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Achtung: Metalldiebe auf Saarlands Friedhöfen

Von SZ-Redaktionsmitglied Nora Ernst

Saarbrücken.
Allerheiligen ist vorüber – der Tag, an dem die katholischen Christen die Gräber ihrer Verstorbenen besuchen. Doch es ist auch der Tag, an dem Friedhofsdiebe bevorzugt auf Beutezug gehen. „Es ist leider gang und gäbe, dass vor, während und nach Totengedenktagen auf Friedhöfen mehr gestohlen wird“, sagt Armin Follmar vom Friedhofs- und Bestattungsbetrieb Saarbrücken. Wenn mehr Blumenschmuck, Grableuchten und Vasen aufgestellt würden, werde auch mehr gestohlen.

Auch auf den acht Völklinger Friedhöfen haben sich in den vergangenen Jahren immer wieder unbekannte Täter an fremden Gräbern bedient. „Wir wollen dem einen Riegel vorschieben“, sagt Uwe Grieger, Pressesprecher der Stadt. Deshalb hat die Stadt beschlossen, in der Zeit um Allerheiligen und um den Totensonntag die Friedhofstore bei Einbruch der Dunkelheit abzuschließen.

Manchmal haben die Diebe es auch auf größere Gegenstände abgesehen. In einigen Fällen werden ganze Kreuze oder Heiligenfiguren aus den Grabumrandungen gerissen, um das Metall zu verkaufen. Allein in diesem Jahr hat die Landespolizeidirektion im Saarland bis Ende September 63 Fälle von Metalldiebstahl auf Friedhöfen registriert. Dabei entstand ein Schaden in Höhe von 33.000 Euro. So wurde beispielsweise am vergangenen Samstag auf dem Pachtener Friedhof in Dillingen eine Grableuchte aus Bronze gestohlen.  In den Wochen zuvor wurden bereits mehrere Blumenschalen aus Bronze entwendet.




 „Das sind oftmals Serientäter, die durch die Gegend ziehen und alles mitnehmen, was nicht niet- und nagelfest ist“, sagt Horst-Peter Schäfer, Sprecher der Landespolizeidirektion. Das Metall werde dann auf Flohmärkten und an Schrotthändler weiterverkauft. „Schrotthändler müssen unseres Wissens keine Listen darüber führen, woher die Ware stammt“, sagt Schäfer.

Armin Follmar vom Friedhofs- und Bestattungsbetrieb Saarbrücken bereiten weniger Metalldiebe Sorge, als vielmehr die häufigen Fälle von Vandalismus. „Es kommt immer wieder vor, dass die Trauerhallen mit Graffiti besprüht oder die Scheiben eingeschlagen werden“, sagt er. Auf besonders betroffenen Friedhöfen, so zum Beispiel dem Hauptfriedhof, kontrolliert inzwischen ein Sicherheitsdienst am Abend, ob Ruhe zwischen den Gräbern herrscht.

In Nordrhein-Westfalen werden solche Straftaten mittlerweile so häufig begangen, dass die CDU-Fraktion des Landtags härtere Strafen gefordert hat. Vandalismus und Metalldiebstahl auf Friedhöfen dürften nicht bagatellisiert werden, das Pietätsgefühl der Angehörigen müsse geschützt werden, hieß es. Das saarländische Justizministerium sieht das anders. „Wir halten das Strafmaß für ausreichend“, sagte Thomas Diehl, Pressesprecher des Ministeriums. Bislang droht Tätern eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe.


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