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Ausbildung adieu? Im Saarland fehlen 3000 Erzieher

Der Dekan der Fakultät für Sozialwissenschaften an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW), Professor Dieter Filsinger, fordert, die Ausbildungsquote bei Erziehern „deutlich zu erhöhen“. Denn es gebe darüber hinaus „auch einen erheblichen Bedarf an Erziehern bei der Betreuung von Kindern im Alter von null bis drei Jahren“, erklärt Filsinger. Schulleiterin Denzer ergänzt: „Die größte Baustelle ist die Krippenerziehung. Hier fehlen derzeit allein rund 3000 Erzieher im Saarland.“

Das Bildungsministerium ist sich eines „Fachkräftemangels im erzieherischen Bereich“ bewusst. Um den Missstand beheben zu können, will das Bildungsministerium das bestehende Ausbildungsangebot für staatlich geprüfte Erzieher um zusätzliche Klassen erweitern. Dies teilte das Ministerium gestern auf Anfrage unserer Zeitung mit. Darüber hinaus werde geprüft, „ob berufsbegleitende Ausbildungs- und Fortbildungsangebote eingeführt werden können, um zusätzliche pädagogische Fachkräfte zu rekrutieren“. 

Wie hoch der Bedarf an Erziehern in den kommenden Jahren ist, lasse sich nicht genau beziffern, heißt es im Ministerium. Bildungsminister Klaus Kessler (Grüne) betont jedoch, dass es in den Freiwilligen Ganztagsschulen im Schuljahr 2010/2011 keinen Mangel an Erziehern geben werde. Denn bei der Planung für das kommende Schuljahr sei eine höhere Nachfrage nach Betreuungsplätzen einkalkuliert worden.

Im Saarland gibt es vier Fachschulen für den Erzieherberuf, zwei in öffentlicher sowie zwei in kirchlicher Trägerschaft. Angesichts der kirchlichen Sparpläne ist nicht davon auszugehen, dass die Ausbildungsplätze dort in nennenswerter Zahl aufgestockt werden.

Eine Bertelsmann-Studie vom Februar dieses Jahres belegt einen Mangel an Erziehern allein an saarländischen Kindergärten. Demzufolge liege das Land mit einem Verhältnis von einem Betreuer für 9,3 Kinder zwar im Durchschnitt der westdeutschen Bundesländer (9,2). Empfohlen werde jedoch ein Verhältnis von einem Betreuer für 7,5 Kinder.

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