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Amoklauf-Drohung: Pirmasenser Gericht brummt Schülerin 50 Sozialstunden auf

Mit einer wüsten Drohung hat eine Schülerin im Internet für Wirbel gesorgt. Dafür bekam sie jetzt vom Gericht 50 Sozialstunden aufgebrummt.

Südwestpfalz. "Das war nicht ohne", sagte Richter Mark Edrich am Ende der Verhandlung zu der 19-jährigen Angeklagten aus dem Landkreis Südwestpfalz. Wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat verurteilte der Richter am Amtsgericht Pirmasens die Schülerin zu 50 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Sie hatte im sozialen Netzwerk "Wer kennt wen" angekündigt, mit der Pumpgun und "ausgeschaltetem Gewissen" in die Schule zu kommen - und mit der Androhung dieses Amoklaufes den Polizeiapparat in Bewegung gesetzt.

Die Pumpgun sei geputzt, das Gewissen ausgeschaltet, hatte die Angeklagte in bestem Pfälzisch in dem Forum geschrieben. Morgen solle man besser nicht in die Schule gehen. Auf diesen Eintrag im Januar 2010 hin entspann sich ein lockerer Schriftverkehr mit Bekannten, die flapsig darauf eingegangen waren und gefragt hatten, wen sie wohl zuerst vor der Flinte haben würde. Andere Schüler, die diese Eintragungen gelesen hatten, waren sich nicht sicher, was sie davon halten sollten und kontaktierten eine Lehrerin. Die wusste zwar auch nicht genau, wie sie die "Drohung" einschätzen sollte, kontaktierte aber vorsichtshalber die Polizei.

Zwei Streifenwagen fuhren nach der Ermittlung der Adresse zur Wohnung der Angeklagten und durchsuchten diese auf Waffen. Ein Hundeführer war mit vor Ort, um nach Sprengstoff zu suchen. Der Chefermittler sagte vor Gericht, die Angeklagte sei geschockt gewesen von der Durchsuchung und Vernehmung - und sie habe sich einsichtig gezeigt. Sie habe einfach nicht nachgedacht beim Schreiben, das Ganze nicht ernst genommen und gedacht, es sei irgendwie lustig, versuchte die Schülerin ihren Eintrag bei WKW zu erklären. Sie habe ab und zu eine merkwürdige Auffassung von Humor. Lehrerinnen bestätigten als Zeugen den Eindruck, dass die Schülerin intelligent, aber etwas desorientiert sei. Die Staatsanwältin sagte, die Angeklagte habe in Kauf genommen, dass ihre Drohung ernst genommen werden könnte. Trotzdem sprach sie von einer typischen Jugendverfehlung und forderte eine Verwarnung und 50 Stunden gemeinnützige Arbeit. Dem entsprach der Richter.
mfu
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