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Assistenten sollen Gymnasial-Lehrer im Saarland entlasten

Um Lehrern etwa das Reinigen von Reagenzgläsern abzunehmen, wird die Einführung von Schulassistenten gefordert. Foto: dpa

Um Lehrern etwa das Reinigen von Reagenzgläsern abzunehmen, wird die Einführung von Schulassistenten gefordert. Foto: dpa

Nach der Schulstunde Reagenzgläser schrubben und Chemikalien nachbestellen, die Schulbuchausleihe verwalten oder Reisebüros nach den günstigsten Angeboten für die Klassenfahrt abklappern: „ Lehrer haben immer mehr Aufgaben zu erledigen, die nicht zu ihrem Kerngeschäft, nämlich dem Unterrichten gehören“, sagt der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbands (SPhV), Marcus Hahn. So habe eine aktuelle Studie der Universität Göttingen zur Lehrerarbeitszeit herausgefunden, dass rund 20 Prozent der Wochenarbeitszeit eines Lehrers für die Arbeit außerhalb des Unterrichtens draufgehen.

 

„Das ist ineffizient und darunter leidet die Unterrichtsqualität“, sagt Hahn. So koste in den Naturwissenschaften die Vor- und Nachbereitung von Experimenten und die Wartung der Geräte viel Zeit. Unterrichte ein Lehrer fünf Stunden am Stück, könne er die Versuche nicht vorbereiten: „Experimente finden dann nicht statt, sondern werden aus dem Buch vermittelt, was nicht wünschenswert ist“, betont Hahn.

 

Der Philologenverband fordert daher Entlastung für die Lehrer in Form von Schulassistenten, wie es sie in Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Baden-Württemberg gibt. Verwaltungsassistenten könnten Termine koordinieren, sich um das Schulgesundheitswesen, die Haushaltskontrolle und den Kontakt zu externen Stellen kümmern wie der Feuerwehr, den Sozialverwaltungen, Versicherungsträgern, dem schulpsychologischen Dienst, den Jugendämtern und den Trägern von Nachmittagsangeboten, heißt es in einem Positionspapier des SPhV, der die Lehrer der 34 saarländischen Gymnasien vertritt. „Wir organisieren Schule im Saarland noch so wie zu Zeiten der Feuerzangenbowle, als der Lehrer bloß mit Buch, Kreide und einem Stift die Klasse betrat“, moniert Hahn. Dabei hätten sich die Anforderungen drastisch geändert.

 

Auch im technischen Bereich könnten Schulen Assistenten brauchen, die neben dem Abbau von Versuchen, der Reinigung und Pflege von Unterrichtsmaterialien und Geräten vor allem auch die EDV der Schule pflegen. Mit Personen, die sich um aktuelle Software und die Computer für den Unterricht kümmerten, sei es möglich, „organisatorische und technische Schwierigkeiten zu überwinden, die bislang den Einsatz bestimmter Techniken wie zum Beispiel von elektronischen Geräten für Unterrichtszwecke unmöglich machen“, heißt es im Positionspapier.

 

Unterrichtsassistenten könnten Lehrer auch bei organisatorischen Aufgaben entlasten: bei der Organisation von Klassenfahrten und Elternabenden, beim Ausfüllen von Formularen und dem Schriftverkehr, dem Anfertigen von Protokollen und dem Vervielfältigen von Arbeitsmaterialien. Auch die Schulbuchausleihe und die Lehr- und Lernmittelverwaltung könne von Assistenten übernommen werden.

 

„Die Schulassistenten sollen keine pädagogischen Aufgaben übernehmen wie etwa Schüler beaufsichtigen oder den Vertretungsplan erstellen“, stellt Hahn klar. Auch gehe es nicht um die Aufgaben von Sekretärinnen. Assistenten müssten keine pädagogische Ausbildung haben, sondern könnten eine Ausbildung in der Verwaltung oder zum technischen Assistenten – etwa für EDV – absolviert haben. In Rheinland-Pfalz werden die Assistenten vor ihrem Einsatz fortgebildet. „Sie lernen etwa, welche Unterrichtsmittel es gibt, und das Urheberrecht, was kopiert werden darf.“

 

Je nach Aufgabenspektrum könne das Gehalt der Schulassistenten zwischen den Entgeltgruppen E 6 (Einstiegsgehalt rund 2250 Euro brutto) und E 9 (Einstiegsgehalt rund 2611 Euro) liegen. Dass sich dies nicht von heute auf morgen umsetzen lässt, ist Hahn bewusst. Doch mit zwei Assistenten pro Schule, sagt er, könne ein Anfang gemacht werden.

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