirks, sieht beim Blick auf die Statistik „keine wesentlichen Änderungen“. Was nicht durchweg positiv sein muss.

 Beispiel Fahrerflucht: 1371-mal machten sich Verursacher 2010 nach einem Unfall einfach aus dem Staub. Damit ist die Fallzahl im Vergleich zu 2009 noch einmal um 70 gestiegen. Das heißt: Nach rund jedem vierten Crash stand den Opfern ein noch härterer, mitunter zermürbender Kampf um ihre Entschädigung bevor.

Um 15 niedriger als 2009 und doch nach wie vor hoch bleibt mit 114 die Zahl der Unfälle, bei denen Alkohol im Spiel war. „Deshalb werden Alkohol und andere Drogen nach wie vor bei den Kontrollen große Themen sein. Da lassen wir nicht locker“, kündigt Wewer an.

Fahren ohne Gurt und der verbotene Griff zum Handy seien weitere Klassiker, wenn die Beamten an den Kontrollstellen die rote Kelle leuchten lassen.

Ein Fehlverhalten, dem nicht so leicht auf die Spur zu kommen ist, macht Wewer und seinem Kollegen, dem Bezirkssprecher Klaus Ruffing, Sorgen. Täter: Zweiradfahrer, meist unter 20. „Unsere jungen Leute sind leider bestens informiert, wie sie ihre Roller frisieren können“, sagt Wewer.

 Im Internet kursierten Anleitungen, die kleinen Dinger von 25 auf bis zu 100 Sachen hochzutunen.  Elektronisch und damit nicht so leicht zu entdecken wie das früher so beliebte Hantieren an Ritzeln und Schalldämpfern. Mitunter sei der Kraftzuwachs sogar per Knopfdruck zu- und abschaltbar. Ergebnis: Geschosse, deren Bremswirkung hinten und vorn nicht mehr reicht, wenn’s mal um Sekundenbruchteile geht. „Und bei Unfällen gibt es keinen Versicherungsschutz“, sagt Wewer.

Die Versicherung lasse die Opfer zwar nicht im Regen stehen, hole sich das Geld aber vom Verursacher zurück. Was die Unfallfahrer mitunter ein Leben lang beschäftige – und zu Straftätern macht.


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