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Anhaltende Kritik im Köllertal: Bischof nimmt Pfarrer in Schutz

Bichof Ackermann (rechts) verteidigt die Amtsführung von
Pfarrer Franz-Josef Werle.

Bichof Ackermann (rechts) verteidigt die Amtsführung von Pfarrer Franz-Josef Werle.

Das Bischöfliche Generalvikariat des Bistums Trier hat jetzt in einem öffentlich gemachten Brief den wegen seiner Amtsführung von Laienverbänden und -gruppen kritisierten Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Köllerbach–Riegelsberg, Franz-Josef Werle (die SZ berichtete), gegen diese Kritik verteidigt. Wie Mariette Becker-Schuh, Referentin für den Visitationsbezirk Saarbrücken, in einem Schreiben an den Ex-Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates St. Josef in Riegelsberg, Stephan Justinger, schrieb, sei nach Meinung von Bischof Stephan Ackermann „das geprüft und geklärt“ worden, was seitens des Bistums möglich sei. Es liege jetzt „an den Menschen und Verantwortlichen vor Ort, den neuen Anfang miteinander zu gestalten“, erklärte Becker-Schuh in dem Schreiben, das sie auch an die SZ-Leserreporter-Adresse sandte.

Justinger hatte sich nach ihren Angaben „aus der Sorge um die Pfarreiengemeinschaft Riegelsberg–Köllerbach“ an die Bistums-Leitung gewandt. Der Ex-Pfarrgemeinderatschef habe enttäuschende und verletzende Erfahrungen durch das Verhalten von Werle bei der Taufe seiner Enkelin erlebt, so Becker-Schuh. Daraus hätten Justinger und die ganze Familie Konsequenzen gezogen. „Wir bedauern, dass es in diesem Kontext nicht zu Gesprächen gekommen war“, schreibt Becker-Schuh. Die Bistums-Leitung habe den Pfarrer und Dechanten Werle auf diese Situation hingewiesen. Man möchte Justinger zu einem Gespräch mit Werle in dieser Sache „ermutigen“, schreibt die Bistums-Referentin. Werle habe ans Bistum zurückgemeldet, dass „er es sich vorstellen kann“.

Justinger selbst sagte der SZ, dass ihn auch zwei Monate nach seinem Schreiben ans Bistum keine Antwort von dort erreicht habe. Die Erlebnisse während der Taufe seiner Enkelin habe er in der Sakristei von St. Josef in Riegelsberg gegenüber Werle in Gegenwart einer Pfarrgemeinderätin angesprochen. „Trotz Intervention dieser Pfarrgemeinderätin war ein Konsens mit Pfarrer Werle nicht möglich. Die anschließende weltliche Tauffeier war erheblich gestört“, erklärte Justinger.

Zum anderen gehe es um die Erstkommunionvorbereitung von Justingers Enkelin. „Ihre Sorge ist, dass mit einem Stempelsystem der Besuch der Eucharistiefeier zu einem Drohszenario oder zur Vorbedingung der Zulassung zur Erstkommunion wird“, so Becker-Schuh. Ackermanns Referentin bittet Justinger, diese „kritischen Anfragen an das Erstkommunionskonzept“ in den Pfarrgemeinderat von St. Josef in Riegelsberg mit der Bitte um Klärung einzubringen.

Justinger sagte, Werle habe seit seiner Amtseinführung in Riegelsberg keinerlei Kontakt mit ihm aufgenommen. „Die neueren Aussagen, dass Kinder, die regelmäßig die Gottesdienste besuchen, bei Teilnahmemöglichkeiten an Messdienerfreizeiten bevorzugt werden, sprechen für diese Drohgebärden“, so Justinger.

Zudem greift Becker-Schuh Kritik von Laiengruppen daran auf, dass Ratsmitgliedern oder ehrenamtlichen Mitarbeitern die Mitarbeit durch Werle erschwert werde. Dennoch gebe es „auch viele andere“, die in Leserbriefen Werle „eine andere Amtsführung bestätigen“. Das Bistum habe die geäußerten Vorwürfe gegen Werle geprüft und sei nach „intensiven Beratungen zu Lösungen gekommen“, schreibt Becker-Schuh. Nicht alle seien mit diesen Entscheidungen einverstanden. Im Dezember 2014 hatte Ackermann nach Kritik an Werles Amtsführung den Verwaltungsrat in Köllerbach entmachtet und ihm seine Befugnisse entzogen. Es sei legitim und verständlich, dass man Dechant Werle gegen die weiterhin erhobenen Vorwürfe verteidige, wie dies bereits geschehen sei. Es bestehe kein Anlass, die Integrität Werles und sein Handeln als Leiter der Gemeinde infragezustellen, so Becker-Schuh.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Saarbrücken laufen weiterhin Ermittlungen gegen Werle wegen Prozessbetrugs in einem Verfahren vor dem Arbeitsgericht Saarbrücken. Darin geht es um die Änderungs-Kündigung und Kündigung einer Küsterin, die ebenfalls zu den Werle-Kritikerinnen zählt, aber auch ehrenamtlich in der Gemeinde wirkt.

Becker-Schuh räumte gegenüber Justinger ein, dass es möglich sei, dass die äußerst geringe Wahlbeteiligung an den Pfarrgemeinderatswahlen 2015 von nur 3,3 Prozent gegenüber 21,8 Prozent vor vier Jahren durch die „Konfliktsituation in Köllerbach“ beeinflusst worden sei. „Aber das kann man sicher nicht einseitig dem Pfarrer zur Last legen“, betonte Becker-Schuh. Da nach Erachten des Bischofs alles geklärt und geprüft wurde, liege es jetzt an den Menschen vor Ort, „den neuen Anfang miteinander zu gestalten“.

Ex-Gemeinderatschef Justinger meinte zu dem Umstand, dass der Bischof ihm nicht antwortete: „Auch so könnte man eine Angelegenheit im Sande verlaufen lassen.“  
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