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BUND wünscht sich Westwall-Bunker als Kulturdenkmal

Im Sommer ist das B-Werk in Besseringen geöffnet ( Foto links: Rup) Bunker werden von der Natur erobert - wie dieses Relikt am Frohn-Wald-Weg zwischen Riegelsberg und Heusweiler. (Foto rechts: dla ).

Im Sommer ist das B-Werk in Besseringen geöffnet ( Foto links: Rup) Bunker werden von der Natur erobert - wie dieses Relikt am Frohn-Wald-Weg zwischen Riegelsberg und Heusweiler. (Foto rechts: dla ).

Über 600 Kilometer – von der niederländischen bis zur Schweizer Grenze – reicht die Kette der Bunkerruinen und Panzersperren: Über 20 000 Einzelanlagen zählt der Westwall, eine Befestigungsanlage, die die Nationalsozialisten von 1936 bis 1942 bauen ließen. Wie viele Anlagen es exakt sind, ist bislang nicht erfasst. Im heutigen Saarland liegen bis zu 3000 Objekte, schätzt das Landesdenkmalamt (LDA). In Rheinland-Pfalz sollen es etwa 9000 sein.

75 Jahre nach Kriegsausbruch sind nur wenige Anlagen für Bürger geöffnet – etwa das B-Werk in Merzig-Besseringen. Einige Bunker müssen vor dem Einsturz gesichert werden. Für die Sicherheit ist der jeweilige Eigentümer zuständig – im Saarland sind dies etwa Gemeinden, Privatpersonen, Landwirte, der Saarforst Landesbetrieb oder auch die Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (BIMA). Die BIMA ist im Saarland für 1800 ehemalige Westwall-Bunker verantwortlich – durchschnittlich 15 000 Euro muss sie nach eigener Aussage für die Sicherung pro Jahr berappen.

Rheinland-Pfalz möchte die Westwall-Relikte erhalten – als Mahnmal für die verbrecherische Politik der Nazis und als Biotop für geschützte Tiere und Pflanzen. Das Mainzer Kabinett hat daher beschlossen, dass sich künftig eine Stiftung um die Sicherung der Anlagen kümmern soll. Dafür erhält das Land vom Bund 25 Millionen Euro für die nächsten fünf Jahre. Dafür sollen die Relikte im Besitz der BIMA an das Land übergeben werden.

Anders im Saarland: Eine entsprechende Stiftung mit der Sicherung des Westwalls zu beauftragen, sei derzeit nicht geplant, teilt ein Sprecher des Saar-Kultusministeriums mit. Dies wünschen sich jedoch Naturschützer. „Wir sind total neidisch darauf, wie es in Rheinland-Pfalz läuft“, sagt Steffen Potel vom BUND Saar.

Im Saarland zieht sich der Weestwall in mehreren Abschnitten durchs Land – etwa der Orscholz-Riegel im Raum Perl und Mettlach, die Westbefestigung entlang der Saar oder die Hilschbach-Stellung, die oberhalb von Riegelsberg beginnt und sich bis in den Saarpfalz- Kreis fortsetzt. Durch den Kreis St. Wendel zieht sich ein Abschnitt der Luftverteidigungszone West. „Diese lange Kette an Westwall- Relikten ist im Saarland recht gut erhalten. Wir wollen, dass sie als Biotop erhalten bleibt“, sagt Potel.

Für den Erhalt der Wildkatze im Saarland spielten die Relikte eine große Rolle. Auch viele Fledermausarten, Füchse und Dachse fühlten sich dort wohl, ebenso wie unscheinbare Organismen wie seltene Flechten. „Die Biodiversität ist in vielen Bunkeranlagen größer als im Wald, wo es Forsteingriffe gibt“, erklärt der Experte.

Doch würden manche Relikte vom Eigentümer aufgegeben. So wurde vor Kurzem im Rahmen von Bauarbeiten eine Anlage an der Römerbrücke in Dillingen zugeschüttet und zugemauert. Die Anlage, die dem Bund gehört, sei nach dem Zweiten Weltkrieg teilgesprengt worden, teilt die Stadt mit, die Maßnahmen seien aus Sicherheitsgründen notwendig gewesen.

Damit die Bunker nicht zugeschüttet werden, um Kosten zu entgehen, fordert Potel eine andere Lösung für die Verkehrssicherheit. „Wer durch die Gegend kriecht, hat auch auf sich selbst aufzupassen. Wie im Wald auch“, findet er. Um die Vielfalt zu erhalten, wünscht sich der BUND, die Bunkerlinie als Streckenkulturdenkmal im Landesdenkmalschutzgesetz festzuschreiben.

„Als Kulturdenkmal könnte man einen Biotopverbund entwickeln und der Erhalt wäre für die Tiere und Pflanzen gesichert“ , erklärt Potel. Bereits Umweltminister Stefan Mörsdorf (CDU, im Amt von 1999 bis 2009) habe beschlossen, das Gesetz entsprechend zu novellieren. „Es hat sich seitdem nichts getan.“ Auf SZ-Anfrage teilt das Kultusministerium dazu mit: „Im Landesdenkmalamt ist die Ausweisung der saarländischen Westwall-Relikte als Flächendenkmal geplant.

Im Rahmen der anstehenden Novellierung des saarländischen Denkmalschutzgesetzes muss hierfür die Ausweisung einer neuen Denkmalkategorie erfolgen.“

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