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Anlagenbauer H&K: Bald neue Jobs in Dillingen

Das Dillinger Stahlwerk.

Das Dillinger Stahlwerk.

Rehlingen/Dillingen. Trotz einer langsamer wachsenden Weltwirtschaft hat der Rehlinger Stahl- und Walzwerk-Ausrüster H&K Industrieanlagen (Koch H&K) so viel zu tun, dass man ein komplett neues Büround Lagergebäude bauen muss und die Zahl der Mitarbeiter von 70 auf 140 verdoppeln will. Rund acht Millionen Euro investiert Koch H&K im Dillinger Gewerbegebiet Rundwies. Spatenstich ist Mitte April. „Ende des Jahres ist der Umzug des Unternehmens in die neuen Räumlichkeiten geplant“, erläutern Roman Quirin und Dirk Moses, die bei Koch H&K für dieses Projekt zuständig sind.

Die Auftragslage im stark schwankenden Anlagengeschäft liegt nach Angaben von Quirin im zweistelligen Millionenbereich. „In den nächsten Monaten erwarten wir einige wichtige Abschlüsse.“ Das Unternehmen ist hoch spezialisiert: Es konstruiert und baut Walzwerke für die Stahlindustrie. In diesen Werken werden vor allem sogenannte Langprodukte gewalzt – unter anderem Stahlträger, aber auch Eisenbahn- Schienen oder Stahlbohlen für Spundwände, mit denen Kanäle eingefasst werden. Die saarländische Traditionsfirma, die seit mehr als 60 Jahren in diesem Geschäft tätig ist, entwickelt, konstruiert, baut und montiert die Einzel-Bestandteile einer gesamten Walzstraße. Das fängt beim Walzgerüst an, umfasst die Aggregate für das Schneiden, Sägen, Abkühlen, Verschieben, Abräumen und Stapeln der gewalzten Stahlprodukte – bis sie verladefähig sind. Der Schwerpunkt des Unternehmens liegt im Bereich Konstruktion und Entwicklung.

Die Anlagen und die dazu benötigte Technik kauft H&K sich weltweit zusammen. Bei Endmontage und Inbetriebnahme sind wieder die H&K-Mitarbeiter eingebunden. „Eigenes Knowhow steckt vor allem in der Elektronik“, erläutert Quirin. „Diese wurde von uns entwickelt und sorgt bei der Produktionssteuerung für das reibungslose Zusammenspiel in einem Walzwerk.“ Allerdings verfügt das Unternehmen auch über technische Patente. So hat man ein Kühlbett ausgetüftelt, das mit einer Verbiegemaschine kombiniert ist. Es sorgt dafür, dass Eisenbahn- Schienen abkühlen, ohne dass sie sich dabei zu stark krümmen. Das Resultat: Es können Schienen gekühlt werden, die bis zu 104 Meter lang sind. „Bisher war bei 60 Meter Schluss.“

Solche langen Schienen aus einem Stück „eignen sich vor allem für Hochgeschwindigkeitsstrecken“. Gebaut wurde dieses Schienen- Kühlbett für den russischen Stahlkonzern Evraz und dessen Werk im sibirischen Nowokusnezk. Russische und chinesische Stahlkocher sind derzeit die wichtigsten Kunden von Koch H&K. Doch man will auch in Nord- und Südamerika Fuß fassen und setzt außerdem auf die Türkei als einen der zukünftigen Wachstumsmärkte. H&K Industrieanlagen entstand als Teilbereich der 1945 gegründeten Koch Transporttechnik (Wadgassen).

1994 wurde der Saarlouiser Walzwerkbauer Hoestemberghe & Klütsch (H&K) integriert. Nachdem der dänische FLSmidth-Konzern die Firmengruppe Koch im Jahr 2007 übernommen hatte, wurde der Geschäftsbereich Walzwerktechnik weiter ausgebaut. 2010 lagerte FLSmidth diese Sparte aus und verkaufte sie Anfang 2011 an die Leiter der Walzwerktechnik, Wolfgang Gerhard und Gerhart Hölzl. Diese sind heute noch die geschäftsführenden Gesellschafter.
© WhatsBroadcast
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