Zwischen Neuweiler und Neuweiler Gefahr durch ein totes Tier auf der Fahrbahn Sulzbacher Weg, Waldstrecke (19:55)

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B41: Rettung vor der Kohleglut

Neunkirchen/Saarbrücken. Feuer zu zähmen, ist seit jeher ein schwieriges Unterfangen. Wenn der Brand unterirdisch ist, macht es das noch schwerer. In Neunkirchen beginnt das Bergbauunternehmen RAG jetzt dennoch damit, das Kohleflöz Blücher, das in der Nähe der B 41 und der A 8 in bis zu 22 Metern Tiefe brennt, zu löschen. Obwohl der Brand unterirdisch ist, keine Wohngebiete betroffen sind und auch die Rauchentwicklung laut RAG nicht bedenklich ist, wäre es gefährlich, die Kohle weiter brennen zu lassen. „An einigen Stellen ist die Erde eingebrochen, da kann man bis zum Brandherd hinunter sehen. Außerdem bewegt sich der Brand auf die B 41 zu“, erklärt RAG-Umweltingenieur Peter Steinmetz. Die Vorbereitungen zur Löschaktion sind fast beendet, jetzt ist auch das nötige Bohrgerät eingetroffen. Heute soll das Verfahren vorgestellt werden. Bis zu 24 Monate werden die Arbeiten dauern, dabei mindestens eine Million Euro kosten.

Die brennende Fläche ist ungefähr so groß wie ein Drittel eines Fußballfeldes. Das Feuer im Flöz Blücher, das bis Mitte des 19. Jahrhunderts von der Grube König aus nur teilweise abgebaut wurde, ist wahrscheinlich durch Selbstentzündung entstanden. Kommt die Kohle mit Sauerstoff in Kontakt, beginnen chemische Reaktionen, die Wärme erzeugen. Der Sauerstoff kann durch Risse im Gestein dahin gelangen oder durch alte Schächte, wie bei der Grube König. Erste Hinweise auf ein brennendes Flöz gab es bereits 1990. Der oberflächennahe Schwelbrand wurde 1997/98 erstmals gelöscht. „Anscheinend wurde dabei aber nicht der ganze Brandherd beseitigt“, heißt es von der RAG. 2004 wurden erneut warme Stellen an der Oberfläche festgestellt, seit 2008 tritt zudem Dampf aus. Seitdem wird das Gebiet bewässert, damit der Rauch den Verkehr nicht behindert. Das Besondere am Neunkircher Flözbrand ist die Lage am Hang.

Die Gesteinsschichten sind waagerecht, weshalb die Kohle auf der einen Seite 22 Meter, auf der anderen nur fünf Meter unter der Oberfläche liegt. Seit 2009 ließ die RAG das Gelände erkunden, es wurden Bohrungen und Messungen gemacht. Die DTM, ein auf Brandtechnik spezialisiertes Unternehmen, entwickelte das neuartige Löschverfahren. In Neunkirchen wird diesmal nicht nur der Brandherd ausgegraben und gelöscht. Er wird zudem von Betonwänden, für die Löcher ins Gestein gebohrt und mit Beton verfüllt werden, umschlossen. „Die Wände dienen dazu, den Brandherd von der restlichen Kohle abzutrennen und dass das Wasser nicht wegläuft, sondern den Brand löscht“, erklärt RAG-Umweltingenieur Steinmetz. Flözbrände sind in Kohlegebieten nicht ungewöhnlich, lassen sich aber nicht vorhersehen. „Solche Stellen wie die Reste des Flözes Blücher gibt es im Saarland wenige. Die Gefahr, dass es zu weiteren solchen Bränden kommt, ist sehr gering“, sagt Peter Steinmetz. uo

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