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Bei Tempo-Limits auf Saarlands Autobahnen sehen manche Fahrer rot

Auf der Bischmisheimer Talbrücke ist bei Nässe nur Tempo 60 erlaubt. Foto: Becker und Bredel

Auf der Bischmisheimer Talbrücke ist bei Nässe nur Tempo 60 erlaubt. Foto: Becker und Bredel

Ein SZ-Leser aus Bexbach glaubt, dass es an manchen Stellen im Saarland „exzessive Geschwindigkeits-Begrenzungen“ gibt. Seine Beispiele: die Tempo-100-Zone zwischen Freisen und Reichweiler auf der A 62 sowie auf der A 6 die Limitierung auf 60 Stundenkilometer auf der Bischmisheimer Talbrücke. Der SZ-Leser fragt sich, ob es dabei letztendlich nur um Abzocke gehe.

Klaus Kosok, Sprecher des Landesbetriebs für Straßenbau Saarland (LfS), sagte auf SZ-Anfrage, diese Begrenzungen würden angeordnet, wenn sie zur Verbesserung der Verkehrssicherheit erforderlich seien. Diese Maßnahmen, die in der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) ihre gesetzliche Grundlage besitzen, würden dann ergriffen, wenn angenommen werden müsse, dass „die Kraftfahrer selbst bei ausreichender Aufmerksamkeit nicht erkennen können, dass eine bestimmte Strecke nur mit einer verminderten Geschwindigkeit befahren werden kann.“ Dies könne zum Beispiel der Fall sein, wenn der optische Eindruck von Kurven, Gefällstrecken oder Knotenpunkten zu falschen Beurteilungen der Situation führe und eine Warnung mit Gefahrenzeichen nicht ausreiche, so Kosok.

Zudem sollen Tempolimits aus Sicherheitsgründen angeordnet werden, wenn Untersuchungen ergeben haben, dass häufig Unfälle wegen zu hohem Tempo aufgetreten sind. Dies sei auch auf den von dem SZ-Lesergenannten Streckenabschnitten der A 6 und A 62 der Fall gewesen, sagt Kosok. Die Geschwindigkeits-Begrenzungen seien nach einem Beschluss der so genannten „Unfallkommission Bundesautobahnen“ aus Vertretern der Polizei und des LfS eingerichtet worden. Mit Erfolg: Die Unfall-Entwicklung auf den genannten Abschnitten sei rückläufig.

In Zusammenhang mit der Kritik des SZ-Lesers weist der Landesbetrieb darauf hin, dass Teile der A 1, die A 623 und die A 620 früher Bundesstraßen waren, die dann zwar zu Autobahnen umgewidmet, aber deren sogenannte Trassierungs-Elemente weitestgehend beibehalten wurden. Solche Abschnitte würden in der Regel aufgrund der örtlichen Gegebenheiten fehlende Standstreifen und geringere Fahrbahn-Querschnitte aufweisen, die mehr Tempolimits erforderlich machen – anders als Abschnitte, die von Anfang an als Autobahnen gebaut worden seien.

Schließlich habe der LfS festgestellt, sagte Kosok, „dass die Grundregeln der StVo, wonach die Verkehrsteilnehmer ihre Geschwindigkeit den Straßenverkehrs- und vor allem auch Wetter-Verhältnissen anpassen müssen, oftmals nicht eingehalten werden“. Die Hauptursache für die Entwicklung von Unfall-Häufungsstellen sei nun mal zu hohes Tempo. Würden diese Vorgaben mehr beachtet, könnte die Anzahl der Beschränkungen gegebenenfalls reduziert werden. Der Ärger, der bei vielen Autofahrern wegen Tempolimits auf Autobahnen aufkommt, ist verständlich. Denn vielfach ist nicht ersichtlich, warum auf einem Abschnitt plötzlich nur 80 gefahren werden darf. Da werden auch Tempolimit-Schilder nach dem Abbau von Baustellen schlicht vergessen. Und Zusatzschilder, auf denen die Straßenbauämter mit ein, zwei Worten erklären, warum sie das Tempo drosseln, gibt es meistens nicht. So ist es bei vielen Autofahrern, die gegen die Limits verstoßen, auch purer Trotz, weil sie sich bevormundet fühlen. So kann die Devise nur lauten: Geduldig sein und Fuß vom Gas. Lernen kann man dies überall in Europa, denn nur in Deutschland gibt es noch kein generelles Tempolimit auf Autobahnen.
© WhatsBroadcast
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