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Auf zum Po-Wackeln: Zumba-Fieber in Saarbrücken

Zumba „ist einfacher, weil es keine Choreografie gibt, nur von Lied zu Lied getanzt wird“, hatte mir Silke Vatter (42), eine Kursteilnehmerin, vor der Stunde erklärt. Seit zwei Jahren sei sie im Zumba-Fieber, weil es „fit macht und die Ausdauer trainiert“, aber vor allem, „weil Zumba soviel Spaß macht.“ Von Kolumbien aus schwappte das Zumba-Fieber über die Welt. Erfinder Alberto Perez brachte Zumba Ende der 90er-Jahre nach Amerika.

2001 gründete er mit zwei Geschäftspartnern „Zumba Fitness“. Seitdem boomt das Geschäft. Zumba ist eine eingetragene Marke. Es gibt Klamotten, Hanteln, CDs und Videospiele, die sich millionenfach verkaufen. 120 Millionen Menschen, heißt es auf der Webseite, machen Zumba. Über 60 Kurse allein in Saarbrücken listet die Seite – auch den Kurs von Kossotaki.

Dann dreht die Trainerin die Boxen auf: lateinamerikanische Rhythmen, viel Bass und spanische Textzeilen. Laut, fröhlich und sehr schnell. Erklärungen braucht es nicht. Die 15 Teilnehmerinnen folgen den Tanzbewegungen der Trainerin. Der Tanz mixt Salsa, Merengue, Cha-Cha-Cha, Aerobic und Street-Dance-Elemente wild zusammen. Manchmal mischt Kossotaki sogar Tango-Elemente unter – und immer wieder Shakiras berühmten Hüftschwung und Powackler.

Die Spiegelwand lässt mich an meiner Taktbegabung zweifeln. Sonst interessiert sich aber niemand für meine steifen Hüften. Das ist gut, finde ich. Jeder tanzt so flüssig wie er kann. Niemand guckt streng, und keinem muss es peinlich sein, wenn die Arme sich in die falsche Richtung drehen, Hüpfer oder Schritte plump anmuten.

Zum Denken oder Gucken hat eh niemand Zeit. Nach dem ersten Lied zeigt die Uhr 18.07. Noch 53 Minuten. Wie soll ich die nur durchhalten? Mein Herz pumpt, mein Atem springt. Ein kurze Schluck aus der Wasserflasche und „Zuuuumbaaa!“, ruft Kassotaki. Arme nach oben, schwingen, ein Sprung nach links, Tanzschritte nach vorne, hinten, Hüfte drehen, in die Hocke, wieder die Hüfte nach vorne, hinten... Das alles geht so schnell, dass man dabei die Zeit vergisst. Nur mein 38-jähriger Körper erinnert sich: Vor 15 Jahren waren wir fitter, meldet er meinem Großhirn. „Ohnmächtig werden lohnt sich nicht mehr“, sagt die Trainerin lachend, „nur noch zwei Lieder.“ Minuten später sind auch die überstanden. 15 nassgeschwitzte, aber strahlende Menschen applaudieren Kassotaki.

Seit 20 Jahren ist sie Fitnesstrainerin. Erst vor ein paar Monaten hat sie in München eine Ausbildung zur Zumba-Instructorin absolviert. Der Unterschied zu Aerobic oder Workouts wie „Bauch-Beine- Po“? „Der Spaß: Es geht einfach ums Tanzen. Eine große Party mit lauter Musik. Und es ist ein gutes Training. Die vielen Hüftschwünge machen tolle Bauchmuskeln. Außerdem verbraucht man ordentlich Kalorien, denn Zumba ist anstrengend“, sagt die Trainerin. Vielleicht sei das auch der Grund, warum so wenige Männer zum Zumba kommen, ergänzt sie augenzwinkernd.

Erst mal zum Check beim Arzt Professor Tim Meyer, Ärztlicher Direktor des Instituts für Sport- und Präventivmedizin an der Saar-Uni, rät: „Wenn man älter als 40 Jahre ist und lange Zeit keinen Sport mehr gemacht hat, sollte man sich ärztlich durchchecken lassen. Dynamische, anstrengende Sportarten wie Zumba sind aber nur für Menschen mit Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf- Systems ein Risiko.“ Für den Rest gilt es nur ein Hindernis auszuräumen: den ewig faulen inneren Schweinehund.

© WhatsBroadcast
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