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Ärztin tot in der Badewanne - Ehemann (52) angeklagt

Ein Saarbrücker (52) soll seine Frau in der Badewanne erwürgt haben. Nun steht er vor Gericht.

Ein Saarbrücker (52) soll seine Frau in der Badewanne erwürgt haben. Nun steht er vor Gericht.

Saarbrücken. Gestern begann vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts ein Prozess wegen Totschlags. Angeklagt ist ein 52 Jahre alter Mann aus Saarbrücken. Opfer seine Ehefrau, eine 47-jährige Ärztin. Der Angeklagte soll die Frau am Morgen des 24. November 2011 in der gemeinsamen Wohnung bei einem Ehestreit zunächst mit dem Duschkopf geschlagen und danach erwürgt haben. Zu Beginn der Verhandlung teilte der Verteidiger mit, dass sich sein Mandant zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern wollte.

Das Ehepaar kam 1997 aus Russland nach Saarbrücken. Der Mann, ein gelernter Schlosser und Kraftfahrer,ist deutscher Abstammung und in Sibirien geboren. Aufgewachsen ist der 52-Jährige aber in der Ukraine. Die Frau war Ärztin. In Deutschland musste sie zunächst Kurse absolvieren, damit ihre Approbation anerkannt wird. So lange war der Angeklagte alleiniger Verdiener in der Familie. Nach dem sie als Ärztin arbeiten konnte, schränkte er seine berufliche Tätigkeit ein und war teilweise Hausmann. Das Paar hatte zwei Söhne, die heute zwölf und 17 Jahre alt sind. Beide leben inzwischen bei einer Tante

Ein Polizist berichtete gestern vor Gericht dass der älteste Sohn seine Mutter in der Badewanne gefunden und den Rettungsdienst alarmiert habe. Dieser versuchte vergeblich, die Frau wiederzubeleben. Die Polizei bestellte einen anderen Arzt zur Leichenschau. Dieser berichtete gestern als Zeuge, dass er keine Spuren äußerer Gewalt feststellen konnte. Dennochweigerte er sich, einen natürlichen Tod festzustellen. Ein Tod in der Badewanne, zwei Kratzer unter dem Hals und die Tatsache, dass der Sohn das Badewasser abgelassen hatte, machten ihn misstrauisch, sagte er.

Damit kam die Kriminalpolizei ins Spiel. Ein Beamter berichtete, man habe erfahren, dass sich die Frau sechs Wochen zuvor einer Kreuzbandoperation unterziehen musste. Als Folge litt sie noch an einer Thrombose, ging noch an Krücken. Später traf der Angeklagte mit seinem jüngeren Sohn in der Wohnung ein. Er hatte ihn von der Schule abgeholt. Er sei sehr betroffen gewesen, berichtete ein Polizist. Der 52-Jährige habe sich neben die Tote auf den Fußboden gesetzt und ihre Hände gestreichelt. Dann legte er ein Kissen unter ihren Kopf.

Während der Angeklagte den Zeugen zuhört, kommen ihm häufig die Tränen. Am Nachmittag müssen die beiden Söhne im Gericht erscheinen. Beide machen von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Der Vorsitzende Richter gestattet dem Angeklagten, seinen jüngsten Sohn in den Arm zu nehmen und an sich zu drücken. Auch hierbei fließen Tränen. Ob sich die Schuld des Mannes beweisen lässt, wird der weitere Verlauf des Prozesses zeigen. Er wird heute fortgesetzt. jht

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