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Bahnhof steht erneut zum Verkauf

Symbolfoto.

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Manchmal scheinen Bahnhöfe eher eine Last zu sein. Diesen Eindruck gewinnt man in Friedrichsthal . Dort ging das zweistöckige Gebäude mit dem markanten Walmdach im Jahre 2012 für angeblich bescheidene 2000 Euro von der Bahn an einen privaten Käufer über (wir berichteten). Zu wenig Passagieraufkommen und zu häufiger Vandalismus nannte die Bahn in einem abschlägigen Bescheid an die Stadt damals unter anderem als Verkaufsgründe. Für zehn Zimmer, allein 400 Quadratmeter Wohnfläche auf einem ungefähr 6500 Quadratmeter großen Grundstück, scheinbar ein echtes Schnäppchen. Doch passiert ist seit dem Besitzerwechsel nicht viel mit der Immobilie.

Aktuell ist das Objekt mit den beachtlichen Ausmaßen wieder auf einer Immobilienwebseite im Internet zu haben – für 39 000 Euro plus Nebenkosten. Die kreative Beschreibung: „Abschreibungsobjekt, Bahnhofsgebäude für vielfältige Nutzung“, immerhin mit dem Hinweis: „Es ist zu Gewerbe- und Wohnzwecken geeignet. Das Gebäude muss komplett saniert werden.“ Doch das könnte sehr teuer werden. Denn beim Ortsbesuch der Saarbrücker Zeitung präsentiert sich der einst herrschaftliche Haltepunkt aus dem Jahre 1910 momentan eher als gruseliges Spukschloss, um das man bei Dunkelheit lieber einen weiten Bogen macht.

Der Besuch beginnt mit dem Aufstieg vom weitläufigen Bahnhofsvorplatz über ein paar zerbröselnde Stufen, bevor es durch das türlose Portal in die einstige Bahnhofshalle geht. Die Glasscheiben sind hier längst raus aus den Fensterrahmen, die Wände wurden von „Kreativen“ in fast allen Farben mit Graffiti versaut. Ein paar Übermütige haben in einer Ecke wohl gefeiert und konnten anschließend das Wasser nicht mehr halten. Von den Decken des denkmalgeschützten Gebäudes ist die Verkleidung teilweise abgefallen und Rost bedeckte Stahlträger präsentieren sich jetzt den Bahnfahrern. Neonlicht beschert Dämmerstimmung.

Der lange Gang mit der scheinbar endlosen Treppe führt zu den Gleisen. Mancher Zugang zu den Nebenbereichen des Gebäudes wurde notdürftig verbarrikadiert. Ohne Zweifel: Hier will man nur abfahren, wenn man es wirklich muss. Oben an der frischen Luft, auf dem Bahnsteig, offenbart sich ein ähnliches Bild: der Bodenbelag ist rissig, und im Dach des Gebäudes klaffen mehrere große Löcher, teilweise ist es eingestürzt. Nur der gerade einrollende Regionalzug versprüht noch Funken von Modernität und Hoffnung.

Redet man mit Friedrichs thals Stadtpressesprecher Christian Jung über den Bahnhof, klingt das ein wenig nach Resignation. Denn der Kommune scheinen die Hände gebunden zu sein. Es besteht kaum Handlungsspielraum. „Der jetzige Eigentümer ist meines Wissens von der Unteren Bauaufsicht mit Auflagen und Fristen bedacht worden. Die Stadt hat keinen Einfluss auf den Zustand des Objekts. Lediglich die Ortspolizeibehörde kann bei akuter Gefahr eine Sperrung veranlassen“, erklärt Jung. „Akut“ bedeute, wenn man sehen könne, dass zum Beispiel Gebäudeteile herabzustürzen drohen. Der Zugang zu den Gleisen sei für Bahnfahrer derzeit sicher. Die Zukunft für den Bahnhof bleibe aber weiterhin ungewiss. Denn im Gegensatz zu anderen Kommunen im Saarland, die ihre Bahnhöfe übernommen und saniert haben, kann es sich Friedrichsthal als Stadt mit leeren Taschen nicht leisten, das Areal mit Gebäude zu entwickeln. Auch bestand wegen der zu erwartenden hohen Renovierungskosten aus städtischer Sicht kein großes Interesse am Erwerb der Immobilie.  
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