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Artem Petrovichev aus Saarbrücken wurde für seine fünfsaitige Geige ausgezeichnet

Der Musiker Artem Petrovichev liebt sein Instrument und baut seit einigen Jahren selber Geigen. Fotos: Artem Petrovichev

Der Musiker Artem Petrovichev liebt sein Instrument und baut seit einigen Jahren selber Geigen. Fotos: Artem Petrovichev

Es gibt Erfindungen oder Entwicklungen, die spielen einfach keine Geige . Bei Artem Petrovichev ist das definitiv anders. Der Russe, der in der Schweiz gearbeitet hat, in Italien lebt und Saarbrücken seine zweite Heimat nennt, hat eine fünfsaitige Geige konstruiert und wurde dafür von der Handwerkskammer des Saarlandes mit dem Förderpreis der Sparkassen Finanzgruppe für innovatives und kreatives Handwerk ausgezeichnet.

Wie kommt man auf die Idee, eine Geige nicht wie üblich mit vier sondern mit fünf Saiten zu bauen? „Es bietet dem Musiker einfach mehr Möglichkeiten, und man kann neue Sachen erfinden. Bei einer viersaitigen Geige braucht man drei Finger, um einen Akkord zu spielen, bei der fünfsaitigen nur einen Finger“, erzählt der 42-Jährige, der in der italienischen Geigenbaustadt Cremona lebt. Auch der wohl berühmteste Geigenbauer , Antonio Stradivari , baute im 17. Jahrhundert in Cremona seine Geigen. „Cremona ist eben die Geigenbaustadt schlechthin. Deshalb lebe und arbeite ich mittlerweile dort“, sagt Petrovichev.

Im Jahr 2002 zog der Musiker Artem Petrovichev von Russland nach Saarbrücken . „Ich spielte in Saarbrücken sofort in vielen Orchestern, und in den insgesamt sechs Jahren, in denen ich hier lebte, wurde Saarbrücken so etwas wie meine zweite Heimat. Ich habe sehr viele Freunde im Saarland“, sagt der studierte Diplom-Geigenbauer, in dem, neben der Musik, eine immer größere Leidenschaft für die Instrumente selber wuchs. „Man muss auch dazu sagen, dass es als klassischer Musiker schon sehr schwer ist, genug Geld zu verdienen, um seine Familie zu ernähren. Das war auch ein Grund, warum ich nach Cremona gezogen bin und Geigenbau studiert habe“, erklärt der zweifache Familienvater.

In seiner Werkstatt in Cremona ist alles Handarbeit, und eine Petrovichev-Geige dauert in der Herstellung etwa zwei Monate. „Ich muss die Entwicklung der Geige in jeder Phase spüren, das ist mir sehr wichtig. In Cremona gibt es vor allem chinesische Firmen, die mit Maschinen eine Geige in einer Woche bauen, doch das ist nicht meine Welt“, sagt Artem Petrovichev, der neben seiner selbst entwickelten fünfsaitigen Geige natürlich auch viersaitige baut. „Bei der fünfsaitigen Geige ist es mir vor allem wichtig, dass der Geiger beim Spielen des Instrumentes keinen Unterschied zu einer viersaitigen spürt. Er hat einfach nur eine tolle Zusatzoption, um sich noch mehr verwirklichen zu können“, sagt Petrovichev, der seine Entwicklung dem ultimativen Test unterziehen möchte. „Wir wollen einen Termin mit Stargeiger David Garrett vereinbaren. Mich würde seine Meinung zu der fünfsaitigen Geige sehr interessieren.“

Zurzeit baut Petrovichev eine Geige für eine schweizer Musikerin, weitere Aufträge flattern ständig ins Haus. 28 Geigen hat der 42-Jährige bislang gebaut. In Köln wurde bereits eine Petrovichev-Geige versteigert. „Ich weiß nicht, wem die Geige gehörte und wer sie letztlich ersteigert hat. Sie war zu einem Preis von 4000 Euro angesetzt, den endgültigen Preis, den die Geige erzielt hat, weiß ich auch nicht“, sagt der innovative Geigenbauer und grinst.

„Ich finde es viel interessanter, dass meine Geigen durch ganz Europa wandern, oder vielleicht auch durch die ganze Welt, wer weiß. Ein berühmter Musiker hat mal zu mir gesagt, dass eine Geige sich seinen Musiker aussucht und nicht der Musiker die Geige . Ich glaube, da ist was dran“, sagt Artem Petrovichev, ein russischer Geigenbauer in Cremona im 21. Jahrhundert.  

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