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Alarmierend: Viele junge Saarländer sind zu dick

Vor drei Jahren hat das DRK in Saarbrücken das Therapie-Programm „Moby Dick“ ins Leben gerufen. Eine Therapie, die ein Jahr lang dauert, Kinder über Ernährung und Freizeitgestaltungen aufklärt und versucht, ihnen mit dem Problem zu helfen. „Es ist oft ganz schlimm. Die Kinder sind aufgrund berufstätiger Eltern den ganzen Tag alleine zu Hause, sitzen vorm Fernseher und stopfen an Essen alles in sich hinein, was geht. Das ist in vielen Fällen so“, erklärt die Diplom-Sportlehrerin Marina Schulz, die das Therapie-Programm leitet.

Neben der körperlichen Beeinträchtigung leidet auch die Seele der Kinder- und Jugendlichen. „Viele Eltern fragen bei uns nach, ob ihr Kind durch ‚Moby Dick’ auch Freunde finden kann. Oft haben diese Kinder nur wenig Kontakt zu Gleichaltrigen, oder werden sogar gemobbt“, sagt Marina Schulz weiter.

Beim DRK kümmert sich ein Team aus Psychologen, Sozialpädagogen, Ernährungswissenschaftlern und Sportlehrern um die Kinder. Das Klinikum Saarbrücken übernimmt zudem die medizinische Betreuung. „Wir treffen uns wöchentlich für zwei Stunden mit den Kindern. In einer Stunde geht es um Ernährungsberatung und das richtige Verhalten beim Essen. In der anderen Stunde ist Sport“, so Marina Schulz. Neben den wöchentlichen Treffs gibt es auch Einzelgespräche mit den Kinder und deren Eltern. „Die Einbindung der Eltern ist extrem wichtig. Sie verpflichten sich zu vier Schulungen in dem Therapiezeitraum. Zudem haben wir in dem Jahr sieben Familientage, an denen alle zusammen kommen“, sagt Martin Erbelding. Kosten kommen auf die Familie dabei so gut wie keine zu.

Wie das Rote Kreuz berichtetet, übernehmen die Krankenkassen so gut wie alle Kosten. In Einzelfällen greift auch das Rote Kreuz den Familien finanziell unter die Arme. Mehr als 100 Kinder und Jugendlichen haben in den vergangenen drei Jahren am Therapie-Programm Moby Dick teilgenommen. Mehr als die Hälfte dieser Kinder hat den Schritt aus der Fettleibigkeit geschafft. „Dabei lernen die Kinder und Jugendlichen, wie man in puncto Ernährung und Bewegung richtig lebt. Und das über einen längeren Zeitraum“, sagt Martin Erbelding. „Eine Diät, in der man in wenigen Wochen viele Kilos verliert, ist nicht zielführend“, sagt Erbelding, der sich auch in Sachen Prävention vieles vorstellen kann. „Übergewicht bei unserem Nachwuchs ist die Ursache für viele Krankheitsbilder in der Zukunft. Dessen sollten sich alle bewusst sein“, sagt er. „Genau so, wie man Kindern Rauchen und Alkohol verbieten, sollte man auch an Fastfood-Restaurants Schilder mit dem Hinweis anbringen: Zutritt erst ab 18 Jahren“, findet der DRK-Mitarbeiter.

Wer fragen zum Therapieprogramm Moby Dick hat, kann sich direkt an Marina Schulz unter Tel. (06?81) 5?00?42?39 wenden.

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