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Auregung nach TV-Bericht - Ostermann: Mein Konzern nicht unter Druck

Unternehmer Hartmund Ostermann

Unternehmer Hartmund Ostermann

Von SZ-Redakteur Michael Jungmann

Saarbrücken. Bringt die Insolvenz eines eingetragenen Vereins in Worms mit etwa zehn Mitgliedern die Unternehmensgruppe (Victor’s und Pro Seniore) des Saarbrücker Geschäftsmannes Hartmut Ostermann (60) zunehmend unter finanziellen Druck? Ein SR-Beitrag von Wilfried Voigt, Autor des Buches „Die Jamaika-Clique“, stellt diese Frage in den Raum. Konzernchef Ostermann ist im Saarland kein Unbekannter. Der frühere Saarbrücker FDP-Kreisvorsitzende ist Großsponsor beim 1. FC Saarbrücken. Er saß im Koalitionsausschuss der geplatzten Jamaika-Regierung und unterstützte bis zur Landtagswahl 2009 Saar-Parteien kräftig mit Spenden (FDP: 368.800 Euro, Grüne: 57.000 Euro, CDU 44.514 Euro, SPD: 30.000 Euro).

Als Keimzelle seines heute kaum überschaubaren Firmen-Imperiums (Jahresumsatz: 490 Millionen Euro) mit über 11.000 Mitarbeitern (1500 davon im Saarland) in 120 Seniorenresidenzen und zwölf Victor’s-Hotels gilt der eingetragene Verein „Deutsche Seniorenförderung und Krankenhilfe e.V. (DSK)“ mit Sitz in Worms. Wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung wurde über das Vermögen des Vereins vom Wormser Amtsgericht (Aktenzeichen 20 IN 30/10) am 5. Juli 2010 das Insolvenzverfahren eröffnet. Insolvenzverwalter Christofer Hecht berichtet von angemeldeten Gläubiger-Forderungen in Höhe von 450 Millionen Euro, die allerdings noch nicht geprüft sind. Er sagte im SR: „Der DSK trat als Generalanmieter von Liegenschaften auf.“

Diese Immobilien seien fast ausnahmslos als Seniorenresidenzen und als Hotels an Firmen der Pro-Seniore-Gruppe weitervermietet worden. Gegenüber unserer Zeitung bestätigte Hecht am Freitag, der insolvente Verein sei mit Mieten und Leasingraten im Rückstand. Unter den Forderungen von 450 Millionen Euro seien „mit Sicherheit“ auch Beträge, die doppelt angemeldet wurden. In der Gesamtsumme seien auch Forderungen der Pro-Seniore-Gruppe an DSK von rund 100 Millionen Euro enthalten. Bis zum Jahresende will Hecht seine Prüfung abgeschlossen haben, ob der Verein, gegen den 90 Prozesse liefen, noch mit der Unternehmensgruppe verflochten ist. Bis er die DSK-Akten komplett schließen könne, werde es wohl acht Jahre dauern.

Laut Vereinsregister ist Ostermann im Februar 2007 aus dem DSK-Vorstand ausgetreten. Die beiden zuletzt eingetragenen Vorstandsmitglieder gelten als seine langjährigen Wegbegleiter. 2008 beschäftigte sich auch der Finanzausschuss der Stadt Saarbrücken mit der DSK, aufgelaufene Nebenforderungen zu Gewerbesteuern von mehr als 800.000 Euro wurden niedergeschlagen. Im Gegenzug wurden 1,3 Millionen Euro Steuern gezahlt.

Ein Leasing-Unternehmen und DSK-Gläubiger hat unterdessen, so der SR, ein rechtskräftiges Urteil gegen eine Victor’s-Hotel-GmbH erwirkt. Bei dieser Gesellschaft aus Seevetal bei Hamburg wurde das Inventar des Saarbrücker Nobelhotels am Deutsch-Französischen Garten geleast. Dort tauchte kürzlich ein Obergerichtsvollzieher auf, um die Möbel sicherzustellen. Er rückte unverrichteter Dinge ab.

Ostermann sagte unserer Zeitung am Freitag, diese Einrichtungsgegenstände seien „überzahlt“. Zudem sei eine Sicherheitsleistung bei Gericht hinterlegt. „Wir statten das Hotel ohnehin neu aus, dann kann die Firma die alten Möbel gerne nach Absprache abholen.“ Ostermann erklärte weiter, die Victor’s-Gruppe und Pro Seniore stünden heute mit DSK in Worms „in keiner rechtlichen Verbindung“. SR-Meldungen, seine Gruppe stehe „zunehmend unter Druck“, widerspricht er energisch und droht mit rechtlichen Schritten: „Wir haben ausreichend Eigenkapital und liquide Mittel, um alle Verpflichtungen zu bedienen.“


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