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Bildungsstreik: 1300 Schüler demonstrieren für Mitspracherecht

Rund 1300 Schüler haben sich gestern am Bildungsstreik in Saarlouis beteiligt. Dazu rief das Schülerbündnis Saarlouis auf. Ihre Forderungen: kleinere Klassen, mehr Lehrpersonal, keine Verlängerung der Grundschulzeit und vor allem – Mitspracherecht.

Saarlouis. „Lasst uns laut sein, es geht schließlich um unsere Zukunft“, hallte aus den Lautsprecherboxen. Und das waren sie gestern Morgen in Saarlouis auch, die rund 1300 Schüler, Studenten und Auszubildende, die sich mit Tröten, Trillerpfeifen und Sprechgesängen Gehör verschafften.

Damit hat der Widerstand gegen die Bildungspolitik nach dem Schülerstreik von 2009 eine neue Dimension erreicht. Das Schülerbündnis Saarlouis rief dazu auf, sich mit dieser Aktion am bundesweiten Bildungsstreik zu beteiligen.„Mitspracherecht in Bildungsfragen“, war eine zentrale Forderung.

Schüler wollen mitentscheiden
Die Jugend zeigte eindrucksvoll, dass sie keine Lust mehr auf politische Reden hat, sie will Taten sehen und zwar nicht ohne dabei mitentscheiden zu dürfen. Während des Protestzuges in Richtung Innenstadt traten die Schüler mehrmals in den Sitzstreik, was zwar nicht angekündigt war, aber von der Polizei toleriert wurde. Über das Mikrofon hatten sie dabei immer wieder ihre Forderungen wiederholt, riefen Passanten auf, sich dem Protest anzuschließen.

„Wir müssen ein Mitspracherecht bekommen, in welcher Form, das überlassen wir dem Bildungsministerium. Hauptsache ist: Wir sind dabei, wenn es um Bildungsfragen gehte“, sagte Bündnissprecher Johannes Hiery. Dass über die Köpfe hinweg entschieden werde, werde man nicht länger hinnehmen.

Gegen G7

Die verkürzte Gymnasialzeit von neun auf acht Jahren sei, nach Meinung des Schülerbündnisses, ein „völliger Flop“. Das Vorhaben, die Grundschulzeit auf fünf Jahre zu verlängern und in der Folge dem Gymnasium nochmals ein Jahr zu stehlen, halten die Schüler für „völligen Unsinn“. „G7 – G8 – GE’nervt“, stand auf einem Transparent zu lesen.

Bildungsminister Klaus Kessler sieht sich aber in seinen Plänen auf dem richtigen Weg, wie er auf SZ-Anfrage mitteilte. „Wenn dagegen demonstriert wird, dann haben die Schüler den Sinn nicht verstanden“, kritisierte er. Kessler sei bereit, sich mit dem Schülerbündnis an einen Tisch zu setzen, um es anzuhören, aber auch, um sein Konzept zu erklären. „Denn Aufklärungsbedarf ist hier dringend von Nöten“, meinte er.

Bildungsminister Kessler kann viele Forderungen nicht nachvollziehen
Unverständnis zeigte der Minister auch über die Forderung nach einem Klassenteiler von 23. „Wir fordern eine reale Klassengröße“, erklärte Hiery. Die Klassengrößen in Gymnasien legten die entsprechenden Schulleitungen nach ihrem Budget fest, konterte Kessler. Den Klassenteiler auf 23 festzulegen, sei ohnehin aus finanzieller Sicht nicht umsetzbar.

Und auch die Forderung nach mehr Lehrpersonal an Schulen, weil zu viele Unterrichtsstunden ausfielen, kann Kessler nicht nachvollziehen. Er räumte allerdings ein, dass es an Berufsschulen zu strukturellen Ausfällen käme. Es gebe aber an allgemeinbildenden Schulen keine strukturellen Unterrichtsausfälle und in Krankheitsfällen stünde eine „Lehrerfeuerwehr“ bereit.



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