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66 Prozent: Christoph Hartmann zwei weitere Jahre Chef der FDP Saar

Wirtschaftsminister Christoph Hartmann steht für zwei weitere Jahre an der Spitze der FDP Saar.

Wirtschaftsminister Christoph Hartmann steht für zwei weitere Jahre an der Spitze der FDP Saar.

Saarlouis. Samstag, 13 Uhr 41 im Fraulauterner Vereinshaus: Christoph Hartmann steht mit einem zufriedenen Lachen im Gesicht auf der Bühne und sagt: „In großer Dankbarkeit nehme ich die Wahl an!“. Anspannung und bislang sichtbare Nervosität fallen von dem FDP-Wirtschaftsminister in der saarländischen Jamaika-Koalition ab. Mit exakt 65,85 Prozent (243 Stimmen) der abgegebenen 369 Stimmen hat ihn der Parteitag der Saar-Liberalen in seinem Amt als Landesvorsitzender bestätigt. 106 Nein-Stimmen und 20 Enthaltungen wurden gezählt. Vor zwei Jahren buchte der parteiintern wegen seines Führungsstils umstrittene Hartmann noch 58,2 Prozent.

Kritische Töne zuerst - Hartmann gelobt Besserung

Die Basis der mittlerweile 1881 Mitglieder zählenden FDP Saar hat in Fraulautern wieder deutlich aufgemuckt. Hartmann und seine Truppe mussten sich – wie bereits im Vorfeld des Treffens – kritische Töne anhören. Etwa von Sebastian Greiber, Chef der Jungen Liberalen (Juli), der für seine Diagnose, mit der Partei sei es nicht zum Besten gestellt, viel Applaus erntete. Greiber las der Führungsspitze ordentlich die Leviten, es fehle an Profil, die Parteikultur und die Außendarstellung müsse sich ändern. Jeder Juli-Ortsverband arbeite da professioneller. Sogar Parteichef Hartmann klatschte da und bedankte sich anschließend artig mit Handschlag bei seinem Kritiker Greiber. Hartmann selbst gelobte später Besserung, verglich die Liberalen mit der Nationalmannschaft, die nach einem guten WM-Auftakt für eine große Enttäuschung sorgte: Nach den Wahlerfolgen „lief es nicht mehr“. Unwohlsein und Unzufriedenheit sei bei vielen in der FDP „greifbar und spürbar“. Der Koalitionsvertrag enge die Liberalen ein. Hartmann zeigte eine Spur der von Delegierten ausdrücklich reklamierten Demut der Mandatsträger vor der eigenen Basis, als er etwa mehr Transparenz bei Personalentscheidungen versprach. In seiner knapp 45-minütigen Rede mit teilweise emotional gehaltenen Passagen sprach er dann von einer Bilanz nach acht Monaten Regierungsbeteiligung, „auf die man stolz sein kann“. Wirtschaftsförderung und Standortaufwertung seien die Schwerpunkte für die nächsten Monate und Jahre. In der Bildungspolitik solle liberales Profil sichtbar werden. Hartmann garantierte in einer Schulreform Bestandsschutz für das Gymnasium.

Hürden für Volksbegehren und Volksentscheid reduzieren

Fraktionschef Horst Hinschberger hatte zuvor bereits versucht, liberale Gemüter zu beruhigen. „Aus strategischen Gründen“ seien in den ersten Monaten der Jamaika-Koalition die Themen der Grünen bevorzugt worden. Diese Zeit sei jetzt zu Ende: „Jetzt müssen auch CDU und FDP ihre Vorstellungen verwirklichen können.“ Hierzu hat der Parteitag mit einem verabschiedeten Antrag prompt ein Ultimatum gesetzt: Bis spätestens zum 31. Dezember 2010 müsse die Verfassung geändert werden und die Hürden für Volksbegehren und Volksentscheid „deutlich“ reduziert werden. Hausaufgaben für das Duo Hartmann und Hinschberger!

Nicht die notwendige Zweidrittel-Mehrheit fand übrigens ein vom Saarbrücker Kreisparteichef Hartmut Ostermann vorgestellter Satzungsänderungs-Antrag, statt bisher drei künftig „bis zu fünf“ stellvertretende Vorsitzende zu wählen. Das im Vorfeld von den sieben Kreisvorsitzenden und Hartmann ausgehandelte Personal-Tableau war von fünf Vizechefs ausgegangen. Bei den Wahlen fielen dann der bisherige Parteivize und Ex-Abgeordnete Manfred Baldauf und Doris Buchholz, Bundesvorsitzende der Liberalen Frauen, durch.

62 Prozent der Delegiertenstimmen buchte der von Hartmann vorgeschlagene neue Generalsekretär Rüdiger Linsler. Er folgt Jorgo Chatzimarkakis.

© WhatsBroadcast
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