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Auf dem Eschberg entstehen Wohnungen für Menschen mit wenig Geld

Zwei Zwölfgeschosser am Mecklenburgring 66 und 72 auf dem Eschberg werden zukunftsgerecht umgebaut.

Zwei Zwölfgeschosser am Mecklenburgring 66 und 72 auf dem Eschberg werden zukunftsgerecht umgebaut.

Betonwände raus

Deshalb lässt die SGS die Türme umbauen. Aus den 24 großen Drei-Zimmer-Wohnungen pro Turm werden 48 kleine, dafür aber barrierefreie Zwei- Zimmer-Wohnungen, 24 Stück davon mit 40 Quadratmetern und 24 mit 43 Quadratmetern. Um das möglich zu machen, musste die SGS rund 450 Quadratmeter alte Zimmerwände aus Stahlbeton entfernen – und 4 450 Quadratmeter neue Wände einziehen lassen. Die neuen Wohnungen sind so konzipiert, dass dort auch Rollstuhlfahrer alleine zurechtkommen.

Gedacht ist das alles für Leute, die nur eine kleine Rente haben. Deshalb wird für die Wohnungen eine sogenannte Mietpreisbindung gelten – wie früher bei Sozialwohnungen. Die Miete soll zunächst 5,50 Euro pro Quadratmeter kosten.

Menschen, die Grundsicherungsgeld vom Staat brauchen, um über die Runden zu kommen, dürfen – wenn sie allein leben – höchstens 45 Quadratmeter bewohnen, zu zweit höchstens 60 Quadratmeter, zu dritt 75. Die neuen barrierefreien SGS-Wohnungen gewährleisten also schon durch ihre Abmessungen, dass ihre Bewohner auch dann bleiben dürfen, wenn sie Grundsicherungsgeld beantragen müssen.

600 neue Fenster

Der Umbau der beiden Zwölfgeschosser soll insgesamt rund 6,8 Millionen Euro kosten. Aber weil die SGS barrierefreie Wohnungen baut, bekommt sie dafür einen äußerst zinsgünstigen Kredit vom saarländischen Finanzministerium aus dem Programm „Soziale Wohnraumförderung“ – 3,34 Millionen Euro.

Und das ist nicht der einzige. Denn die SGS lässt die Türme auch nach allen Regeln der Kunst temperaturisolieren – mit insgesamt knapp 600 neuen Fenstern und einer neuen Fassadenverkleidung. Damit die künftigen Mieter nur noch wenig heizen müssen. Und dafür gibt’s noch mal einen extrem zinsgünstigen Kredit, diesmal von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) – 2,612 Millionen Euro. Den Rest bringt die SGS.

Einsprühen und absaugen

Auch die neue Isolierung ist eine aufwendige Sache. Denn erst mal muss die alte Isolierung aus Eternitplatten und Steinwolle ab – pro Turm knapp 6200 Quadratmeter. Die SGS hatte diese Arbeiten bundesweit ausgeschrieben. Der Auftrag ging an ein zertifiziertes Fachunternehmen aus Dieburg. Die Aufsicht führt das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA).

Zuerst werden die Eternitplatten mit Petogen eingesprüht. Dadurch bleiben lose Fasern an den Platten kleben. Dann werden die Platten – von oben nach unten – abmontiert, in Behälter gesteckt und zum Aufzug am Baugerüst gebracht. Im Aufzug werden die Platten in spezielle Kunststofftaschen (Container Big Bags) verpackt, nach unten gefahren und dann per Lkw abtransportiert. Danach wird auch die Steinwolle eingesprüht, damit keine losen Fasern herumfliegen. Dann wird die Wolle von der Fassade gelöst, in Foliensäcke gestopft, im Aufzug nach unten gebracht – und abtransportiert.

Zum guten Schluss werden die Traglatten der Eternitplatten abgesaugt, abmontiert und weggebracht. Wobei für Abtransport und Entsorgung der gefährlichen Baustoffe ein weiteres Fachunternehmen zuständig ist. Und dann kommt die neue Isolierung drauf – die besteht aus unproblematischen Mineralwolle- Platten und Mineralputz.

AUF EINEN BLICK

Nicht alle Gebäude-Fassaden der Saarbrücker gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft (SGS) auf dem Eschberg brauchen eine solche Spezialbehandlung, wie sie jetzt den beiden Zwölfgeschossern am Mecklenburgring 66 und 72 zuteil wird.

Die Sechsgeschosser am Mecklenburgring beispielsweise haben zwar auch eine Fassadenverkleidung – aber die Platten dort sind nicht aus Eternit, sondern aus Resopal. Das ist ein sehr widerstandsfähiger und zugleich umweltverträglicher Kunststoff. Und als die SGS ab 2012 die Fassaden der Sechsgeschosser reinigen ließ, da reichte es, die Resopal- Platten mit einer Wasser-Seifen-Lauge aus dem Hochdruckreiniger zu besprühen. Dieselbe Methode reichte auch für die Brüstungen der Betonbalkone, die anschließend frisch gestrichen wurden.

Das Stadtviertel auf dem Eschberg stammt aus den 60er Jahren. Bauherr der meisten Gebäude dort war die Saarbrücker gemeinnützige Siedlungsgesellschaft (SGS). Heute gehören der SGS auf dem Eschberg noch 23 Gebäude mit 825 Wohnungen.

Laut SGS wohnten 2013 genau 6367 Menschen auf dem Eschberg – und 2387 von ihnen waren 60 Jahre und älter. fitz

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